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Kategorie: > Öffentliche Versorgung
Trinkwasser und Nutzwasser
Gast (Musicman)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.09.1999

Hallo,

Also ich habe nicht viel Ahnung von Wasserfilterung etc. Ich bin also ein ganz normaler Wasser User ;-))

Manchmal denke ich nur ob es nicht sinnvoller wäre Trinkwasser und Nutzwasser zu trennen. Eigentlich ist es doch nicht gut wenn man für die Waschmaschine oder zum Duschen Trinkwasser benutzt, da ich finde das Trnkwasser viel zu wertvoll und kostbar ist um es einfach so in den Abfluß laufen zu lassen.
Ich denke dabei an ein ähnliches Modell, wie in den Vereinigten Staaten. Man könnte dadurch auch wertvolle Trinkwasserressourcen sparen.
Mfg
Musicman




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 4
Gast (Dipl.-Ing. Gert Köhler)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.03.2001
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Rainer Schmitz vom 21.09.1999!  Zum Bezugstext

Status quo "Nutzwasser statt Schmutzwasser"

Erlauben Sie mir, Ihnen mitzuteilen, dass der Beitrag unserer Familie zum kleinen Wasserkreislauf wie folgt aussieht:

Bis zum 08.06.1999 haben meine Familie und ich (Saunagänger und Langzeitkaltduscher) täglich im Mittel 617 Liter Trinkwasser vom Versorgungsverband gekauft und durch den häuslichen Gebrauch (selbstverständlich auch mit Urin und Fäkalien) belastet.

Eben seit o.g. Termin haben wir eine naturnahe Nutzwasserrückgewinnungsanlage auf dem Grundstück in Betrieb. Wir bereiten das Wasser zur Mehrfachnutzung auf dem Grundstück wieder auf. Die Ergebnisse sind unter www.ingenieurteam.net nachzulesen. Bakteriologische bzw. biologische Untersuchungen in den vergangenen 20 Monaten weisen Qualitäten gemäß EU-Badegewässerverordnung v. 08.12.1975 nach, die erlaubte Grenzwerte bei weitem unterschreiten. Bei der Wasserprobe vom 23.02.2001 ist für die Keimzahl bei 20 °C der Leitwert von 500 KBE/100 ml *) überschritten, der Grenzwert von 10.000 KBE/100 ml aber bei weitem eingehalten.

Durch die Nutzwasserrückgewinnung und Bereitstellung zur Benetzung des Wurzelraumes von Kulturen in der Außenanlage ging die Entnahme aus dem Trinkwassernetz auf 458 Liter pro Tag zurück.

Am 19.03.2001, also Montag wird die Nutzwasserrückgewinnungsanlage **) mit minimalstem Aufwand derart ausgebaut, dass die Waschmaschine, das Gäste-WC ***), eine Zapfstelle zur Entnahme für Reinigungszwecke und sonstigen Nutzwasserbedarf angeschlossen werden können. Das Trinkwassernetz bleibt selbstverständlich unangetastet. Bei der Industrie spricht man vom Brauchwassernetz, wir sprechen vom Nutzwassernetz.

Durch integral nachgewiesene Prognose lässt sich unser Trinkwasserbedarf auf 280 Liter täglich absenken. Reserven (Langzeitkaltduschen; weitere Verbraucher) sind noch nicht berücksichtigt! Oder war´s der Dreisatz?

Bei dieser Gesamtlösung handelt es sich, auch wenn es dem Versorgungsverband nicht gefällt, um ein abwasserfreies Grundstück. Die Position des Landesverwaltungsgerichtes vermögen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einzuschätzen, aber wir orientieren uns am Positiven.

Zwischen Daumen und Zeigefinger werden 1.496,38 DM im Jahr weniger bewegt, wenn es gelingt, keinen Kanalbaubeitrag zu leisten. Andernfalls werden überflüssigerweise das persönliche Zinskonto um weitere 648,70 DM jährlich belastet. Der spezifizierte Nachweis kann unter http://www.kommunalfenster.de/index-buergerinfo.htm THEMEN BÜRGERINFO "Das Abwasserfreie Grundstück - zwei Varianten einer Vergleichsrechnung" nachgelesen werden.

Auch lohnt sich schon einmal unter THEMEN ALTERNATIVES KOMMUNALMANAGEMENT
"Nutzwasser- und Energiespargenossenschaft Nord eG" (Reg.-Nr. 195 seit gestern hurra! Gegründet 16.12.1999 !!!!) nachzulesen, das Instrumente geschaffen wurden, wo der Bürger das Wasser behandelt und nicht behandelt wird. Siehe in diesem Zusammenhang auch unter Subsidiarität (Das Wort kannten wir vor 2 Jahren auch noch nicht)

Sicherlich sind bei Betrieb, Pflege, Wartung und Unterhaltung hier und dort ein paar Eigenleistungen notwendig. Ich kann aber versichern, dass ich in unserer ausgeprägten, gut funktionierenden und vor allen Dingen immer bereiten Dienstleitungsgesellschaft ungefähr 100 mal im Jahr den 6-minütigen Tankvorgang meines Autos völlig selbständig erledige. Ich erfahre weder Unterstützung durch die Mineralölkonzerne, noch vom Betreiber der Tankstelle. Sag ich ja, wenn man nicht alles selber macht. Entschuldigung; Trinkwasser wird immerhin für Scheibenputzen bereitgestellt. Eigentlich will ich damit nur sagen, dass ein Schilfbeet mit nachgeschalteter Technik auch nicht mehr als 10 Stunden im Jahr in Anspruch nimmt.

Versäumen Sie bitte auch nicht, meinen Freund Siegbert Mahal unter www.nutzwasser.de zu besuchen. Der hat Ahnung! Und Herr Schmidt in Potsdam http://www.naww.de/ blickt auch voll durch.

Voraussichtlich im Mai 2001 findet der
2. Nutzwassertag und immerhin schon 3. (Ab-)wassertag Cottbus
mit hochkarätigen Referenten zum Thema statt. Sie sind schon heute herzlich eingeladen.


Motivationsgrundlage:

Bei der Schmutz- bzw. Abwasserbehandlung geht es stets um eine Aufbereitung und Inwertstellung eines Stoffes, der im Sinne der Kreislaufwirtschaft weiter zu nutzen ist. Es handelt sich nicht um einen Selbstbefriedigungsakt, sondern um einen aus der Berufung heraus notwendigen Schritt, als Beratender Ingenieur Vorbild zu sein. Beratende Ingenieure/innen üben einen Beruf aus, der ihnen eine hohe fachliche, sittliche, ethische und moralische Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen und den natürlichen Existenzgrundlagen auferlegt und müssen bereit ist den Menschen und der Natur zu dienen.


*) Leitwert Messwert nach Gutachten Grenzwert nach EU-Richtlinie
500 KBE/100 ml 1.000 KBE/100 ml 10.000 KBE/100 ml

**) Die NWRA verfügt bereits über eine 3.500 Liter große Zisterne

***) darf die Familie aber auch benutzen

Gast (Bea)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.02.2001
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Der Fuchs vom 07.09.2000!  Zum Bezugstext

Hi ich hab zwar keine Infos über Trinkwasser aber ich habe eine Bitte an dich.
Falls du schon was gefunden hast über dieses Thema, kannst du mir das vielleicht auch dann schicken. Ich muss nämlich auch einen Vortrag über dieses Thema machen
Danke im Voraus

Gast (Der Fuchs)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.09.2000

Hi Musikman!

Ich hab nur ein kurze Antwort für dich, denn ich bin auch nur ein normaler WasserUser wie du!
Ich denke mal: Wenn das (Trink)Wasser für die Spülmaschine, oder
die Waschmaschine genutzt wird, heißt das noch lange nicht, dass das Wasser verbraucht ist! Es is ja nich aus der Welt!
Man kann es wieder reinigen und als Trinkwasser verwenden! Was glaubst du wo das Wasser, dass du gerade trinkst schon überall war?
Naja! Ich hab auch ein Problem! Ich muss ein Referat über Nutz/Trinkwasser halten!
Ich bin dankbar für alle Informationen!

Der Fuchs


Gast (Rainer Schmitz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  21.09.1999

Hallo Musicman,
Deine Überlegungen sind nicht schlecht. Leider haperts an verschiedenen Dingen. Die Kosten die das zweite Leitungsnetz für das Brauchwasser kosten wären zu groß. Die Wasserversorgungsunternehmen sind keine Patrioten im Bereich Wasserversorgung, hier wird auch scharf kalkuliert. Die bisherigen Wasserwerke müssen dann weniger Wasser liefern. Die Aufbereitungsanlagen laufen dann unwirtschaftlich. Neue Wasserwerke müßten gebaut werden die dann das Brauchwasser aufbereiten, auch Brauchwasser muß aufbereitet werden bevor es in die Leitung kommt. Es muß belüftet werden um die agressive Kohlensäure zu entfernen, denn diese würden die Rohrleitungen zerstören. Eisen und Mangan müssen aus dem Wasser gefiltert werden, denn diese würden die Rohrleitungen zusetzen. Diese Aufbereitungsschritte werden auch für normales Trinkwasser benutzt, also ist vom Kostenaufwnd kein großer Unterschied zu verzeichnen. Auch die Hausinstallationen werden einen enormen Mehraufwand kosten, alle Leitungen müssen auch im Haus doppelt verlegt werden(Trinkwasser und Brauchwasser).Auch alte Häuser müßten dann komplett mit einem neuen Leitungsnetz ausgestattet werden, die Kosten würde kaum ein Hausherr bezahlen und wenn dann nur ein geringer Teil der Bevölkerung das Brauchwasser benutzen würden(Neubauten), dann wäre das für die Wasserversorgungunternehmen ein unwirtschaftliches Konzept. Aber das Wichtigste Argument dagegen: In der Strasse müssen die beiden Rohre unterschiedlich gekennzeichnet werden und trotdem kann es zu Fehlanschlüssen durch Firmen kommen, das hätte verherende Folgen wenn das Brauchwasser in das Trinkwassernetz kommen würde. Das verkeimte Brauchwasser würde in das Trinkwassernetz gelangen und einen großen Teil des T.netzes verkeimen. In einem anderen Bereich wird dein vorgeschlagenes System aber genutzt. In der Industrie werden über 50% des Trinkwassers benutzt. Hier werden schon seit längerem eigene Brunnen gebaut und verbrauchtes Wasser wieder aufbereitet.

Rainer




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