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Kategorie: > Technik
Beschichtung Trinkwasserspeicher
Gast (Peter Spiegl)
(Gast - Daten unbestätigt)

  04.01.2001

Hallo Forum,

ein Wasserreservoir aud Beton, mit Ausblühungen, soll saniert
und als Trinkwasserspeicher genutzt werden. Dazu muß die Oberfläche
des Betons beschichtet werden.

Hat jemand Info´s welche Art von Beschichtung, Einschlämmung oder was auch immer
benutzt werden kann? Es geht um eine Versorgung für einige Häuser,
d.h die geltenden Richtlinien sollen eingehalten werden.

Vielen Dank

Peter Spiegl




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Gast (Rainer Schmitz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  04.01.2001

Hallo,

hier sind einige Infos zur Beschichtung:

Wasserkammern - Innenflächen
1)Vorbehandlung - Für die Reinigung der vom Wasser berührten Flächen ist es besonders wichtig, daß diese glatt und möglichst porenarm sind. Kiesnester und kleine Poren, die mit de üblichen Arbeitsgeräten kaum ausreichend gereinigt werden können, ermöglichen das Ablagern von Stoffen aus dem Wasser, die ein vermehrtes Keimwachstum fördern können. Porenarmer, wasserundurchlässiger Beton bedarf im allgemeinen keines Putzes und keiner Beschichtung und keines Anstriches. Diese Ausführung sollte daher immer angestrebt werden. Im übrigen können in Frage kommen:
2) Zementputz - dieser entspricht den gestellten Anforderungen und ist ein übliches Bauverfahren. Das Herstellen eines wasserdichten, rissefreien und festhaftenden Zementputzes erfordert großes handwerkliches Können, so daß hierfür nur Spezial-Arbeitskolonnen eingesetzt werden sollten. Besonders wichtig ist die ausreichende Vorbereitung des Putzuntergrundes, damit der Putz fest haftet, da der Putz aus Gründen des Arbeitsablaufs meist erst längere Zeit nach Herstellen der Betonteile aufgebracht wird. Bei den heute üblichen glatten Schalungen ist es Unerläßlich, daß der Putzuntergrund zunächst aufgerauht wird, geeignet sind leichte Stockhämmer und Drahtbürsten, besonders empfehlenswert jedoch das Sandstrahlen. Alle losen Teile müssen entfernt werden. Der Putzuntergrund ist ausgiebig zu nässen, bis der Quellvorgang einsetzt. Hierzu soll der Beton etwa 3 Tage lang naß gehalten werden. Wenn die Behälterinstallation bereits vor dem Aufbringen des Putzes verlegt ist und die Rohrdurchführungen zubetoniert sind, ist bei kleinen und mittleren Behältern das Füllen der unverputzten Wasserkammern mit reinem Wasser sehr geeignet für das Nässen des Betons, wobei gleichzeitig die Wasserdichtheit der Kammern vor Aufbringen des Putzes geprüft werden kann. Trockener Beton entzieht dem Putz zuviel Wasser, so daß der Putz an der Betonobertläche keine ausreichende Festigkeit erreicht, hohl liegt und früher oder später in Platten abfällt. Durch leichtes Abklopfen der gesamten Putzfläche ist die Haftung zu prüfen. Schalungsöle können Güte, Farbe und Haftbarkeit der Putze gefährden.
Für den Putz ist reiner, scharfkantiger und gemischtkörniger Sand der Körnung 0-3 mm für den Unterputz, Körnung 0-1 für den Oberputz und ein möglichst kalkarmer Zement ohne Dichtungszusätze zu verwenden. Der 1,0- 1,5 cm starke Unterputz wird in Lagen, Spritzwurf und Unterputz angeworfen, Mischungsverhältnis 1 RT Zement, 2 RT Sand, und mit Reibebrett mäßig fest eingerieben. Unmittelbar nach dem Anziehen, der richtige Zeitpunkt ist handwerkliche Erfahrung, wird der Oberputz 0,5 cm stark, Körnung 0-1 mm im MV 1 RT Zement, 1 RT Sand aufgebracht und mit Filzbrett kräftig verdichtet und geglättet. Die einzelnen Putzlagen sind bei hohen Wänden zu verzahnen, der Anschluß des Wand- an den Sohleputz besonders sorgfältig übergreifend herzustellen. Die Ecken müssen gut ausgerundet werden mit mindestens 10 cm Radius. Wenn auf den Putz kein Anstrich aufgebracht wird, muß der Oberputz einen glatten Spiegel erhalten, dabei wird unmittelbar auf den glattgeriebenen Oberputz eine Zementschlemme aus 1 RT Wasser und 1 RT Zement aufgezogen und mit Stahlkelle geglättet. Nachträgliches Aufpudern von trockenem Zement ist zu vermeiden. Derart zementreicher Putz schwindet stark und neigt daher zur Bildung feiner Haarrisse. Entsprechend langes Feuchthalten des Putzes und möglichst baldige Wasserftillung, auch eine geringe Wasserhöhe ist ausreichend, ist unerläßlich für die einwandfreie Beschaffenheit. Putzarbeiten sind daher möglichst an Tagen mit kühler, feuchter Luft auszufahren.
Putzvorschriften:Hochzonenbehälter Kreuzpullach (Dr. Marquardt)

1. Spritzwurf 1:4 Sand 0-7
2. Rauhputz 1:3 Sand 0-5
3. Schweiß-Schicht 1:2 Dyckerhoff-Weiß-Quarzsand 0-1,5
4. Zementschlemme 1 RT Wasser - 1 RT Dyckerhoff-Weiß

Maschinell angeworfene Spritzputze, wie Torkretputz, werden mit ähnlichen Mischungen ausgeführt und erreichen eine besonders kräftige und gleichmäßige Verdichtung. Die Putzoberfläche muß i.a. ähnlich wie beim Handputz nachbehandelt werden.
3) Spezialputz - für Wasserkammern eignen sich auch Spezialputze auf Zementbasis, wie z.B. Vandex, Hansit u.ä., die auch farbig lieferbar sind. Diese werden meist mit geringerer Dicke, etwa 0,3 bis 0,5 cm in Form von Zementschlemmen in mehreren Lagen aufgetragen. Für die Wasserkammern ist weiße oder blaue Farbe sehr vorteilhaft.
Die Verarbeitungsvorschriften der Hersteller sind genau zu beachten. Es ist sehr empfehlenswert, für jedes Bauwerk die Verarbeitungsvorschriften durch die Herstellerfirma an Ort und Stelle festlegen zu lassen, da Haftung und Farbbeständigkeit des Spezialputzes von der Art und Beschaffenheit des Betons, sowie vom verwendeten Zement stark abhängen.
4) Anstriche und Beschichtungen -- Bei aggressiven Wässern, zur Erleichterung der Reinigung oder aus optischen Gründen wird manchmal ein Anstrich der Wasserkammern gewählt. Hellfarbige Anstriche auf Zementbasis sind bei nichtaggressivem Wasser günstiger, zumal sie auf feuchtem Untergrund aufgebracht werden können. Die zu bestreichenden Flächen dürfen nicht zu glatt sein, z.B. darf bei Anstrich auf Zementputz dieser nur abgerieben, nicht aber mit Zementschlemme geglättet sein. Die Verarbeitungsvorschriften der Hersteller sind zu beachten. Gut bewährt hat sich auch der dreimalige farblose Fluatanstrich.
Die Verwendung sonstiger, für den Trinkwasserbereich zugelassener Anstrichmittel, wie Chlorkautschuklacke und Beschichtungen auf Epoxyharzbasis u.ä., ist im allgemeinen nicht zu empfehlen, da die Voraussetzungen für ihre Haltbarkeit im Behälterbau meist nicht gegeben sind. Diese Anstriche und Beschichtungen erfordern meist einen dauernd völlig trockenen Untergrund, wie er bei Stahlteilen vorhanden ist, so daß dort z.B. bei der Beschichtung von stählernen Druckbehältern, ihr Hauptanwendungsgebiet ist. Dagegen werden in der Erde stehende Betonteile kaum durchgehend völlig trocken, da sie mit erheblich mehr Wasser hergestellt werden, als chemisch gebunden wird, so daß bei den auf der Baustelle herrschenden Witterungsverhältnissen und der zur Verfügung stehenden Bauzeit die künstliche Trocknung meist nur oberflächig wirkt. Wie aus Beispielen bekannt ist, treten trotz sorgfältiger Austrocknung insbesondere an erdhinterfüllten Betonwänden oft bläschenartige Abhebungen des Anstrichs oder der Beschichtung infolge Porenwasserdruck auf. Hoher Keimgehalt im Wasser dieser Bläschen und stellenweiser Pilzbefall der Beschichtungen wurden bereits öfters festgestellt. Für Betonbehälter sind daher zementähnliche Anstriche und Putze, da artgleich, geeigneter.
5) Fliesen - Zur Erleichterung der Reinigung oder aus optischen Gründen können Verfliesungen der Wasserkammern in Frage kommen. Für keramische Bekleidungen von Wasserkammerwänden und -böden sind dichtgesinterte keramische Fliesen und Platten mit materialtechnologischen Güteeigenschaften nach DIN 18155, Teil 4 (Steinzeugfliesen) oder DIN 18166 (keramische Spaltplatten) einzusetzen. Bei der Auswahl der Fliesenart sind Forderungen der UVV bezüglich Rutschsicherheit zu beachten. Um einen bleibenden hohlraumfreien, festhaftenden und rissefreien Plattenbelag einschließlich der Fugen unter allen Betriebsbedingungen (wechselnde Belastung, wechselnder Wasserstand, Temperaturspannungen) zu erhalten, sind die werkstoffbedingten Verarbeitungshinweise zu beachten. Außerdem muß bereits bei der konstruktiven Gestaltung der Wasserkammern (Statik) hierauf Rücksicht genommen werden.

Die einwandfreie Ausführung der Fliesenarbeiten ist prüfbar, z.B. durch Stichproben der hohlraumfreien Mörtelbettung während der Ausführung oder durch Haftzugfestigkeitsuntersuchungen nach 28 Tagen mit geeigneten Prüfgeräten oder durch Probefüllung und schnelles Entleeren der Wasserkammern.
6) Stützen - Für die Oberflächenbehandlung der Stützen gilt das gleiche wie für die Innenwände. Wegen der schmalen Form ist das Verputzen, besonders von quadratischen Stützen, schwierig. Sehr bewährt hat sich daher die bleibende Schalung mittels Rohren, auf die ein Anstrich auf Zementbasis leicht aufgebracht werden kann.
7) Sohle - Für die Oberflächenbehandlung der Sohle gilt das gleiche wie für die Innenwände. Für die Kontrolle der Reinheit des Wassers und etwaiger Ablagerung auf der Sohle ist besonders eine helle Farbe der Sohle erwünscht. Auf der waagerechten Sohle ist arbeitsmäßig das dichte Aufbringen von Fliesen einfach, so daß keine Bedenken gegen das Fliesen der Sohle bestehen.
(Handbuch der Wasserversorgung)

ALLES KLAR?

Kann es denn auch ein Behälter aus Kunststoff sein ? Außerdem würde ich eine UV Einhängelampe für den Wasserbehälter empfehlen.

Rainer
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