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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Physikalische Enteisung
Hannes
lndrecht.de
(Mailadresse bestätigt)

  18.11.2009

Hallo ihr " Wasserkundigen",

ich bin im Besitz einer Brunnenstube Baujahr 1908 ! Es handelt sich um ein unterirdisches Reservoir mit einer Grundfläche von 3 x 4 m und einem Wasservorrat von ca. 7,5 qm. Der Eisengehalt ist leider extrem hoch (ist:6,o mg/L, soll: 0,2 mg/L); gleiches gilt für den Mangangehalt (ist:0,18 mg/L, soll: 0.05 mg/L).
Ich habe unter dem Wasserzulauf ( Rohr in 1,70 m Höhe )in einem Abstand von 70 cm eine perforierte Metallplatte installiert, sodaß der aus dem Zulauf austretende Wasserstrahl dort "aufschlägt" und sich das Wasser mit Sauerstoff anreichert.
Die Folge ist eine äußerst starke Ausflockung (FEIII),
die sich in rostrotem Sediment am Boden des ersten Setzbeckens wiederfindet. Im Boden des Beckens befindet sich ein Ablauf, der sich durch einen außerhalb des Beckens befindlichen Schieber bedienen läßt. Ursprünglich diente der Ablauf lediglich der normalen Reinigung des Sedimentbeckens.
Das Wasser aus der Brunnenstube läuft durch eine Rohrleitung etwa 250 meter talabwärts (Höhenunter-schied ca. 35 meter)zu einem Pumpenhäuschen, um von dort aus mittels einer elektrischen Kreiselpumpe
zu einem Haus ( wiederum 80 meter höher ) gepumt zu werden.
Immerhin habe ich durch meine Vorgehensweise den Eisengehalt um 3,0 mg/L senken können.
Vom Wert der Trinkwasserverordnung bin ich jedoch noch meilenweit entfernt.
Mein Anliegen ist eine Behandlung des Wassers ohne Chlor und ohne Kaliumpermanganat, d.h. lediglich aufgrund einer Filtertechnik mit Rückspülung oder anderer pysikalischer Behandlungen ( sofern überhaupt möglich )!
Wer hat eine Idee?

Hannes



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 4
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  01.12.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von O.D. vom 30.11.2009!  Zum Bezugstext

Hallo Gast,

im Prinzip richtig, aber wirtschaftlich ist das allein eine Frage des Filtervolumens, zunächst muss nämlich das Eisen oxidieren. Und dann kann man kalkulieren, ob Sand, Zeolit, Anschwemmfilter oder wie auch immer günstiger sind. Ich weiß, Wasseraufbereiter haben ein schweres Leben :-))

Beste Grüße
Wilfried
Gast (O.D.)
(Gast - Daten unbestätigt)

  30.11.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 19.11.2009!  Zum Bezugstext

Eine höhere Wasserqualität kann durch den Einsatz von Anschwemmfiltern statt Sandfiltern erreicht werden. Diese liefern deutlich klareres Wasser, besonders wenn sehr feine Trübstoffe im Rohwasser vorhanden sind.

Auch diese werden im Schwimmbadbereich seit mehreren Jahrzehnten sehr erfolgreich eingesetzt.
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.11.2009

Hallo Hannes,

Enteisenung (nicht Enteisung, das kannst du im Sommer beim Gelati-Italiener erreichen oder wenn du noch etwas wartest an deiner Autoscheibe kratzenderweise selbst erledigen)von Wasser ist doch etwas anspruchsvoller, als so manch einer denkt.

Zunächst einmal solltest du prüfen, ob sich das im Wasser vorhandene Eisen mit Luft ausreichend oxidieren lässt. Sind nämlich im Wasser viele Huminstoffe/Huminsäuren vorhanden, so können diese Eisen komplexieren und damit einer Oxidation durch Luftsauerstoff entziehen. Belüfte also eine Wasserprobe ca. 1 h, lasse das ausgefallene Eisenhydroxid absitzen, filtriere den Überstand und bestimme den Eisengehalt im Filtrat. Wenn er unter dem gewünschten Wert von 0,2 mg/l liegt, kannst du deine Idee verwirklichen. Ansonsten musst du die Huminsäurekomplexe aufbrechen, beispielsweise durch Oxidation mit Ozon. Anschließend ist in jedem Fall eine effektive (Kies)Filtration erforderlich.

Mit der Entmanganung ist es noch etwas kompliziertes. Mangan oxidiert und flockt nur in den seltensten Fällen schnell genug, um es anschlieend ausfiltrieren zu können. Es gibt spezielle Entmanganungsfilter, auf deren Füllung "wächst" das Mangan auf, wird somit aus dem Wasser entfernt. Zum "Einfahren" dieser Filter kann man in der Regel aber nicht auf Chemie - üblicherweise Kaliumpermanganat, KMnO4 - verzichten.

Du siehst, Enteisenung und Entmanganung eignen sich üblicherweise nicht, um sie mit Baumarktkomponenten laienhaft zusammenzubasteln. Es gibt Firmen, die testen professionell das Wasser und liefern darauf abgestimmt fertige Anlagen in allen Größen, beispielsweise ProMinent, Berkefeld oder Judo.

Ach ja, nur mal so: Rein physikalisch ist eine Enteisenung aus Belüftung und Filtration auch nicht. Die notwendige Oxidation ist immer noch ein chemischer Vorgang und die "Chemikalie" ist der Luftsauerstoff.

Gruß aus der Pfalz
Tröpfchen
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  19.11.2009

Hallo Hannes,

da bleibt nur belüften, besser noch ozonieren und anschließend ein Sandfilter - gibt es günstig aus dem Schwimmbadbereich.

Beste Grüße
Wilfried



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