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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Lohnt unterirdische Enteisenung?
Newman
(Mailadresse bestätigt)

  08.01.2019

Hi Leute, eine Frage...

Ich besitze seit gut 2-3 Jahren einen Tiefbrunnen (57m tief, 4" Rohr, davon 8m Filter 3")

Mit diesem Brunnen speise ich Gartenbewässerung und Brauchwasser im Haus. Leider hab ich im Grundwasser einen sehr hohen Eisenanteil. Direkte Messwerte hab ich jetzt so nicht, dafür aber braune Pflanzen, Gehwegplatten und anderes Gedöns. Grad beim Garten wässern muss ich sehr aus die Fassade des Hauses achten.

Jetzt hab ich heut von der unterirdichen Enteisenung gelesen, die sich erstmal interessant anhört. Die Frage für mich ist, wie der Aufbau eines solchen Systems ist, und für welche Wassermengen es geeignet ist. Zur Info... Übers Jahr gesehen fördert der Brunnen schon mal 1000m³ und mehr!!!

Weiterhin arbeitet die Anlage nicht mir Druckschalter im eigentlichen Sinne, sondern mit einer Drehzahlregelung für die Tiefbrunnenpumpe, und einem Druckkessel von nur 24 Litern! (Einfach, weil kein Platz für was größeres vorhanden wäre...)

Die Pumpe im Pumpen/Brunnenschacht hängt derzeit bei ~33m. Ruhewasserstand liegt bei 18m, unter "Last" geht er auf 28m runter. Steuerung, Sedimentfilter und Wasserzähler sind im Haus/Keller verbaut.

Frage:
Lässt sich das Prinzip der unterirdischen Enteisenung auch bei meinen Gegebenheiten anwenden?
Lässt es sich auch bei meinem Wasserverbrauch sinnvoll anwenden?

Ein Thema, das mich da sehr interessiert...

Zitat: "Die unterirdische Enteisenung durch belüftetes Wasser hat sich ja bewährt und sollte kein Problem sein."

Das ist nur bedingt richtig, denn nach einiger Zeit wird sich im Einzugsbereich des Brunnen soviel "Eisenschlamm" bilden, dass der Brunnen schließlich kaum noch Wasser liefert, quasi verstopft ist. Oberirdische Filter hingegen lassen sich reinigen. Zitat Ende.

Wie sind da die Erfahrungswerte? Ich hab keinen "Bock", das die Quelle in 2 Jahren versiegt. Dafür war die Anschaffung/installation zu teuer.

MFG Andy



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  09.01.2019

Hallo Andy,
ein immer wiederkehrender Einwand gegen die unterirdische Enteisenung, auch „in-situ-Enteisenung“, „subterrestrischen Wasseraufbereitung“ oder auch „Fermanox-Verfahren", ist die Befürchtung, dass der Brunnen bzw. die Pumpe verstopft, verockert oder sonst wie unbrauchbar wird.
Grundwasser mit gelöstem Eisen (Mangan) wird im Einzugsbereich des Brunnens mit sauerstoffhaltigem Reinwasser versetzt. Dadurch bilden sich schwer lösliche Eisenoxidhydrate, die sich dort ablagern, wo noch gelöstes Eisen vorhanden ist. Das heißt, dass bei funktionierender Enteisenung Brunnen, Pumpe und Leitungen weitgehend eisenfreies Wasser bekommen. Wird das Porenvolumen im nahen Brunnenbereich geringer, so verlagert sich die Enteisenung weiter nach außen. Voraussetzung ist dabei, dass auch dort noch genügend (Luft-) Sauerstoff zur Oxidation vorhanden ist.
Hier im Forum sowie unter den oben genannten Stichwörtern finden sich Hinweise und Erfahrungsberichte fast ohne Ende.
Das Verfahren ist einfacher, sicherer und preiswerter (wenn es funktioniert). Probleme kann es bei zu hohen Geschwindigkeiten im Grundwasserleiter sowie bei zu hohen Eisengehalten und anderen sauerstoffzehrenden Stoffen (Mangan, Ammonium, Methan, TOC) geben, wenn nicht genügend Sauerstoff eingebracht werden kann.
Gruß, Renrew



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