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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Sind Wasserbehandlungssysteme wirksam?
Gast (Ronald Meyer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  22.01.2009

In unserem Haus haben wir ständig Probleme im Heizsystem durch Rostfrass Rohrbruch etc). Durch eine Fa. die Wassertechnikgeräte verkauft wurden uns zwei Lösungsvorschläge gemacht. Einbau eines Rostwasserfeinfilters mit Einbau einer austauschbaren Reinzinkopferanode zum Stückpreis von ca. 550€ und Einbau einer daran anschließenden "permanentmagnetischen Wasserbehandlungssystems" zum Stückpreis von 2.760€.
Letzteres soll durch "Verwirbelung des Wassers eine Sauerstoffaktivierung bewirken, sodass sich die vorhanden Sauerstoffbläschen als Nanobläschen in den Wasserclustern einsetzen. An den innen liegenden Rohrwandungen entsteht eine homogene Schutzschicht. Ablagerungen von Salzen bzw. Silicaten werden unterbunden. ...Ein weiterer positiver Effekt ist, dass durch die Vitalisierung des Wassers keimhemmend usw."
Vor allem bei der zweiten Maßnahme habe ich Zweifel ob die versprochenen Effekte haltbar sind, zumal sie ja auch nicht gerade billig sind. Wer kann mir etwas dazu sagen?

Vielen Dank
Ronald Meyer




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 6
Gast (Ronald Meyer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  31.01.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bernhard Schmitt vom 30.01.2009!  Zum Bezugstext

Vielen Dank, dass hilft mir schon weiter.

Gruß R.Meyer
Bernhard Schmitt
berndschmitt1aol.com
(Mailadresse bestätigt)

  30.01.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ronald Meyer vom 30.01.2009!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Meyer,

Die Phosphatdosierung zum Korrosionsschutz ist ein in der Praxis seit langem bekanntes Verfahren, das in weiten Teilen auch sehr gut funktioniert. Optimal ist es natürlich, wenn es vom ersten Gebrauch der Installation an im Einsatz ist. Dann unterstützt ortho Phosphat die Ausbildung einer homogenen Deckschicht im Rohr und vermindert die Gefahr von Korrosionsschäden. Bei höheren Wasserhärten verwendet man ortho/Polyphosphat Mischungen, das Polyphosphat maskiert die Härtebildner und verringert die Bildung von Kalkablagerungen. Wird die Phosphatdosierung erst dann eingebaut, wenn die Rohrleitungen schon soweit geschädigt sind, dass bereits Korrosionsschäden aufgetreten sind, kann Ihnen niemand garantieren, dass keine Schäden mehr auftreten. Man hilft sich hier mit der Formulierung, dass die Schadenshäufigkeit zurückgeht.
Das gilt für Trinkwasserleitungen aus verzinkten Rohren, nicht aber für Heizungsanlagen.

Die Heizung wird i.d.R. einmal befüllt, das Wasser enthält Sauerstoff und Kohlensäure, die korrosionsfördernd wirken, und Härte, die sich bevorzugt an den wärmsten Stellen in der Heizungsanlage ablagert. Die bei der Erstbefüllung eingebrachte Härte verursacht normalerweise keine Störungen, der Sauerstoff und die Kohlensäure verbrauchen sich bei den Korrosionsvorgängen, sodass man salopp sagt, das Wasser verhält sich dann wie ein toter Hund.
Leider sind die Heizungsanlagen selten gasdicht, d.h. es kommt während des Betriebes immer wieder zum Eintrag von Sauerstoff und Kohlensäure, sodass die Korrosionsvorgänge langsam weiter fortschreiten. Häufige Neubefüllungen des Heizkreislaufs tragen dazu ebenfalls bei. Zum Schutz kann man ein Sauerstoffbindemittel, zB. Natriumsulfit, und Trinatriumphosphat zur pH Wert Korrektur und Härtestabilisierung in das System einbringen. Die Zugabe eines Phosphatgemisches in das Trinkwasser nützt der Heizung nichts.

Gruß Bernhard Schmitt

 
Gast (Ronald Meyer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  30.01.2009

Ich habe mal noch eine Zusatzfrage. Jetzt wurde mir von einem anderen Anbieter zur Sanierung unseres Systems (Wasser und Heizung) ein Dosiergerät zur Zugabe von Phosphat (bis 5mg/l)zum Trinkwasser als Korrosionsschutz der Rohrsystems angeraten worden. Ist das hilfreich oder eher nicht.
Gruß Ronald Meyer
Gast (Ronald Meyer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  24.01.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 23.01.2009!  Zum Bezugstext

So etwas habe ich auch vermutet. Mich wundert dabei, dass der Anbieter solcher Geräte von einem eigentlich seriösen Heizungsbauer im Schlepptau mit eingeführt wird.
Also wenn ich das recht verstehe, bleibt eigentlich nur der Feinwasserfilter übrig? Vielen Dank.

Ronald Meyer
Gast (Walter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  23.01.2009

Hallo Roland
wenn es nur das Heizungssystem betrifft müsste eigentlich dein Installateur über die Probleme bescheid wissen und einfach ein spezielles Mittelchen für dein Heizsystem einmalig zudosieren.
Es gibt da für Niedertemperatur (Fußbodenheizung)und "normale" Heizkörper verschiedene Safterl.
Ansonsten kann ich nur 100%ig H2O zustimmen bin seit
30 Jahren mit Wasseruntersuchungen beschäftigt, habe ca. 3000 Brunnen und Quellen untersucht. Viele davon mit eingebauten Magneten, Glückssteinen und was sonst alles auf dem Markt ist und ich kann dir meine Statistik mitteilen:
90% sagen das ganze ist für die Würste aber bitte nicht weitersagen das ich für den humburg so viel Kohle ausgegeben habe!
10% dagegen schwören auf ihre Anlage, die Haut wird weicher, Blumen sprießen in den Himmel usw...
lg
Walter
H2O
(gute Seele des Forums)

  23.01.2009

Hallo Ronald,

dein Misstrauen ist mehr als berechtigt. Der DVGW hat bisher noch kein "magnetisches System" getestet das bezüglich Enthärtung - Entkalkung - Kalkabscheideverhalten tatsächlich wirksam war. Auch die anderen Aussagen zur "Vitalisierung" und "Keimhemmung" sind aus meiner Sicht eher was für die esoterische Kundschaft die sich nicht so recht mit Wasser auskennt.

Korrosionsschutz mit Opferanoden funktioniert nur in begrenzter Entfernung zur Opferanode (z.B. Anwendung in Boilern). Ein Fernschutz für das gesamte Leitungssystem kann damit nicht erreicht werden.

Gruß
H2O



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