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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Muffiges Wasser Ratlosigkeit
GrünBäcker
(Mailadresse bestätigt)

  06.08.2019

Hallo zusammen,

Ich wende mich an euch, denn ich habe langsam keine Idee mehr. Wir haben vor zwei Jahren neu gebaut und Leitungen aus Aluverbundrohr im Haus. Nun habe ich vor einiger Zeit gedacht, nach einer gebrauchten Wasserenthärtungsanlage zu schauen.  Kurze Zeit später wurde ich fündig und kaufte eine Grünbeck Duplex Anlage (gsx5).
Dieser Anlage gab ich anschließend zum Kundendienst Partner, welcher sie komplett reinigte und auf Funktion überprüft. Die Harze sind nicht neu gekommen. Seiner Aussage nach war der Rest der Anlage in Ordnung.
Direkt nach der Reinigung verbauten wir die Anlage in unserem eigentlich ja noch recht neun Rohrnetz. Es dauerte circa vier Wochen bis im Wasser quasi weiße Stoffe beim abfüllen in eine Karaffe erkennbar waren. Außerdem roch das Wasser in etwa so, wie wenn man am Aquarium den Deckel aufmacht.  Ich rief den gleichen Herren, welcher zu uns nach Hause kam um unser komplettes Rohrnetz über Nacht mit einer Menge von 2 mg Chlor zu chloren. Seiner Aussage nach tötet das auf jeden Fall alles ab. In der Tat war so, die weißen „Stoffe“ welche im Vorfeld immer in der Karaffe rum wirbelten waren ab dem nächsten Tag nicht mehr da.

Leider ist es nun so, dass wir nun, circa drei Wochen nach der Chlorung wieder an dem Punkt sind, dass das Wasser langsam anfängt zu riechen. Eine thermische Desinfektion auf über 65° bringt mich auch nicht weiter, das Wasser riecht weiterhin nach Aquarium.

Es ist viel mehr immer so, dass der erste Stoß aus der Mischbatterie am Morgen danach immer sehr intensiv riecht, also wenn das Wasser quasi über Nacht gestanden hat. Kann es an den thermischen Gegebenheiten liegen und müssten dieser „Biofilm“ auch bei 65 Grad sterben und der Geruch verschwinden? Oder wird es an der Anlage liegen, Harze, Dichtungen etc., so dass dadurch quasi immer neue Stoffe nachgeliefert werden? Ist hierfür nicht eigentlich das Salz und das daraus erzeugte Chlor zuständig das zu verhindern?


Bringt es etwas, wenn ich die den Bypass zudrehe, den Boiler auf 75grad durchheize und dann einige Tage ohne die Anlage versuche? Oder sind diese Stoffe jetzt wieder im Boiler und der muss gechlort werden?

Ich bin mir bewusst, dass wir uns über Trinkwasser unterhalten, gerade deswegen erschreckt es mich ja so, dass der Techniker so ahnungslos erscheint.

Ich danke euch für eure Unterstützung.

Herzliche Grüße



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 5
GrünBäcker
(Mailadresse bestätigt)

  09.08.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 07.08.2019!  Zum Bezugstext

Guten Morgen,

Ich denke die Anlage am Bypass ab zu drehen, so dass nicht mehr zu gemischt wird wollen wir wieder voll kommen hartes Wasser haben wäre erst mal die beste Idee. Danke dafür. Meine Frage jetzt allerdings, reicht es wenn ich unseren Trinkwasser Speicher somit komplett einmal durch Spüle oder muss ich hier wieder mit Chlor tätig werden,  damit erst mal diese „Algen“ wieder weg sind?

Vielen Dank und herzliche Grüße


Bernhard Schmitt
berndschmitt1aol.com
(Mailadresse bestätigt)

  07.08.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 07.08.2019!  Zum Bezugstext

Hallo Renrew,
da muss ich doch etwas korrigiernd eingreifen. Natriumchlorid ist in dem Fall kein Zusatzstoff, sondern Regeneriermittel. Das Austauscherharz wird zur Regeneration mit der Kochsalzlösung durchströmt und während dessen wird mit einer Elektrolysezelle aus etwas Chlorid Chlor erzeugt, das soll das Harzbett desinfizieren (wir reden von DVGW geprüften Anlagen). Während des kompletten Regenerationsvorganges fließt das Wasser in den Kanal, der Kunde erhält bei Einsäulenanlagen unbehandeltes Rohwasser, bei 2 Säulenanlagen Weichwasser über die andere Säule.
Die Regeneration selbst endet mit dem Ausspülen der überschüssigen Sole, erst danach wird die Säule wieder in Betriebsrichtung freigegeben. Aus diesem Grund ändert sich auch am Chloridgehalt im enthärteten Wasser nichts, es sei denn, die Anlage hätte die Sole nicht vollständig ausgespült, was z.B. bei sehr niedrigem Netzdruck passieren kann.
Gruß Bernhard.
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  07.08.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bernhard Schmitt vom 07.08.2019!  Zum Bezugstext

sehr gut, habe dazugelernt; hoffentlich funktioniert die Elektrolyse
Renrew
Bernhard Schmitt
berndschmitt1aol.com
(Mailadresse bestätigt)

  07.08.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 07.08.2019!  Zum Bezugstext

Hallo Renrew,
ich zitiere mal aus der Grünbeck Homepage:

" Kann es durch den Betrieb der Anlage zu Verkeimungen im Wasser kommen?

Nein, da bei jeder Regeneration, die mit Kochsalz (Natriumchlorid) geschieht, durch ein spezielles Elektrolyseverfahren aus dem Chlorid freies Chlor erzeugt wird, welches das Ionenaustauschgranulat desinfiziert."

Das ist Standard bei DVGW geprüften Enthärtungsanlagen. Das hier beschriebene Problem kenne ich aus der Zeit, als ich noch für den größten Wasseraufbereiter Europas gearbeitet habe. Neue Enthärtungsanlage ausgeliefert, nach ein paar Tagen begann das Wasser unangenehm zuriechen insbesondere das Stagnationswasser am Morgen.  Wir haben dann auch das Leitungsnetz inkl. Warmwasserbereiter hochgechlort ( ca 50 mg/l ) und 2-3 Stunden einwirken lassen und dann wieder chlorfrei gespült.In den meisten Fällen war das Thema dann erledigt, aber halt nicht in allen. Diese Fälle haben wir dann derart nachbehandelt, dass wie eine weitere Desinfektion. jetzt aber mit Peressigsäure, durchgeführt haben. In den mir bekannten Fällen war danach auch Schluss mit der Belästigung.
Mir sind aber auch Fälle zu Ohren gekommen, das Kundendiensttechniker bei Wartungsarbeiten vom Kunden direkt auf das stinkende Wasser angesprochen wurden, die haben dann schlicht und einfach die Chlorerzeugungselektroden stromlos gemacht und das Problem war gelöst. Unser damaliger Biologe hat es sinngemäß so erklärt: Es gibt wohl Keime, die durch die bei der Regeneration entstehende Chlorkonzentration nicht abgetötet werden und so später doch ins Leitungsnetz gelangen. Die haben dann auf der Leitungsoberfläche ansiedeln und haben praktisch keine Konkurrenz bzw. Fressfeinde mehr und können sich so drastisch vermehren. Deren Stoffwechselprodukte sollten dann für den Gerucch verantwortlich sein. Es wäre einen Versuch wert, das mal zu testen, wobei ich ausdrücklich darauf hinweise, dass damit die Grundlage für das DVGW Prüfzeichen entfällt und die Anlage mit einem Systemtrenner vom öffentlichen Netz zu trennen ist.
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  07.08.2019

Hallo GrünBecker,
du schreibst zur Grünbeck Wasserenthärtungsanlage:„Ist hierfür nicht eigentlich das Salz und das daraus erzeugte Chlor zuständig das zu verhindern?“
Enthärtungsanlagen verwenden gewöhnlich Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz) als Zusatzstoff. Im Ionenaustauscherharz werden die Härtebildner des Wassers (Calcium- und Magnesiumionen) teilweise oder ganz durch Natriumionen ersetzt. Die Chloridionen bleiben im Wasser. Gesundheitlich und häufig auch geschmacklich ist härteres Wasser günstiger als weiches. Für die Installation, besonders für Warmwasserbereitung, für Waschmaschine, Wäsche und Spülmaschine ist weicheres Wasser besser. Chlor, das desinfizierend oder desodorierend wirkt, entsteht an keiner Stelle des Prozesses. Als ersten Versuch sollte man vielleicht die Enthärtungsanlage (vorübergehend ?) außer Betrieb nehmen.
Gruß, Renrew



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