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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Bitte um Hilfe zur richtigen Pumpe
elur
(Mailadresse bestätigt)

  12.06.2015

Hallo,

ich hätte auch mal ein paar Frage an die Profis und Experten und hoffe mir kann jemand helfen. Wir haben schon im letzten Jahr einen Brunnen (15m) bohren lassen. Mittlerweile habe ich rund herum die Erde ausgehoben, eine Art Bodenplatte gegossen und nächste Woche kommen dort Betonringe rein. 2 Ringe 50cm hoch und einer mit 25cm, Innendurchmesser 1,5m. Das blaue, ich nenne es mal KG-Rohr, gugt noch ungekürzt aus der Erde heraus. Im Garten habe ich 4 PE-Schläuche verlegt (ca. 1,20m) tief für Gartenwasserhähne und einen PE-Schlauch habe ich ins Haus verlegt. Das ist der aktuelle Stand.

Nun soll eine Pumpe rein die genug Wasser fördert um z.b. 2-3 Rasensprenger gleichzeitig zu versorgen und (falls wir es irgendwann mal anschließen) auch im Haus WC's und Waschmaschine versorgen kann. Bei meiner Suche bin ich bisher bei der Grundfos SQ(E) 3-65 oder SP 3A-15 †hängen geblieben, lasse mich aber gerne von anderen Pumpen überzeugen. Suche aber zuverlässige robuste Pumpen die möglichst sehr lange ihre Arbeit verrichten. Ich persönlich tendiere eher zu der 4-Zoll Pumpe (Drehstrom ist vorhanden) da ich von verschieden Leuten gehört habe diese ist ein wenig robuster gegenüber der 3 Zoll Pumpe ist, allerdings bin ich nicht sicher ob die Pumpe wirklich in das KG-Rohr passen würde. Das 2. Problem ist ich finde keine Infos wie ich die Drucksteuerung bewerkstellige. So wie ich das sehe müsste ich einen Druckschalter z.b. MDR5/5 verbauen aber dieser benötigt doch einen Kessel, oder? Welchen müsste ich da nehmen? Ist das ganze frostsicher? Der MDR5/5 macht wohl bis -5 Grad aber der Kessel? Oder sollte ich doch bei der 3 Zoll SQ bleiben. Ist der Druckschalter z.b. PM2 von Grundfos der einzige den ich brauche oder brauche ich da auch einen Kessel? Wie frostsicher wäre diese Variante? Nützt es eigentlich etwas wenn ich das Zeug später in irgendwas, wie Styropor einpacke?

Ich hoffe ihr könnt mich an euren Erfahrungen teilhaben lassen oder habt ein paar Tipps auf was ich achten sollte bzw. was ich übersehen habe. Für alle Mühe und Zeit bedanke ich mich schonmal im Voraus

Gruß elur



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 8
sepp-s
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 15.06.2015!  Zum Bezugstext

Hallo bei uns werden   Brunnenköpfe mit 3 Anschlüssen  verwendet:Wasser Strom und ent. bzw. Belüftung.  
Dieser Tage musste ein   von  Errichter Firma  vor    etwa 5  Jahren  im Spülbohrverfahren  (mit einen  riesigen  Kompressor)  gebohrter etwa 50 Meter  tiefer Brunnen und mit geschraubten   blauen Rohren   voll verrohrter   Brunnen  wegen  Sand gespült   werden musste. Dabei wurden zwei Schiebetruhen feiner Sand    herausgespült  demnach konnten  auch die eingebauten Filterrohe  einen Sand Eintrag nicht verhindern. Oder ist damals beim bohren doch etwas schiefgelaufen.
Das interessante daran ist dass bei   unsern vor mehr als 10 Jahren gebohrten   und nur  etwa 30 m entfernten und nur teilweise verrohrten Brunnen bisher überhaupt keinen sandeintrag gibt.
Kaum zu glauben das es bei einer  Enfernung von kaum 25m derart starke geologiche Unterschiede gibt.
mfg sepp
elur
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 15.06.2015!  Zum Bezugstext

Sehr gut, dann bestell ich das Zeug mal und bau alles nach Reinigung des Brunnenschachtes ein. Ist mit doch tatsächlich bei einem Wolkenbruch am Wochenende ein Haufen Erde hineingespült worden und das ein paar Tage bevor die Betonringe kommen. Naja, was solls nur gut das die ganze Grube nicht eingestürzt ist.

Ich kann mich gar nicht genug bedanken, du hast mir sehr geholfen. Ist ja leider nicht mehr selbstverständlich heutzutage. Im Falle ich beim Einbau Probleme habe werde ich mich bestimmt wieder melden. Und wenn ich es nicht vergessen gibt es 1-2 Fotos nach Fertigstellung.

Danke
elur
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von elur vom 15.06.2015!  Zum Bezugstext

http://www.erdbohrer.de/Brunnenkoepfe/Brunnenkopf-4-Zoll-DN-100-x-1-1-4-Zoll-profi-mini::867.html

Dieser Brunnenkopf ist besser.

Der 150l Flamco Kessel ist gut. Die Membran kann man zwar nicht tauschen, aber der Preis ist unschlagbar. Und wenn man ab und zu mal die Luft kontrolliert hält er auch viele Jahre.

Der Aufbau passt ansonsten. Im Prinzip brauchst du drei T-Stücke. Einmal Druckschalter, dann Manometer und Kessel(Reihenfolge beliebig). Am Ende kommt dann der Druckminderer.
elur
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 14.06.2015!  Zum Bezugstext

Hallo Brunnenbaumeister,

vielen Dank das du dir die Zeit nimmst um mir zu helfen.

Wenn ich dich richtig verstehe baue ich das ganze also folgendermaßen auf:

1. Brunnenrohr 20cm über Schachtsohle kürzen
2. SP3A-12 rein, oben aus dem Brunnenrohr schauen dann Stromkabel, 40er PE und 3mm Edelstahlseil heraus
3. Brunnenkopf drauf, hab mir mal den rausgesucht: http://www.erdbohrer.de/Brunnenkoepfe/Brunnenkopf-4-Zoll-DN100-x-1-1-4-Zoll-Stuelpsteckkopf::588.html
4. Kessel aufstellen, hab mir mal den gesucht (kein membrantausch möglich!!): http://www.pumpendiscounter.de/ReigaGbR-p411h180s181-Flamco-Ausdehnungsge.html
5. 1 Zoll Rohr vom Brunnenkopf zum Kessel mit einem Abzweig (T-Stück) dazwischen
6. Druckschalter (MDR5/8 auf 3,5 bis 5,5 Bar) am Kessel montieren und Stromkabel der Pumpe am Druckschalter anschießen
7. 1 Zoll Rohr †vom Abzweig zum Druckminderer (4 Bar) hab mir den gesucht: https://www.stabilo-sanitaer.de/druckminderer-dn25-caleffi-druckregler-1-manometer/a-390/
8. Hinter dem Druckminderer kommen dann die Verteilung und Absperrhähne für die einzelnen Verbraucher
9. Manometer zwischen Brunnenkopf und Kessel
10. Sicherung, FI und Motorschutzschalter würde ich dann im Carport installieren, dort kommt eh noch ein Sicherungskasten für Strom Außen hin und von dort geht ein separates 5 adriges Kabel in den Brunnenschacht

Danke und Gruß
elur
Ambergauer Brunnenbau
infoambergauer-brunnenbau.de
(Mailadresse bestätigt)

  14.06.2015

Wenn die PE-Rohre bereits auf 1,20m vergraben sind und der Schacht eine entsprechende Tiefe hat, ist Frostsicherheit gegeben. Zur Situation: Wenn WC und Waschmaschine angeschlossen werden, ist in jedem Fall ein Druckkessel zu empfehlen. Da auch eine automatische Aussenbewässerung installiert wird, empfehle ich einen 300-500l-Behälter, um einen entsprechenden Puffer vorzuhalten. PE ins Haus, Behälter frostfrei aufstellen. Des Weiteren, abhängig von Dreh- oder Lichtstrom, entsprechenden Druckschalter installieren. Fertig. Wenig Technik wie möglich verbauen.
Zusätzlicher Abgang für die Bewässerung. Um 3 Sprenger zu betätigen, abhängig vom Wasserbedarf des jeweiligen Regners, Ventilbox und Steuergerät installieren. Hier empfehle ich Hunter, es gibt aber auch andere...
Merke: Wasserversorgung stets technisch einfach halte. In jedem Fall für die Bewässerung auf 1-Zoll-Leitung gehen. Wenig Wiederstand und exaktere Steuerung.
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  14.06.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von elur vom 14.06.2015!  Zum Bezugstext

Die Wassermenge könnte eventuell auf irgendwelchen Dokumenten/Protokollen vom Brunnenbauer stehen. Ansonsten mal beim Bohrunternehmen anrufen.
Testen kann man das nur mit einem Pumpversuch. Also Pumpe rein und Wasserspiegel messen.

Also sagen wir mal du stellst den Druckschalter auf 3 bis 5 Bar ein. Hinzu kommt da noch die Förderhöhe zwischen Druckschalter und abgesenktem Wasserspiegel beim Pumpen. Sagen wir mal 10m. Zusammen ergibt das einen Arbeitsdruck von 4 Bar bis 6 Bar am Pumpenanschluss. Bei 6 Bar Druck fördert die Pumpe 2,0m≥/h. Das heißt wenn weniger als 2,0m≥/h verbraucht werden schafft die Pumpe den Abschaltdruck. Wird mehr Wasser verbraucht bleibt sie dementsprechend darunter und läuft durch.

Den maximalen Abschaltdruck würde ich bei 5,5 Bar festlegen. Das macht dann 6,5 Bar am Pumpenausgang. 7,5 Bar ist der Maximalwert der SP3A-12. Dann hast du noch 1 Bar Sicherheit.

Bei 6,5 Bar Gegendruck bring die Pumpe noch ca. 1,5m≥/h.
Ein 3/4" Kreisregner wird bei 5,5 Bar ca. 1,5m≥/h durchlassen. Der Regner hat bei 5,5 Bar eine Wurfweite von 15m. Schaltet die Pumpe nun ab und bei 3,5 Bar wieder ein, fällt die Wurfweite dabei auf 13m ab und steigt dann wieder langsam auf 15m.


Ich habe das jetzt mal ausführlich erklärt damit du die Zusammenhänge verstehst. Im Prinzip kann dir das aber komplett egal sein. Denn es gibt ja die tolle Erfindung namens Druckminderer.
Den Druckschalter stellst du also auf 3,5 bis 5,5 Bar ein und den Druckminderer auf 4 Bar.
So hast du einen konstanten Druck. Die Schwankung zwischen 3,5 und 4 Bar ist zu vernachlässigen.


Je größer der Kessel, desto seltener schaltet die Pumpe. Und jeder Start bedeutet im geringen Maße Verschleiß. Allerdings muss die Kesselgröße auch zum Schacht passen.

Brunnenköpfe gib es wie Sand am Meer. Einfach mal bei Ebay oder bei Google suchen. Du brauchst einen DN100x1" oder DN100x1 1/4". Aber bitte keinen Brunnendeckel, die taugen nichts.

Motorschutzschalter gib es auch wie Sand am Meer. Und ich denke da gib es keine gravierenden Unterschiede. Aber mit Markenprodukten(Moeller, ABB) bist du auf der sicheren Seite.
Die Pumpe hat einen Nennstrom von 1,7A. Also sollte der Schutzschalter einen Schaltbereich von 1,6 bis 2,5A aufweisen(es gibt aufeinander abgestimmte Abstufungen).


Bei der Wahl des Kessels solltest du die Finger vom Hersteller Varem lassen. Da hatte ich und viele Kollegen schon einigen Ärger mit.
Bei einem Membranbehälter ist es wichtig das der die Luft möglichst lange hält. Und das tut der Varem-Schrott leider gar nicht.

Zu empfehlen sind Flamco, Zilmet, WiP, Reflex und Well Mate.
Bei der Auswahl solltest du auch die Abmaße der Behälter vergleichen. Well Mate baut gerne schlanke aber dafür hohe Kessel. Das wäre bei deinem Schacht nicht so günstig.
Ich habe in der letzten Zeit auch Ausdehnungsgefäße für Heizungsanlagen verwendet. Die haben auch einen max. Betriebsdruck von 6 Bar und sind erheblich günstiger.
elur
(Mailadresse bestätigt)

  14.06.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 13.06.2015!  Zum Bezugstext

Hallo Brunnenbaumeister,

erst mal  vielen Dank für deine Antwort. Ich gehe davon aus das der Brunnen klar gepumpt wurde, denn meine Frau (ich war leider an dem Tag nicht Vorort) hatte erzählt das der Brunnenbauer nach dem Bohren das ganze Grundstück geflutet hatte und beide anschließend mit einem Glas klaren Wasser aus dem Brunnen 'angestoßen' haben. Wassermenge kann ich jetzt so gar nicht sagen, wie sollte ich das am besten prüfen?

Innendurchmesser vom Brunnenrohr ist 102mm, hab nochmal nachgemessen, also bin ich momentan bei der SP3A-12. Was mir allerdings nicht gefällt ist der 'schwankende' Druck bei geringer Wasserentnahme, kann man dies anders konstruieren? Oder wie hoch groß sind diese Schwankungen? Verstehe ich das richtig, dass wenn hier ein ganz kleiner Kessen zu Einsatz kommt, die Pumpe bei geringer Entnahme permanent am An- und Ausschalten wäre? Welches Kesselmodell würdest du empfehlen? Hast du vieleicht noch eine Empfehlung bezüglich Brunnenkopf und Motorschutzschalter?

Gruß elur
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  13.06.2015

Ich hoffe der Brunnenbauer hat den Brunnen klar gepumpt und konnte auch sagen welche Menge Wasser ihr später fördern könnt. Ansonsten würde ich einen kleinen Pumpversuch empfehlen, bevor viel Geld für eine zu große Pumpe ausgegeben wird.

Wenn der Brunnen genug Wasser bringt:

Also bei einem 15m Brunnen sind SQ3-65 und SP3A-15 zu groß. Der Maximaldruck liegt da ja zwischen 90 und 100m.
Eine SQ3-55 bzw. SP3A-12 wären vollkommend ausreichen.

Wenn dein blaues Brunnenrohr einen Innendurchmesser von 100mm bzw. je nach Wandstärke 102mm hat, passt die SP3A da auch rein. Es ist zwar nicht schön, aber es geht.

Aufgrund der Bauart ist die SP3A robuster als die SQ3. Das resultiert aus einer niedrigeren Drehzahl, Drehstrom anstatt Einphasenwechselstrom und einer Hydraulik bestehend fast komplett aus Edelstahl.
Aber wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel.


Zur Schaltung:

Wird die Pumpe über einen Druckschalter gesteurt ist ein Druckbehälter zwingend erforderlich. Bei der Leistung der beiden Pumpen sollte es schon ein 100l Kessel sein. Größer ist aber, wie so oft, besser.
Zu bedenken ist auch dass bei geringer Wasserentnahme(z.B. 1 Regner, Brause) die Pumpe zwischen den eingestellten Drücken arbeitet. Sie also bei z.b. 5 Bar abschaltet und bei 3 Bar wieder einschaltet. Das heißt die Reichweite des Regners schwankt. Bei größerer Wasserentnahme schafft die Pumpe den Abschaltdruck nicht und läuft durch.


Ein Presscontrol, bei Grundfos aktuell PM1 und PM2 genannt, schaltet bei einem bestimmten Druck ein. Es gibt meistens zwei Varianten, 1,5 Bar und 2,2 Bar. Der Pressure Manager 2(PM2) von Grundfos lässt sich einstellen von 1,5 bis 5 Bar. Das ist zur Zeit das Beste Modell auf dem Markt.

Abschalten tut ein Presscontrol nach Wasserfluss. Also auch bei einem Regner bleib die Pumpe an. Natürlich ist der Druck dabei relativ hoch.
Presscontrols sind ausgelegt für 230V, aber mittels Schütz kann man auch Drehstrommotoren damit schalten.
Ein kleiner Druckbehälter(20l) sollte mit angeschlossen werden um Startzeiten der Pumpe und Druckstöße auszugleichen.
Zu Bedenken ist die Anfälligkeit der Presscontrols gegen Feuchtigkeit. Der Schacht sollte also gut belüftet werden.


Meine Empfehlung:

Eine SP3A-12 mit einen 150l Membranbehälter geschalten über einen Condor MDR 5/8.



Dein Brunnenrohr sägst du 20cm über der Schachtsohle ab. Darüber stülpst du dann einen Brunnenkopf.
Die Pumpe hängst du an 32er oder 40er PE. Als zusätzliche Sicherheit dient ein 3mm Edelstahlseil. Dafür muss ein kleines Loch durch den Brunnenkopf gebohrt werden.

Armaturen wie Druckschalter, Manometer, Schieber etc. kommen auf Brunnenkopf-Höhe und sind somit reativ frostsicher. Der Höchste Punkt ist der Membranbehälter. Da kann der Frost nichts beschädigen. Trotzdem sollte der Deckel gedämmt werden und ein kleiner Frostwächter kann auch nicht schaden. Kostet ja nicht die Welt.

Im Schacht kommt dann auch ein ordentlicher und normgerechter Schaltkasten mit FI, Schmelzsicherungen und Motorschutzschalter.



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