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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Eisenwert 17mgl Fermanox oder Kiesfilteranlage geeignet?
Stivikivi
(Mailadresse bestätigt)

  26.04.2020

Guten Tag,

ich habe leider im Netz keinerlei so hohen Eisenwerte gefunden. Das höchste waren Beiträge mit teils 1-8mg/l meine Werte übersteigen diese ja bei weitem..

Grenzwert liegt ja bei 0,2mg/l.

Hat jemand Erfahrung mit den oben genannten Anlagen und deren Filterleistung? Schafft die Anlage solch hohe Werte?

LG
Steven



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  27.04.2020
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Stivikivi vom 26.04.2020!  Zum Bezugstext

Hallo Steven,
danke für die Blumen. Deine Lesart, dass auch eine teilweise Enteisenung nicht zum Ziel führt, ist richtig. Wenn belüftetes eisen-2-haltiges Wasser in den Brunnen eingeführt wird so  wird er sehr schnell verockern. - Die rein chemische Oxidation und Ausfällung störender Stoffe im belüfteten Behälter ist häufig durch Huminstoffe gehemmt. Schnelle Reaktionen erreicht man fast immer nur durch intensiven Kontakt des Wassers mit einem Biofilm aus eisen- bzw. manganspeichernden Mikroorganismen. Ein wirksamer Bewuchs bildet sich auf jeder Art von Füllkörpern, erfahrungsgemäß reicht dazu nicht ein frei schwebendes Flockenbett. Statt  rückspülbarem Kiesbett (geeignet nur für geringere Eisengehalte) wäre möglicherweise die mehrfache (wegen des Sauerstoffbedarfs) Durchleitung des Rohwassers durch einen Rohrreaktor mit oder ohne Füllkörpern. Eigene Untersuchungen mit höheren Eisengehalten zeigten dauerhaft sehr gute Ergebnisse mit einem Rohrreaktor ohne Füllung. Zwei Minuten Aufenthaltszeit reichten aus. Bei hinreichender Geschwindigkeit werden Eisenoxidhydratablagerungen auch kontinuierlich wieder ausgetragen und können recht gut durch Sedimentation abgetrennt werden.
Das ganze Verfahren ist jedoch sehr aufwändig und bedarf intensiver Vorversuche. Nicht zu vergessen: das so aufbereitete Wasser muss dann ein zweites Mal gepumpt werden.
Mein Rat: nur bei sehr hohem Wasserverbrauch oder nicht verfügbaren anderen Quellen sollte man sich weiter mit diesem Wasser beschäftigen. - Wenn noch nicht geschehen, so könnte der Eisengehalt im Brunnen auch bei längerem Abpumpen (mehrere Tage) noch sinken und Fermanox oder Kiesfiltration wieder in Betracht gezogen werden.
Grüße, renrew
Stivikivi
(Mailadresse bestätigt)

  26.04.2020
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 26.04.2020!  Zum Bezugstext

Hallo Renrew,

hab Dank für deine Antwort.

Vieler deiner Beiträge vor allem im Bezug auf Eisen habe ich bereits gelesen umso froher bin ich das du in meiner Frage eine Antwort hinterlassen hast.

So wie ich das zwischen den Zeilen lese, heißt das quasi das sich das ganze eher nicht lohnen würde?

Selbst wenn der Eisengehalt von 17mg/l auf beispielsweise 10mg/l reduzieren könnte wäre das trotzdem noch zu viel und braune Ablagerungen und ggf. Eine Verockerung des Brunnens lässt sich somit auch nicht wirklich beseitigen quasi ein Tropfen auf dem heißen Stein also.

Würde denn eine Alternative Methode zum Beispiel der Zwischenlagerung in einen 1000l IBC Behälter und das ganze dann mit geeigneten Mitteln zu belüften und dann über einen Kiesfilter laufen zu lassen? Wäre diese Art und Weise der Eisenfällung eher vom Erfolg gekrönt? Vorrausgesetzt die anderen Bestandteile wie Mangan etc werden mitunter auch durch den zugeführten Sauerstoff ausgefällt.

LG
Steven
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  26.04.2020

Hallo Stivikivi,
beide Verfahren beruhen auf der Oxidation von gelösten Eisen-2-ionen zu schwerlöslichen Eisen-3-Verbindungen die dann entweder im Aquifer oder in der Kiesfilteranlage festgelegt werden. Aus der Formel      4 Fe2+ + 3 O2 --> 2 Fe2O3    ergibt sich ein Sauerstoffbedarf von über 7 mg/L für 17 mg/L allein für die Oxidation des Eisens. Für eine erfolgreiche Enteisenung müssen andere Stoffe wie Mangan, Methan, Sulfide auch mit oxidiert werden. Das Fermanox - Verfahren verwendet belüftetes Wasser für die Oxidation. Die Löslichkeit von Sauerstoff in Wasser reicht nicht aus, um auf diese Weise genügend Sauerstoff In den Boden zu bringen. Auch die Belüftung und anschließende Kiesfiltration wird wegen hoher Belastung des Filters (d.h. häufige Rückspülung der Anlage) wenig Sinn machen. Größere Anlagen belüften das geförderte Wasser und schalten eine Sedimentation vor das Filter: aufwändig und teuer.
Gruß, renrew



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