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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Bitte um Hilfe
philippmatthaeus
(Mailadresse bestätigt)

  19.06.2011

Hall.o zusammen,

bin neu hier und stolpere gerade ziemlich orientierungslos durch dieses Forum, weil viele Beiträge ziemlich alt sind.
Mein konkretes Problem: Hatte kürzlich in verzinkten Leitungen, ca. 35 Jahre alt, einen Lochfrass. Der Flaschner empfiehlt nun zur Vorsorge ein System von Perma Trade für knapp 3000 Euro.
Ziemlich happig.
Habe im Internet gesehen, dass es noch andere Anbieter gibt.
Meine Frage:
Wer kann mich sachlich und unparteiisch beraten, ob eine solche Anlage Sinn macht?
Wenn ja, am ehesten welche?

Im Voraus vielen Dank für Eure Hilfe!



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 8
Bernhard Schmitt
berndschmitt1aol.com
(Mailadresse bestätigt)

  22.06.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ernster Regulator vom 22.06.2011!  Zum Bezugstext

Hallo ER, ich denke, du siehst die Sache zu pessimistisch. Sicher ist deine Aussage richtig für einen Teil der betroffenen Systeme, aber es gibt auch viele Besipiele aus der Praxis, wo eine nachträglich eingebaute Wasseraufbereitungsanllage auf klassischer Basis zur deutlichen Verbesserung der Situation beigetragen hat. D.h. dass die Schadenshäufigkeit deutlich zurückgegangen ist, was dazu führte, dass die eigentlich fällige Sanierung in einzelnen kleineren Abschnitten durchgeführt werden konnte. Uneingeschränkt zustimmen muss ich die hier:  

Nur hilft Dir bei der Sanierung kein Wundermittel und auch keine Geräte, die dem Wasser Informationen vermitteln.

Man muss anhand von Schadensbild, Wasseranalyse und Betrachtung der Betriebsbedingungen ermitteln, ob es eine reele Chance gibt, durch eine Dosierung die Korrosionsgeschwindigkeit zu minimieren. Installateure können das i.d.R. nicht, sie sind auf Hilfe angewiesen, die sie sich leider zu oft an der falschen Stelle holen. Ein erfahrener und seriöser Wasseraufbereiter wird sich mit dem Kunden zusammensetzen und die Chancen und Risiken besprechen. Leider gibt es aber auch unter den Wasseraufbereitern nicht wenige, die nicht in der Lage sind, eine Wasseranalyse richtig zu lesen und zu interpretieren. So ist es für den Laien schwierig, den richtigen Partner zu finden, aber die gibt es durchaus. Am besten ist es wohl, einige Angebote einzuholen und die Verfahren zu vergleichen. Bieten einige das gleiche Verfahren an, ist die Chance gut, dass dieses geeignet ist. Man kann sich auch an einen neutralen Sachverständigen wenden und dann gezielt mit dessen Vorschlag arbeiten, sprich die passenden Angebote einholen.
philippmatthaeus
(Mailadresse bestätigt)

  22.06.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von tröpfchen vom 20.06.2011!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hilfe, das hat mich weitergebracht!

Herzlich Grüße von der Schwäbischen Alb
philippmatthaeus
Gast (Ernster Regulator)
(Gast - Daten unbestätigt)

  22.06.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von philippmatthaeus vom 21.06.2011!  Zum Bezugstext

Guten Tag, Philipp,

in der Tat ist das, was Du schilderst, weder ein Einzelfall noch für den Betroffenen angenehm. Das verzinkte Stahlrohr überlebt im Trinkwasser dadurch, dass es relativ langsam korrodiert, aber in der Regel keine stabilen Schichten bildet. Das führt dann nach Jahren der Nutzung dazu, dass das Wasser rostig wird und dann Wasser dort austritt, wo man es nicht haben will.

Eine Wasserbehandlung hilft dann in keinem Fall mehr dauerhaft, denn die sollen die Bildung stabiler Schichten unterstützen, aber dazu ist es nun natürlich zu spät. Das Geld würde ich, ohne Deine Installation im Detail zu kennen, nicht investieren, weil es wenig wahrscheinlich ist, dass dies noch Nutzen erbringt. Vermutlich wird das Rohr, das bei dem Schaden ersetzt wurde, von innen ziemlich mit Korrosionsprodukten gefüllt sein, und wenn das so ist, wird es in der gesamten Installation ähnlich aussehen.
Wirklich helfen kann Dir nur der etwas tiefere Griff ins Sparschwein, also der Einbau neuer Rohre aus einem beständigen, aktuellen Werkstoff, der für das Wasser, das in Deinem Versorgungsgebiet verteilt wird, geeignet ist. Der Installateur weiß, was er einsetzen kann.

Das sind keine guten Nachrichten, ich bin mir dessen wohl bewusst. Nur hilft Dir bei der Sanierung kein Wundermittel und auch keine Geräte, die dem Wasser Informationen vermitteln. Wenn ein technischer Gegenstand das ende seiner Nutzbarkeit erreicht, muss man auf Dauer ersetzen.

Ob das jetzt noch eine weile gut geht und der nächste Wasserschaden ein paar Jahre auf sich warten lässt oder aber nächste Woche auftritt, kann man nicht sagen. In jedem Fall empfiehlt sich, Mittel bereitzustellen für den Fall, dass es mit den Löchern weitergeht.

E. Regulator
sepp Schick
josef.schick.senioraon.at
(Mailadresse bestätigt)

  21.06.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von philippmatthaeus vom 21.06.2011!  Zum Bezugstext

Hallo  philippmatthaeus du schreibst ja dass wegen des Lochfraßes eine Reparatur nötig war.Dazu  wäre zu sagen  dass man  dies  an den ausgetauschten Teilen erkennen  kann  ob gössere Schäden vorliegen   könnten.
Hast du einen Wasseruntersuchungsbefund ,aus solchen kann man erkennen ob das Wasser  aggressiv ist und welches Rohrmaterial für dein Wasser am besten  geeignet   ist.
mfg sepp
philippmatthaeus
(Mailadresse bestätigt)

  21.06.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von tröpfchen vom 20.06.2011!  Zum Bezugstext

Vielen Dank für die Beiträge, die natürlich wenig tröstlich sind! Aber nach dem ersten Lochfrass war auch nichts anderes zu erwarten.
Dennoch eine Zusatzfrage: Gibt es wirklich kein System, das den Prozess auch bei zugesetzten Rohren noch ein paar Jahre hinauszögern könnte?
Und eine spezielle Frage an Sepp zu seiner Aussage:

"Zudem sollte kontrolliert werden wie der allgemeine  Zustand der Rohre ist , oder ob der Lochfraß nur auf einem  einzigen  Fehler im   Rohr zurückzuführen  ist."

Wie soll bei dieser Kontrolle vorgegangen werden?

Weiterhin vielen Dank für die Hilfe!

philippmatthaeus






Dietmar Klein
(Mailadresse bestätigt)

  21.06.2011

Hallo,

ich hatte ein ähnliches Problem: meine verzinkten Leitungen sind mit Eisen und Mangan einfach langsam zu gewachsen. Nach langem hin und her habe ich mich für eine Komplettsanierung der Leitungen mit Alu-Verbungrohren entschlossen. Da sollte sich nichts mehr ablagern oder durchfressen dürfen. Von allem anderen Hokus Pokus halte ich nicht viel.

Viele Grüße
sepp Schick
josef.schick.senioraon.at
(Mailadresse bestätigt)

  20.06.2011

Hallo philippmatthaeus  auch die Zusammensetzung des Wasser kann  Lochfraß hervorrufen  .So ist etwa der Windkessel in meinem  ehem. Elternhaus schon  mehr als 50 Jahre alt,während der Windkessel in meinen  jetzigen  Wohnort  kaum  15 Jahre hielt was auf den hohen  Eisengehalt des  Wassers   zurückzuführen  ist.Zudem sollte kontrolliert werden wie der allgemeine  Zustand der Rohre ist , oder ob der Lochfraß nur auf einem  einzigen  Fehler im   Rohr zurückzuführen  ist.
Zu Kupfer: nicht jedes Wasser ist Kupferleitungstauglich!
mfg sepp
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.06.2011

Hallo philippmathaeus,

ein Loch in einer 35 Jahre alten Trinkwasserleitung aus verzinktem Stahl ist nicht ungewöhnlich. Diesen Werkstoff würde ich als "nur begrenzt korrosionsfest" bezeichnen und ihn daher nach so langer Zeit komplett gegen stabilere Werkstoffe, z. B. Kunststoff oder Kupfer, austauschen. Das ist zwar technisch und finanziell ein Kraftakt, aber eine sichere Lösung.

Vorbeugend den Korrosioschutz verzinkter Stahlrohre zu verbessern ist meines Erachtens nur bei neuen Rohren erfolgversprechend, das heißt, wenn noch eine "jungfräuliche" Werkstoffoberfläche vorliegt. Man kann dann eine Wasserbehandlung durchführen, also gesetzlich zugelassene Produkte, beispielsweise Phosphate oder Phosphat-/Silicat-Mischungen dosieren. Diese bewirken den Aufbau stabilerer Deckschichten als dies viele Trinkwässer vermögen. Auf vorgeschädigten und/oder mit Belag (Rost, Kalk ...) versehenen Rohrwänden gelingt der Aufbau korrosionshemmender Schichten mittels Wasserbehandlung nur in äußerst seltenen Fällen.

Von dem Perma Trade System halte ich gar nichts. Einerseits fehlt dieser Technik meines Wissens die DVGW-Prüfung, auf der viele Trinkwasserversorger bestehen. Desweiteren wird bei Perma Trade lt. Produktbeschreibung zum Korrosionsschutz Zink in das Wasser abgegeben. Eine "Zinkdosierung" in Trinkwasser ist jedoch nicht erlaubt.

Gruß aus der Pfalz
Tröpfchen  



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