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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Neuer Bohrbrunnen - Klarspülen....
BahnhofDieterode
(Mailadresse bestätigt)

  31.01.2016

Hallo zusammen!

Nachdem wir unseren 101 Jahre alten Schachtbrunnen nicht für "das in Verkehr bringen" von Trinkwasser nutzen dürfen - was tatsächlich nur auf den Baustandart zurückgeführt wird und nicht auf die Trinkwasserqualität, welche einwandfrei ist- haben wir uns entschlossen einen neuen Bohrbrunnen bohren zu lassen. Unsere Quelle für öffentliche Zwekce zu nutzen wäre sinnfrei teuer...

Neuer Brunnen:
Bohrung 150mm, 12m Tiefe, Wasseranschnitt -5,50m und 10,5m.

Boden ist Sandstein-Lehmschluff Gemisch. Unheimlich festes Material. Die Brunnenbauer waren erstaunt, das es da Wasser draus gibt.

Unser alter Schachtbrunnen liefert ca. 500-700l / Tag. der neue Brunnen ca. 250-300 l/ Std.

Jetzt meine Frage: Wie lange kann sich denn bei solchen feinen Material in der Nähe der Grundweasserleiter das Klarspülen hinziehen? Das Wasser sieht nach wie vor leicht "milchig" aus und wird nicht richtig klar.
Die Wassermenge ist natürlich nicht berauschend und daher denke ich mit 3 Tagen dauerspülen sind wir noch im Soll, aber hört das irgendwann mal auf??? Die Schüttung scheint langsam aber stetig zuzunehmen, was sich mit dem Auspumpen der Feinstanteile im Wasser erklären lässt.

Was ist besser: Dauerpumpen oder stoßweise eine größere Menge entnehmen und wieder ruhen lassen.....

Schönen Sonntag!

Grüße
Christoph -der seinen alten Account verlegt hatte ;) -



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 6
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  08.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von BahnhofDieterode vom 01.02.2016!  Zum Bezugstext

Hallo,

der Brunnen hat 2 Filterstrecken (1x2m / 1x1m), die dadurch erschlossenen Bereiche (vermutl. die Sandsteinlagen) werden auch unterschiedliche Wasser liefern.

So kann es sein, dass du mit dem bisherigen Klarpumpen nur einen der beiden Filterbereiche entwickelt hast – den besser durchlässigen -  und der andere für die noch vorhandene Trübung verantwortlich ist.

Bei der Trockenbohrung wird auch die Bohrlochwand auch im Bereich des Sandsteins mit bindigen Bohrgut verschmiert, das muss durch das Klarpumpen auch noch beseitigt werden.

Bei deinem Brunnen erreichst du erst einmal mehr, wenn du den Wasserspiegel weit absenkst und dann wieder ansteigen lässt.
Dadurch fließt das Wasser mit einer höheren Strömungsgeschwindigkeit in den Brunnen und trägt die Feinanteile besser aus.

Zitat: "...das ein "Schocken" etwas mehr die Wasserführenden Schichten aufbrechen würden."

Verschlossenes Porengefüge wird dadurch besser von den Feinbestandteilen befreit und evtl. vorhandene Klüfte ebenfalls.

Bei wenig Wassernachfluss immer etwas schwierig.
Grundsätzlich geht es darum schnelle Druckunterschiede im Filterbereich / Filterkies und Grundwasserleiter zu erzeugen, so dass das Wasser schnell strömt.

Kolben und zwischenzeitliches Abpumpen wäre auch eine gute Möglichkeit den Brunnen besser zu entwickeln, setzt aber die entsprechende Technik voraus.

Alternativ könntest du die Bohrung auch schnell bis oben mit Wasser auffüllen und sofort anschließend wieder abpumpen.

Gruß
HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von BahnhofDieterode vom 01.02.2016!  Zum Bezugstext

Dann pumpe einmal vorläufig weiter.
Dann ist das Wasser mitunter noch von der Kiesschüttung trübe.

MfG
Heinz
BahnhofDieterode
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von HeinzM vom 01.02.2016!  Zum Bezugstext

Bei 300 l/h sinkt der Pegel auf 6,40. Das Filterrohr sitzt erst ab -8, die Pumpe bei -10m.
Bei 400l/h sinkt der Pegel auf 7,20. RWS ist 4,20m.

Das Bohrprotokoll habe ich nun vorliegen, ebenso den Ausbauplan.

Bis auf die 10cm aufgeschütteten Mutterboden, ist alles bis zum zwölften Meter Tonstein-, Sandsteinzersatz, graubraun.

Wir haben hier nicht viel Wasser, soviel ist schon klar.

Es war eine Trockenbohrung, ohne Zusätze.
HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von BahnhofDieterode vom 01.02.2016!  Zum Bezugstext

Der Brunnen wird m.E. doch bereits zum jetzigen Zeitpunkt überlastet. Der Wasserpegel wird sicherlich bei einer Wasserentnahme bis in den Filterbereich abfallen. Unschlüssig ist für mich auch der gesamte Brunnenausbau, wenn es sich um Festgestein handelt, hierzu zählen ja auch Schluffstein, Sandstein etc.
Das Milchige kann u.a. von einer eingesetzten Bohrsuspension her rühren.

MfG
Heinz
BahnhofDieterode
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von HeinzM vom 01.02.2016!  Zum Bezugstext

Ich weiß, dass dies eigentlich die Aufgabe der Brunnebauer ist. Nur das Klarpumpen bei dem Boden, würde die Bohrkosten weit über das doppelte übertreffen...

Der Pumpversuch brachte 300l/Std, was für uns hier völlig ausreichen würde (müssten wir eh zwischenspeichern-jetzt schon der Fall) aber es will nicht wirklich klar werden. Den Brunnen zu überfahren habe ich auch nicht vor, auch wenn das die Brunnebauer gesagt haben, das ein "Schocken" etwas mehr die Wasserführenden Schichten aufbrechen würden.

Brunnenaufbau:
-12 m
12-11m Sumpfrohr
11-10m Filterrohr (0,3)
10-8m Vollrohr
8-6m Filterrohr (0,3)
6-0m Vollrohr.
Kiesschüttung 1,25-2mm und 2-3,5mm

HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2016

Hallo,

"Was ist besser: Dauerpumpen oder stoßweise eine größere Menge entnehmen und wieder ruhen lassen....."

Normalerweise eine Kombination aus beiden Verfahren, welche zum Aufgabenbereich des Brunnenbauers gehören.
Das Klarspülen wird i.d.R. solange durchgeführt, bis die Sandführung im geförderten Wasser ca. 1g pro m³ beträgt.
Bei stetiger Zunahme der Wasserführung des Brunnens wird auch die Pumpleistung erhöht und sollte um das 1,5 fache der späteren Leistung betragen.

Dein Brunnen wurden hier anscheinend in einem Wassergeringleiter abgeteuft, ob sich hier nun tatsächlich noch eine Leistungssteigerung erziehlen lässt, wage ich zu bezweifeln. Auch ist hier nichts über den Brunnenaufbau bekannt.

Gerade in Feinsand und anderen Wassergeringleitern wird versucht, durch eine entsprechende Filterkiesschüttung, das Fassungsvermögen des Brunnens zu erhöhen. Verlängerte Filterstrecken erhöhen den Zulauf.

MfG
Heinz



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