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Kategorie: > Wissenschaft > Wasserqualität
Industrie Wasseraufbereitung
Hubert Rohrmoser
(Mailadresse bestätigt)

  11.05.2011

Hallo zusammen,
ich bin auf der Suche nach Referenzwerte für die Wasseraufbereitung in Industrieanlagen.

Das System besteht aus einem Mischleitungssystem von VA, Eisen, Stahl, Alu, Kunststoff.
2 Kreisläufe offener Kreislauf (Kühlturm 25°C), geschlossener Kreislauf (Ausgang Kältemaschine 7°C)

Hierzu würde mich folgende Wert interessieren
Leitwert, PH-Wert, Gesamthärte, Karbonhärte, m-Wert, Korrosionsfaktor, Verunreinigung usw. Kann mir jemand sagen wo ich hierfür Referenzwerte finde?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Gast (Hubert Rohrmoser)
(Gast - Daten unbestätigt)

  13.05.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Rainer Kluth vom 12.05.2011!  Zum Bezugstext

Hallo Hr. Kluth,
danke für Ihre Antwort. Ich werde über Ihre Hinweise nochmals nachdenken.
mfg.
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.05.2011

Hallo Hubert,

am unkritischsten sehe ich den geschlossenen Kreislauf, sofern dieser wirklich geschlossen ist (Abschluss gegenüber der Atmosphäre mittels Ausdehnungsgefäß, N2- oder Dampfpolster). Derartige Systeme füllt man zweckmäßigerweise mit vollentsalztem Wasser, alternativ dest. Wasser oder Dampfkondensat) und gibt je nach verbauten Werkstoffen einen Korrosionsinhibitor zu. Für Eisenwerkstoffe ist die Alkalisierung (z. B. mit NaOH) ausreichend, bei Vorhandensein von Buntmetallen der Zusatz von Triazolen oder Molybdaten. Letztere schützen auch Al-Werkstoffe. In derart behandelten geschlossenen Systemen gibt es weder Mikrobiologie noch Ablagerungen und man kann mit Korrosionsraten von <0,01 mm/a (an unlegiertem Stahl) rechnen. Lokale Korrosionen treten in der Regel nur bei Fehlkonstruktionen (leitende Verbindung von Werkstoffen stark unterschiedlichem Potentials) auf.

Bei einem offenem Kühlkreislauf spielen bez. optimaler Wasserqualität viele Faktoren (Qualität des Zusatzwassers, Art und Menge der Feststoffbelastung - auch Eintrag aus der Luft -, mikrobiolog. verwertbare Wasserinhaltstoffe, Temperaturniveau - Wasser und Kühlerwände -, Art der Kühler und Wasserführung in den Kühlern, wohin Ableitung der Abflut ....) eine Rolle. Daher kommt man häufig um die gesamte Palette der Wasserbehandlung (pH-Regulierung, Korrosionsinhibierung, Härtestabilisierung, Dispergierung, Biozideinsatz zur Bekämpfung der Mikrobiologie, Teilstromfiltration) nicht herum. Diese komplexe Materie wird in der Regel in die Hände von Fachfirmen (Nalco, Betz Dearborn, Benckieser, Schilling ...) gelegt. Diese Firmen geben Produkteinsatz und die darauf sowie auf die Anlage abgestimmte Kreislaufwasserqualität vor. Da sich die eingesetzten Produkte gegenseitig beeinflussen können und um Diskussionen zu vermeiden, sollte man die gesamte Produktpalette von nur einer Firma beziehen, die dann vielfach auch die analytische Überwachung übernimmt. In offenen Kühlkreisläufen ist mit Korrosionsraten von <0,1 mm/a (an unlegiertem Stahl) zu rechnen. Lokale Korrosionen nicht auszuschließen, aber dann meist auf die bereits o.g. Werkstoffunverträglichkeiten oder Mängel in Wasserbehandlung und/oder Wasserführung (Strömungsgeschwindigkeit) zurückzuführen.

Übrigens ist in Kühlkreisläufen die Reihenfolge der durchströmten Werkstoffe nicht von Belang. Denn was ist in einem Kreis vorn und was hinten?

Gruß aus der Pfalz
Tröpfchen

Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  12.05.2011

Hallo Herr Rohrmoser,

Referenzwerte als solche gibt es hier nicht. Die Wasserbehandlung für einen Kühlkreislauf richtet sich nach folgenden Punkten:
Rohwasseranalyse
verbaute Materialien
vorhandene Aufbereitung des Rohwassers etc.

Nach diesen Punkten wird dann die Behandlung ausgelegt und daraus ergeben sich dann:

Leitwert, PH-Wert, Gesamthärte, Karbonhärte, m-Wert, Korrosionsfaktor.

Bei denen von Ihnen beschriebenn Mischsystem ist vor allem das verwendete Alu kritisch zu sehen da man im Bereich des Korrosionsschutzes extrem auf den pH-Wert acht geben muss damit das ALU nicht korrodiert. Auch die Abfolge der Rohrleitungselemente muß genau geprüft werden , das heisst in welcher Reihenfolge die Werkstoffe verbaut sind (Korrosion durch galvanische Elemente)

Sie sehen das Ihre Frage nicht pauschal beantwortbar ist sondern fallspezifisch gesehen werden muss.

Für weitere Auusagen muss daher mindestens eine Wasseranalyse und Angaben zur Hydraulik vorliegen.

Gruß

Rainer kluth



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