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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Rostwasser aus Zinkleitung
Gast (Stefan)
(Gast - Daten unbestätigt)

  24.12.2009

Hallo zusammen,

ich bin Eigentümer eines 1970 erbauten Zweifamilienhauses mit Einliegerwohnung. Die Einliegerwohnung im Untergeschoss wurde in der Zeit von August 2008 bis Juli 2009 kernsaniert. In diesem Zuge wurde auch ein Großteil der Zinkrohre (nur die Stichleitungen, nicht die Hauptleitungen) durch Kunststoffrohre (Mepla) ersetzt. Am Ende der Hauptleitung (gleichzeitig auch Ende der WW-Umwelzung) schließt sich über ein Reduzierstück eine Zinkstichleitung zur Entnahmestelle in der Küche an. Da die Eckventile in der Küche um ca. 1,5 m versetzt werden mussten, wurde hier die Leitungsführung von mir selbst verändert, da der Installateur, der die MEPLA Verlegerei gemacht hat, leider auch nach mehrmaliger Aufforderung, nicht rechtzeitig kam, bevor der Gipser angerückt ist. Ich habe mir daher für die Leitungsumlegung Schneidkluppen, Schneidöl und Hanf besorgt und habe die Leitungsführung selbst geändert (ganz einfache Änderung mit insgesamt 4 Fitings. Das Wasser fließt in beiden Rohren ausschließlich durch Zinkrohre (definitiv kein Messing oder Kupfer). An dieser Entnahmestelle habe ich nun das Problem, dass sowohl beim kalt als auch beim Warmwasser eine deutlich Trübung auftritt, wenn über mehr als 4 bis 5 Stunden kein Wasser entnommen wurde. Im Perlator findet man nach der Entnahme von einem Spülbecken bereits Rostfarbene Partikel, die sich zwischen Daumen und Zeigefinger zu eine rostigen Mehl zerreiben lassen. Meine Frage ist nun, woher kommt das? Die Küche ist seit November eingebaut, zuvor waren die Anschlüsse seit August 2008 außer Betrieb, aber die Rohre standen unter Druck. Vor Montage der Küche erfolgte eine gründliche Spülung der Rohre direkt an den Eckventilen. Ich persönlich habe sogar den Eindruck, dass die Rostbildung sogar im Dezember zugenommen hat. Der Gesamtzustand der Verrohrung im Gebäude ist durchaus in Ordnung, zumindest meinte das der Installateur, der die Verlegung der Mepla Rohre vorgenommen hat. Er hielt einen generellen Tausch der Rohre nicht für angebracht nachdem er die Rohre an mehreren stellen durchtrennt hatte um Abzweige einzubauen.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Frohe weihnachten!

Gruß Stefan



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 4
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  25.12.2009

Hallo Stefan,

der Einsatz von verzinkten Rohren im Trinkwasserbereich ist möglich, wenn das Wasser eine Säurekapazität Ks 4,3 von >=1,0 mmol/l und eine Basekapazität Kb 8,2 von <=0,5 mmol/l aufweist. Ersteres ist bei eurem Wasser gegeben, für Kb 8,2 (entspr. dem CO2-Gehalt des Wassers) fehlen die Daten. Der pH-Wert deutet darauf hin, dass der CO2-Gehalt erhöht ist. Also wäre das zunächst einmal zu klären.

Desweiteren sind verzinkte Rohre für den Warmwasserbereich unabhängig von den oben genannten Daten ungeeignet. In Ausnahmefällen (deutlich kalkabscheidendes Wasser) können Rohre im WW längere Zeit halten, aber es ist ein Seiltanz.

Korrosionen an Zinkleitungen werden in der Regel nicht sofort bemerkt. Die Korrosionsprodukte der Zink-Deckschicht sind optisch nur schwer erkennbar. Ist die Zinkschicht jedoch soweit abgetragen, dass der darunterliegende Eisenwerkstoff korrodiert, so fallen gut sichtbare Korrosionsprogukte (Rost) an. Dann hilft in der Regel nur eines: Leitungen austauschen.

Sorry, wenn ich dir mit meiner Meinung die Weihnachtstage vermiest haben sollte. Aber die Wahrheit ist eben gelegentlich nicht kuschelweich.

Dennoch weihnachtliche Grüße aus der Pfalz
Tröpfchen
Gast (Stefan)
(Gast - Daten unbestätigt)

  25.12.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ernster Regulator vom 25.12.2009!  Zum Bezugstext

Genutzt wurden die Rohre eigentlich relativ schnell nach dem Einbau. Zwischen Einbau der neuen Rohre und Inbetriebnahme der Küche lagen kanpp 3 Monate. Das komische ist ja, dass das Problem erst jetzt auftritt. Also einige Zeit nach Inbetriebnahme der Rohre. Ferner ist die Situation so, dass die neuen Rohre erst nach den alten Rohren kommen. Sprich das Wasser durchfließt immer zuerst die alten Zinkrohre und gelangt danach in neue über ein Stück von 1,5 Meter durch neue Zinkrohre und anschließend fließt es über die Eckventile in den Wasserhahn.

Gruß Stefan
Gast (Ernster Regulator)
(Gast - Daten unbestätigt)

  25.12.2009

Frohe Weihnachten!

Heutzutage noch verzinkte Rohre einzubauen, wird häufig mit Problemen bestraft. So auch leider hier.

Wenn Du die Rohrleitungen unmittelbar nach dem Einbau nicht nutzt, sondern erst einmal ein Jahr unbenutzt stehen lässt, können sich die für die Beständigkeit notwendigen Deckschichten nicht ausbilden. Es entstehen eben keine stabilen Korrosionsprodukte, die das Ableben der veralteten verzinkten Rohre wenigstens eine Zeit lang verzögern, sondern es bilden sich gleich instabile Korrosionsprodukte. Wenn Du das auch für warmes Wasser gemacht hast: Ganz schlecht, das wird auf Dauer nicht funktionieren. Im kalten Wasser kann es, wenn Du Glück hast, über viel Durchfluss noh zu einer Stabilisierung kommen.

Trotzdem gesegnete Feiertage.

E. Regulator
Gast (Stefan)
(Gast - Daten unbestätigt)

  24.12.2009

Mein Trinkwasser stammt aus dem Tiefbrunnen Lautertal, unter nachfolgendem Link ist die genaue chemische Wasserzusammensetzung des Brunnens in der gelben Spalte angegeben.

http://www.wv-ulmer-alb.de/index.php?p=wasseranalyse



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