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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
PH-Wert von Umkehrosmosewasser messen
Uli
(Mailadresse bestätigt)

  10.06.2012

Hallo,

die folgende Nachricht habe ich kürzlich an den Hersteller eines 180 Euro teuren Messgerätes geschrieben - kann hier Jemand etwas zur Thematik sagen: Umkehrosmosewasser und PH-Wert messen? Vielen Dank.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vertreiben Sie ein Messgerät, mit dem ich den Ph-Wert und den Redox-Wert von Umkehrosmosewasser messen kann, bzw. das auch diese Werte messen kann, wenn ich Umkehrosmosewasse in einem Ionisierer (Topfgerät, Aquaphaser) basischer mache. Es wird vielfach die Meinung vertreten, dass diese Werte bei Umkehrosmosewasser (welches ja ein fasz reines Wasser ist = reduzierte Leitfähigkeit) mit herkömmlichen Messgeräten unter etwa 2000 Euro nicht messbar sind (aufgrund der fehlenden Verunreinigung des Wassers). Mit dem Messgerät Hanna habe ich bei dem Osmosewasser einen PH-Wert von 7,6 gemessen. Das "Ausgangswasser (Leitungswasser liegt nach Angaben des Wasserwerks bei etwa 7,0 - nach Entzug der Mineralien (Umkehrosmoseanlage) ist ein Absinken zu erwarten. Osmosewasser liegt in der Regel zwischen 5,0 und 6,0 (PH-Wert). Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Herzliche Grüße




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 7
Wassereinrichter
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2012

Hallo Uli,
eben weil das Wasser keine elektr.Leitfähigkeit hat und das zur Messung erforderlich ist, ist die Lösung des Problems relativ einfach. Wie hier schon erwähnt wurde-
KCL-Lösung. Die pH-Sonden werden in der Regel in einer sog. Elektrolytlösung aufbewart. Von WTW gibt es die in 3mol/l Kaliumchloridlösung.
Diese ist pH-neutral. Mit dem aufpuffern des Wassers wird eine stabile Messung möglich. Gib also einfach einige Tropfen davon in dein zu messendes Wasser.
Grundsätzlich gilt eine pH-Messung benötigt Zeit.
Eine Messung kann durchaus 10min dauern bis sich ein stabiler Wert ergeben hat.
Die besten Hersteller die es meiner Meinung nach gibt sind: WTW oder auch Aqualytic.
Hier gibt es auch ein umfassendes Handbuch über die Messmethoden.Preisbereich für mobile und professionell nutzbare Geräte: ab 600,-bis ca. 1000,-€.
Uli
(Mailadresse bestätigt)

  14.06.2012
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Walter vom 12.06.2012!  Zum Bezugstext

Hallo Walther,

danke für deine Ergänzungen. Diese Problematik ist mir bekannt, ist aber nicht wirklich eine solche. Das Trinkwasser steht ja später im Glas auch mehrere Minuten an der Luft, bevor es getrunken wird (ansonsten ist es in einer gut verschlossenen 5 L-Flasche) - das heißt, der Ph-Wert sinkt aufgrund des von dir beschriebenen Umstandes.
Ich lasse das Messgerät lange im Wasserglas (das ander Luft steht) stehen - etwa 7-9 MInuten. In dieser Zeit verändern sich Ph- und Redoxwert noch recht zügig. Danach stagnieren die Werte weitgehend - es scheint also eine Sättigung des Wassers (in Bezug auf die Umgebungsluft) stattzufinden.
Ich ionisiere das Wasser so lange, bis ich nach dem Verschneiden mit dem UO-Wasser und nach 9 Minuten einen Ph-Wert von 7,3 habe - der Redoxwert beträgt dann etwa 20. Ein guter Wert für meine Zwecke.
Ich danke allen herzlich für die Antworten und verabschiede mich.

Alles Gute und gutes wasser

  Uli
Walter
(Mailadresse bestätigt)

  12.06.2012

Hallo Uli
noch eine Anmerkung zum Vorschlag von Tröpfchen.
Man kann auch durch einleiten von reinem Stickstoff während der Messung die Lösung besagter Stoffe verhindern.
lg.
Walter
Walter Wied
(Mailadresse bestätigt)

  11.06.2012

Hallo Uli,

die Problematik der pH-Wert-Messung in "salzfreien" Wässern wurde ja bereits erläutert. Ich möchte jedoch noch zwei Anmerkungen machen.

Zum Besalzen - das heißt zur Erhöhung der elektr. Leitfähigkeit - des Messgutes wird üblicherweise Kaliumchlorid (KCl) verwendet, da dieses Salz in vielen Elektroden als Elektrolyt enthalten ist und somit keine weitere Fremdsubstanz an der Messung beteiligt wird.

Da salzfreie Wässer leicht Luftbestandteile aufnehmen und ein Teil davon (CO2, NOx, SO2 ...) im Wasser zu Säuren reagieren, können diese das Messergebnis verfälschen. Es ist daher ratsam, die pH-Wert-Messung unter Luftabschluß durchzuführen. Dazu kann man beispielsweise die Elektrode in ein Durchflußgefäß eintauchen und durch dieses mittels einem Schlauch das Probegut leiten.

Nun viel Erfolg bei deinen Untersuchungen und viele Grüße aus der Pfalz
Tröpfchen
Uli
(Mailadresse bestätigt)

  11.06.2012
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 11.06.2012!  Zum Bezugstext

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Den Hinweis auf Kochsalz als Hilfsmittel, welches die Leitfähigkeit herstellt und keinen nenneswerten Einfluss auf den PH-Wert hat, hatte ich kurz nach dem Posten meiner Frage in einem Chemieforum auch gefunden.
Nun habe ich viel experimentiert und denke ich habe ausreichend aussagekräftige Messergebnisse.
Es ist natürlich kein High-Endgerät, aber auch kein Billigteil und ich traue ihm schon was zu - ich denke für meine Zwecke reicht es.

Viele Grüße

 Uli
H2O
(gute Seele des Forums)

  11.06.2012
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 10.06.2012!  Zum Bezugstext

Das Problem rührt weniger vom Messgerät sondern eher von der Glaselektrode die verwendet wird. Bei der pH-Messung wird die Glasquellschicht im Inneren der Glaselektrode mit der äußeren Glasoberfläche verglichen. Die äußere Quellschicht verändert sich je nach pH-Wert der Lösung in die sie eingetaucht wird.

Soviel vereinfacht zur Theorie. Da Glas nicht leitfähig ist, kann nicht einfach ein Kabel dran gelötet werden um den Messwert abzugreifen. Es erfolgt ein sogenannter nasser Abgriff mit einer Bezugselektrode. Das setzt aber voraus, dass das Wasser eine gewisse Leitfähigkeit mitbringt die eben durch Ionen in der Lösung zu Stande kommt. Hat man keine Ionen in der Lösung funktioniert die Messung nicht richtig.

Verschiedentlich wird empfohlen, entsalzten Wasserqualitäten vor der Messung ein Neutralsalz zuzusetzten das die Messung dann ermöglicht.

Noch ein Hinweis: die Lebensdauer von Glaselektroden ist bei Messungen in entionisierten Wässern reduziert. Das liegt daran, dass im Diaphragma Ausfällungen von Silberchlorid begünstigt werden, die die Einstellung des Messwerts verlangsamen oder behindern.

Gruß
H2O  
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  10.06.2012

Zitat:
"die folgende Nachricht habe ich kürzlich an den Hersteller eines 180 Euro teuren Messgerätes geschrieben - kann hier Jemand etwas zur Thematik sagen: Umkehrosmosewasser und PH-Wert messen? Vielen Dank."

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Hallo Uli,

es ist tatsächlich so, destilliertes Wasser und respektive vollentsalztes Wasser entziehen sich gerne den korrekten Messungen mit Billiggeräten.
180 € sind spätestens wenn sie durch entsprechende Marketingkanäle gelaufen sind gewiss nicht der Massstab für vernünftige Meßtechnik.

Die Aussage "180 € teures Gerät" ist aus dieser Sicht nicht nachvollziehbar und ermöglicht dann halt das "Würfeln" mit Ergebnissen. Hinzu kommt, daß vollentsalztes Wasser keine Pufferung aufweist und je nach Art der Umgebungsatmosphäre sehr schnell "wegrennt".
Hier wird von uns kaum jemand tiefer mit Antworten einsteigen, da wir uns hier schon fast im Bereich des Wunschdenkens und der Esotherik befinden.

Ansonst gilt da auch der Spruch; Wer viel mißt, mißt Mist.

Gruß Lothar



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