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Kategorie: > Umwelt > Wasserverschmutzung
Atomkraftwerk kontaminiert Grundwasser
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  10.07.2008

Hallo Forum,

ich las gerade einen Bericht über den jüngsten Atomunfall in Frankreich. Vermutlich ist dort abgereichertes Uran in großen Mengen ins Grundwasser gelangt - höchst giftig.

Gibt es Erfahrungen, vielleicht aus Tschernobyl, wie lange ein Bodenkörper braucht um solche Kontaminationen abzubauen?

Beste Grüße
Wilfried



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 20
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  13.08.2008

Hallo Forum,

je länger ich in der Sache recherchiere, je größer wird mein Unbehagen.

"Nicht atomare Störfälle, Atombombentests oder Tschernobyl sind heute die Ursache, sondern der stete weitere Betrieb der mit Druckwasserreaktoren ausgerüsteten Atomkraftwerke. Schon im Normalbetrieb ist das Abwasser der Kraftwerke mit großen Mengen Tritium belastet.

Gerade aus der Verwendung dieser neuartigen Brennstäbe bei den Druckwasserreaktoren kommt es zu einer stark erhöhten Tritiumbelastung der Umwelt. So erreichten zwar einige deutsche Atomkraftwerke Spitzenleitungen in der Stromerzeugung, aber auch in der Tritiumabgabe. Im vergangenen Jahr gehörten die AKWs Brokdorf, Isar 2, Neckar-2, Grohnde, Emsland und Philippsburg-2 aus Sicht der Atomindustrie zu den zehn leistungsstärksten der weltweit 440 Kernkraftwerken. Doch leider bedingen so hohe Leistungen auch sehr hohe Tritiumableitungen im Abwasser. „Diese weitere unverantwortliche Einleitung des radioaktiven Tritiums in unsere Umwelt muß unterbleiben. Es ist nicht hinnehmbar, dass unser Wasser als Müllkippe der Atomindustrie mißbraucht wird“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz."

http://www.vsr-aktuell.de/presse/wasserta.html

Ich verfolge die Berichte in den Printmedien und im Doku-Tv ziemlich genau, aber dort habe ich sowas noch nie mit bekommen. Ich habe den Verdacht, hier wird so einiges unter den Teppich gekehrt. Deshalb mal eine Frage an alle: Wer weiß etwas davon?

Besorgt  grüßt Wilfried
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  11.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 11.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo DK4DY,

ich habe niemals nach "?wieso metaphysisch?" gefragt. Du unterstellst das offenbar, um einen neuen Aufhänger zu haben und lieferst hier ein typisches Beispiel, wie ein Thema OFF TOPIC zerquasselt wird. Es ging eigentlich um kontaminiertes Grundwasser und nicht um Deine wenig überzeugende Selbstdarstellung als Strahlungsexperte.

Die signifikante Zunahme von Leukämifällen um AKWs und Aufbereitungsanlagen kann nicht mehr geleugnet werden. Aber vielleicht kannst Du ja im Bundesamtes für Strahlenschutz über die wahren Ursachen etwas Nachhilfeunterricht geben, auch bei der Helmholtz-Gemeinschaft, die ja ganz in der Nähe von Krümmel ein Forschungszentrum betreibt und in Asse II gerade ihren illegal eingelagerten Atommüll absaufen lässt.

Zu letzterem Thema wäre doch ein schöner Beitrag möglich, wegen Grundwassergefährdung, eben nicht off topic. Statt dessen schwadronierst Du ganz locker  über Zellen, die sich in einer Evolution von über 4 Milliarden Jahren auf eine natürliche Radioaktivität einstellten, über "phyikalische Zahlen, die sowieso keiner versteht" und über den Sievertschen Faktor, den angeblich auch keiner Versteht.

Ein Forum ist ein Ort für Diskussionen, gelegentlich auch für Streitgespräche, aber bitte beim Thema bleiben.

Beste Grüße
Wilfried

Gast (DK4DY)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 09.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Willfried,

ich bin kein Lehrer und auch kein Missionar, aber Du hast eine vernünftige Frage gestellt, die ich noch beantworten muß. - ?wieso metaphysisch?

Ich zitiere noch einmal Deinen Eintrag vom 8.8.

"Und bitte wirf nicht weiter die natürliche Strahlung mit der aus AKW-Unfällen in einen Topf. Die natürliche Strahlung haben sich alle Lebewesen angepasst, jede zusätzliche Dosis erhöht das Krebsrisiko enorm."

Demnach bestünde Strahung aus einer natürlichen (aha: Öko = guten) und eine künstlichen (aha: bösen) Teilmenge. Nur die böse (ja logisch) Teilmenge sei für die böse Krebsgefahr verantwortlich, denn an alles "Natürliche" gewöhnt sich der Körper....

Hallo ???
Wer hat Dich denn das gelehrt ???

Richtig ist: Der Organismus kann in gewissen Umfang abgestorbene Zellen ersetzen, und der abgehärtete Körper kann das in der Tat besser als der verweichlichte, aber an Strahlung "gewöhnen" kann der Organismus sich ebensowenig wie an Gewehrkugeln der eigenen Kameraden.
So hohen Energiedosen hat die Zelle nichts, aber auch gar nichts entgegenzusetzen, auch dann nicht wenn man phyikalische Zahlen, die sowieso keiner versteht noch mit dem Sievertschen Faktor "q" multipliziert, den erst recht keiner versteht.
Stell Dir nur mal vor, unsere Zellen hätten sich an die jahrmillionenlangen massiven Schädigungen durch ausschließlich natürliche Strahlung gewöhnt und hatten aufgehört zu mutieren - die ganze Schöpfungsgeschichte wäre im A... (sorry), im Eimer gewesen. Dann hätte homo sapiens nicht einmal den Entwicklugsstand von Fröschen und Lurchen erreicht.

Ich hatte beruflich das Vergnügen, eine künstliche Kernspaltung im offenen Forschungsreaktor zu sehen. Weil wir als Physiker wußen, was wir taten, waren unsere Geigerzähler hinter den zehn Meter Wassersäule, die uns vor der Strahlung schützten, bereits deutlich stiller als an Klaus Fliesen. Aber wenn Klaus so genau weiß, daß sein Körper sich an "natürliche" Strahlung gewöhnt, dann laßt ihn als Öko sterben....Wenn er sich bemüht, öfter im Billigflieger durch die "natürliche" kosmische Strahlung zu reiten, dann schafft er es noch schneller...

Ich bin dann mal weg, denn dies solte kein Ort für Streitgespräche sein, wenn Du trotzdem noch Fragen hast, mail bitte direkt.

Gruß aus Bochum
DK4DY
 
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  09.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 08.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,

zum Thema Metaphysik:
Die ist keineswegs erforderlich, um die fehlende Korelation zwischen "Strahlenbelastung" und Leukämierate aufzuklären!
"Strahlenbelastung" in Anführungsstrichen weil immer mCi (Millicurie) oder Beq (Becquerel) in den Studien auftaucht, ein Maß für die (Radio-)Aktivität in Zerfälle pro Sekunde.
Die Schubladen alpha-, beta-, gamma- u. Neutronenstrahlung) reichen eben nicht aus, um darüber zu diskutieren, es kommt zusätzlich auf den Energiegehalt in (MeV) und die biologische Wechselwirkung an, welche die sog. Äquivalent-Energiedosis (in Sievert) versucht, zu berücksichtigen.
Der Geigerzähler mißt nur etwas, das proportional der Aktivität ist. Deswegen strotzt auch die Vitalität der Natur und die Gesundheit der Indianer in Brasilien in Gebieten, wo soviel geogene Radioaktivität ist, daß der Geigerzähler nur noch Töne von sich gibt und meine Badezimmerkacheln bleiben drin.
Studien, die immer noch mCi miteinander vergleichen, überschreiten meine Interpretationsfähigkeit.

Argumente für die Harmlosigkeit der Kernenergie-Wirtschaft sind das alles nicht..

Gruß u. schönes WE

Klaus
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  09.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 08.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo DK4DY,

das mit der Metaphysik tut mir altem Skeptiker nun aber doch weh ;-))
Nur weil ich nicht auf die Strahlungsart hinwies?
Tatsache ist jedenfalls, dass die Leukämiehäufigkeit in der Nähe von AKWs zu nimmt. Eine Studie des Deutschen Kinderkrebsregisters Mainz bestätigte das erst im letzten Jahr.

Aber unser Thema ist ja hier das Grundwasser und Anlass der Diskussion war der schwere Zwischenfall im Kernkraftwerk Tricastin
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tricastin

Das sowas auch in Deutschland möglich ist zeigt die Liste der Unfälle in deutschen Kernkraftwerken:
http://de.wikipedia.org/wiki/Störfälle_in_deutschen_Atomanlagen

Seltsam, man hört und sieht in den Medien selten was Konkretes, erst wenn die explodierenden Teile über den Zaun fliegen, Travos brennen oder nukleare Flüssigkeiten in den nahen Fluss laufen.

Beste Grüße
Wilfried
Gast (DK4DY)
(Gast - Daten unbestätigt)

  08.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 08.08.2008!  Zum Bezugstext

"Und bitte wirf nicht weiter die natürliche Strahlung mit der aus AKW-Unfällen in einen Topf. Die natürliche Strahlung haben sich alle Lebewesen angepasst, jede zusätzliche Dosis erhöht das Krebsrisiko enorm."

Nun Winfried, über diesen Satz werden wir nie gemeinsm hinwegkommen, den ich habe für Teilchenstrahlung genau drei Töpfe: Alpha, Beta und Gamma - alles andere ist Metaphysik. Die Behauptung, daß nicht die Gesamtstrahlung das Krebsrisiko steigere, sondern irgendein Delta in der Größenordnung des meßtechnischen Rauschens, ist für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Nach Aussage führender Krebsforscher der Handorf-Klinik, soll das Krebsrisiko unserer Körperzellen, von der Anzahl der Zellschädigungen (ab 2mal) bestimmt sein. Demnach wäre sowieso abwegig, die Wirkungen der Strahlung nach ihrer Herkunft zu differenzieren.

Aber lassen wir das - Ihr wollt Euren Aberglauben. Behaltet ihn.

Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  08.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 08.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo DK4DY,
Du meinst:
"wenn wir uns mit "ssk" einig sind, daß die Strahlenbelastung von Atomkraftwerken jedenfalls soweit von der natürlichen Strahlenexposition überdeckt wird, daß sich keine unmittelbaren Wirkungen zuordnen lassen, dann sind wir auch wieder auf demselben Pfad."

Sind wir nicht, denn ich spreche von Unfällen (bis hin zum Supergau), die Du völlig verdrängst - wird schon gut gehen.

Und bitte wirf nicht weiter die natürliche Strahlung mit der aus AKW-Unfällen in einen Topf. Die natürliche Strahlung haben sich alle Lebewesen angepasst, jede zusätzliche Dosis erhöht das Krebsrisiko enorm.

Und wenn Du meinst "Aber mich bedrückt noch viel mehr, daß die Kernkraftgegner unserer Gesellschaft gravierende wissenschaftliche Forschungsdefizite zufügen, die unsere Kinder noch teuer zu stehen kommen werden." dann muss ich Dir entgegenhalten, dass es trotz milliardenschwerer Aufwendungen in 60 Jahren weder gelungen ist eine in sich sichere Technologie zu präsentieren, noch eine verantwortbare Endlagerung des Atommülls. Bevor da weiteres Geld zum Fenster hinaus geworfen wird, sollten alle verfügbaren Mittel in die Entwicklung von Alternativen gesteckt werden. Das ist das, was wir unseren Kindern und Enkeln schulden und nicht die Gewinnmaximierung einer kleinen, aber mächtigen Energiemafia, die uns ständig über Medien und hörige Politiker volldröhnt, wir brauchen die Atomkraftwerke um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Welch hanebüchener Unsinn das ist wird deutlich wenn man weiß, dass Atomkraftwerke nur 2,3 % unseres Gesamtenergiebedarfs decken.

Ich möchte nun aber dringend bitten beim Thema zu bleiben, nämlich durch AKW-Unfälle kontaminiertem Grund- und Oberflächenwasser. Grundsatzdiskussionen gibt es im Internet genug.

Beste Grüße
Wilfried

Gast (DK4DY)
(Gast - Daten unbestätigt)

  08.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 07.08.2008!  Zum Bezugstext

Ok Wilfried,

wenn wir uns mit "ssk" einig sind, daß die Strahlenbelastung von Atomkraftwerken jedenfalls soweit von der natürlichen Strahlenexposition überdeckt wird, daß sich keine unmittelbaren Wirkungen zuordnen lassen, dann sind wir auch wieder auf demselben Pfad.

Natürlich ist jede Kontaminierung des Grundwassers per se verwerflich. Doch müßte man auch hier analog überlegen, ob ein KKW überhaupt soviel Kühlwasser enthält, daß eine Grundwasserkonaminierung unter der jetzt auch von foodwatch eingeräumten Strahlenbelastung des Sprudelwassers meßbar hervortreten könnte. - Ich meine nein - ohne die Verantwortlichen deswegen entlasten zu wollen.

Ich bin auch sehr dagegen, daß Betriebswirte entscheiden dürfen, nach welcher Zerfallsreihe KKWs arbeiten. Aber mich bedrückt noch viel mehr, daß die Kernkraftgegner unserer Gesellschaft gravierende wissenschaftliche Forschungsdefizite zufügen, die unsere Kinder noch teuer zu stehen kommen werden.

Zur Darstellung von Klaus, daß der Ausschlag des Geigerzählers selbst unerheblich sei, daß es nur auf die "Motivation" des Geigerzählers ankomme, möchte ich mich lieber nicht äußern. Aber etwas Wahres muß doch dran sein, denn Nordländer werden nämlich signifikant älter als Südländer - obwohl sie einer erheblich höheren natürlichen Strahlenexposition ausgesetzt sind
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  07.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 07.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo, mal bitte ganz langsam, Amateurfunker DK4DY!

"Aus Atomkraftwerken entweicht allenthalben Wasser des äußeren Kühlkreislaufs, und das hat nach neuesten Erkenntnissen mit Uran weniger Berührung als Sprudelwasser"

Bei der momentanen Urandiskussion geht es um natürliche Belastungen, also Uran-238, bei der Kernkraft um Brennstäbe oder leicht flüchtiges und äußerst leicht wasserlösliches Uranhexafluorid, welches das stark radioaktive Isotop Uran-235 in wesentlich höherer Konzentration enthält. Dieses befindet sich in einem Wirtschaftskreislauf mit Aufbereitungsanlagen und keineswegs nur im Kernkraftwerk. Von der Endlagerung nicht nur der Brennstäbe, sondern auch der durch die Neutronenstrahlung radioaktiv gewordenen Stahlträger und Baumaterialien ganz zu schweigen..

"Am 30. Mai ist der Weltuntergang..
Wir leben nicht mehr lang...
Panikmache ist ein sehr einträgliches Geschäft."

Weder Wilfried, noch ich sind im Energiegeschäft, sondern in Sachen Wasseraufbereitung unterwegs, wovon  sollten wir also in dieser Diskussion profitieren?
Also bitte!

Was mich im Zusammenhang mit Uran und Kernkraft wundert ist nur, daß im Bereich Pflanzenschutz in den 80 Jahren ein Riesentheater wg. letzlich doch abbaubarer Pestizide im Grundwasser gemacht wurde, worauf ein Grenzwert von 0,1 µg/l festgelegt wurde, der damals übrigens analytisch noch gar nicht zu fassen war. Und bei Uran diskutiert man fast 30 Jahre später darüber, endlich mal einen Grenzwert von 10 µg/l (das 100-fache) festzulegen. Welche lobbyistischen Kräfte wirken hier eigentlich wann und wo?

"Von daher weiß aber auch, daß die Politiker den Physikern das Maul verbieten, daß der Geigerzähler eben nicht am Atomkraftwerk ausschlägt, sondern am Kohlekraftwerk."

Der Geigerzähler schlägt auch an meinen Badezimmerfliesen aus, das sagt gar nichts. Es kommt ja wohl drauf an, weswegen er ausschlägt (vgl. Studieninhalte Kernphysik: Strahlenarten, Energieinhalt von Strahlen)

Da frage ich mich wohl, lieber DK4DY: Was soll das?
Wieso sind die Argumente vieler Kernkraftbefürworter immer so scheinprofessionell und polemisch?

Es grüßt Amateurkernkraftgegner

Klaus

Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  07.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 07.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo DK4DY,

"Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Emissionen radioaktiver Stoffe mit der Abluft
aus beiden Kraftwerkstypen beim gegenwärtigen Stand der Abluftreinigung bzw. der Rückhaltetechnik
für die Strahlenexposition der Bevölkerung von minimaler Bedeutung sind."
http://www.ssk.de/werke/volltext/1981/ssk8102.pdf

Aber das alles ist doch gar nicht unser Thema, nämlich nicht als direkte Trinkwassergefährdung relevant. Hingegen kann auslaufende Atomsuppe mit angereichtem Uran das Grundwasser für die Ewigkeit vergiften. Und dann wird nicht Panik gemacht, sondern beschwichtigt bis sich die Balken biegen. Schon kurze Zeit später ist das Thema erledigt, auch für die Journallie. Schlimmstenfalls muß man für ein paar Monate den Goldesel abschalten, ein paar Dübel wechseln und etwas Reue zeigen.

Würde man die AKW-Betreiber nach dem Verursacherprinzip in Regress nehmen, wäre das schöne Atomgeschäft ganz schnell unrentabel, bzw. den Investoren zu risikoreich. Im Fall des Unfalls in Tricastin wären nämlich einige qkm Boden auszukoffern und jahrzehntelang das Grundwasser zu waschen.

Und im Fall Asse II müsste der gesamte Atommüll wieder ausgelagert werden - zurück an die Absender. Bei der Gelegenheit ließe sich auch gleich feststellen, was dort alles illegal eingelagert wurde.
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/illegales-endlager-asse-leckt/

Mit besten Grüßen
Wilfried
Gast (DK4DY)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.08.2008

Nun Wilfried,

Atomphysik war eines meiner Studienfächer. Von daher weiß ich natürlich, daß raffgierige Betriebswirte mehr in die Atomstromproduktion eingreifen, als der Sache dienlich ist. Von daher weiß aber auch, daß die Politiker den Physikern das Maul verbieten, daß der Geigerzähler eben nicht am Atomkraftwerk ausschlägt, sondern am Kohlekraftwerk.
Es sei mir gestattet mal ganz interessiert zu fragen, warum beispielsweise die mehrere Größenordnungen größere radioaktive Emission der Kohlekraftwerke dagegen keine Leukämie verursacht. Ist doch seltsam...

Panikmache ist natürlich nur für den ein gutes Geschäft, der ein Publikum sucht, das daran glaubt.
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  07.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von DK4DY vom 07.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo DK4DY,

"Panikmache ist ein sehr einträgliches Geschäft"

Ja, manchmal, aber nicht hier im Forum.

Was da in Frankreich passierte war ein schwerer Unfall, da beisst die Maus keinen Faden ab und das tatsächliche Ausmaß ist noch gar nicht klar. Es war ein Unfall, von dem die AKW-Betreiber schon immer behaupten, sowas kann gar nicht passieren. Tatsächlich kommen solche Unfälle häufiger vor und immer wieder wird beschwichtigt und die Menschen vergessen leider zu schnell.

Tschernobyl konnte auch nicht passieren, Harrysbourg, Tokaimura, Sellafield, etc. etc. auch nicht,  aus dem Gedächtnis erfolgreich gelöscht wurde der schwere Atomunfall im Versuchsreaktor Lucens in der Schweiz, dass die Gebiete um das Kernkraftwerk Krümmel und einiger anderer mehr verstrahlt sind (erhöhte Leukämierate bei Kindern) und das nun das Versuchsendlager Asse II absäuft und radioaktive Lauge ausläuft. Nach über 50 Jahren Betrieb weiß noch niemand auf dieser Welt wohin mit dem Müll - außer CSU-Chef Erwin Huber: "nicht in Bayern".

Thema sind in diesem Thread durch (raffgierige) Menschen verursachte radioaktive Kontaminationen des Grundwassers, nicht natürliche Einflüsse, um die es in der neueren Diskussion um Grenzwerte geht. Das sollte man nicht in einen Topf werfen.

Beste Grüße
Wilfried
Gast (DK4DY)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.08.2008

Am 30. Mai ist der Weltuntergang..
Wir leben nicht mehr lang...
Panikmache ist ein sehr einträgliches Geschäft.

Natürlich ist Uran chemisch nicht weiter abbaubar, sonst wäre es kein Element. Und natürlich ist Uran wie alle anderen Schwermetalle toxisch. Aber was soll das??

Aus Atomkraftwerken entweicht allenthalben Wasser des äußeren Kühlkreislaufs, und das hat nach neuesten Erkenntnissen mit Uran weniger Berührung als Sprudelwasser (siehe Foodwatch: "http://foodwatch.de/foodwatch/content/e10/e2569/e2575/e2609/UranausderFlasche-einHintergrundpapiervonfoodwatch190706_ger.pdf")
Gast (Fred)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 30.07.2008!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,

vielleicht ist ja das Uran, was foodwatch im Trinkwasser gefunden hat (s. Report vom 04.08.2008) das aus Frankreich ;-))
Spass beseite.
Aufgrund der Reportsendung hab ich mal etwas nachgelesen.
Eine Ausarbeitung des BfR ((Bundesamt für Risikoerkennung) aus 2006 unterstellt dem Uran keine große radiologische Giftigkeit sondern mehr eine chemische.
Diese chemische Giftigkeit könne ggfs. zu Nierenschädigungen führen, wobei die biologische Halbwertzeit des Uran in der Niere nur 15 Tage betragen soll.
Es gibt ja z.Z. noch keinen Grenzwert nach der TVO für Uran aber einen Richtwert des Bundesumweldamtes für Erwachsene von 10 Mkrigramm/Liter Trinkwasser (Aus der Werbung ein Grenzwert von 2 Mikrogramm, wenn auf Flasche ausgeführt wird, dass der Inhalt für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sein soll)wobei eine tägliche Aufnahme von 20 Mikrogramm bei einem Körpergewicht von 70 Kg tolerierbar sein soll.
Auch in Milchprodukten, Fleisch, Fisch , Brot usw. ist Uran enthalten, da es sich um ein natürlich vorkommendes Schwertmetall handelt.
Jetzt weiß nur noch zur Zeit wahrscheilich niemand, wo hoch die Konzentration im Grundwasser / Trinkwasser in Frankreich ist bzw. mal sein wird. Hoffen wir das Beste.

Grüsse

Fred
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  30.07.2008

Hallo Forum,

wie's scheint, tut sich endlich was in Frankreich.
Atomkraftgegner erstatten Anzeige wegen Tricastin-Pannen
http://www.tagesschau.de/ausland/tricastin112.html

"Nach Angaben der Behörden habe der Zwischenfall keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter gehabt."

Mein Eindruck ist, das würen die auch noch behaupten, wenn die Menschen bereits an den Straßenrändern sterben - auch in Deutschland, denn hier haben wir als brisantes Thema gerade das "Endlager Asse II" - wovon unsere Jounalisten aber eher zurückhalten berichten unbd ein FDP-Umweltminister (sowas gibt es wirklich) beschwichtigt.
Klar ist nur, dass da radioaktive Sole ausläuft und unser Grundwasser für einige Hunderttausend Jahre gefährdet. Man kann aber zur Schadensermittlung die Kammern wegen des Strahlenrisikos nicht öffen. Oder befürchtet man, dass dann illegale Entsorgung zu beweisen ist?

"Zwischen März 1973 und Dezember 1978 seien 14,6 Kilogramm Plutonium angeliefert worden, Betreiberangaben zufolge sollen aber nur elf Kilogramm Plutonium in dem Forschungsbergwerk liegen."
http://www1.ndr.de/nachrichten/dossiers/atomkraft/asse162.html
Aber was spielt das noch für eine Rolle, wo ein Gramm von diesem Teufelszeug doch scon einen ganzen Stausee quasi auf ewig verstrahlt.

Sehr besorgt grüßt Euch Wilfried



Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.07.2008

Hallo Wilfried  nach dem  Reaktounfall in Tschernobyl hat mir ein Bekannter welcher einen  Geigerzähler besitzt gesagt dass er eine ziemlich hohen Wert an der stelle festgestellt hat wo das Dachrinnenwasser in den Boden versickert ist.Auch wurde noch einige jahre später bei Pilzen(Röhrlingen ein hoher Wert festgestellt.Unser Gebiet ( Hausruck ) war damals bes vom radioaktiven Regen betroffen. mfg sepp
Hartmut Schmitt
hartmutschmitthartmutschmitt.de
(Mailadresse bestätigt)

  14.07.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 14.07.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

das, was ich geschildert habe, waren meine damaligen Erfahrungen mit den Auswirkungen von Tschernobyl. Wir selbst haben keine Forschungen in Richtung der konkreten Fragestellungen unternommen. Da kann man nur hoffen, dass jemand im Forum die Fragestellung liest, der das konkreter beantworten kann als ich. In unserem Fall reichte es damals, die akute Gefährdung durch verstrahltes Trinkwasser zu erfassen. Soweit ich mich erinnern kann, gab es bei uns keinen Fall, bei dem die Strahlung im Verlauf von Folgeuntersuchungen angestiegen wäre.

Aber im vorliegenden Fall geht es ja auch um Uran, das auch andere Eigenschaften als Caesium hat. Vielleicht muss man auch die weiteren Untersuchungen in Südfrankreich abwarten, wenn solche Untersuchungen überhaupt je veröffentlicht werden (bei der kernkraftbefürwortenden Einstellung, die in Frankreich vorherrscht).

Viele Grüße

Hartmut Schmitt
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  14.07.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hartmut Schmitt vom 10.07.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Hartmut,

so haben wir das ja alle erlebt, beantwortet aber meine Frage nicht, nach der besonderen Problematik beim Grundwasser.
Wandern dort z.B. strahlende Teilchen mit? Wenn ja wie weit etwa bis 99 % ausgefiltert sind?
Und wird alles Grundwasser, das dann diesen Bodenkörper passiert verstrahlt?

Beste Grüße
Wilfried
Gast (Daniela Mons)
(Gast - Daten unbestätigt)

  13.07.2008

Hallo,
ich beschäftige mich seit längerem mit diesem Thema bzw. mit Trinkwasser. Ich habe schon öfter gelesen, dass Stoffe in Wässern gefunden wurden, die schon sehr lange verboten sind. Ich fürchte, das Wasser erholt sich garnicht davon, zumal unsere Wasserbestand ja nicht erneuert wird. Es bleibt immer das gleiche Wasser. Die Firma 2#2führt kostenlose Beratungen zum Thema Trinkwasser und Gesundheit durch. Ist sehr aufschlussreich! Kannst Dir ja mal die Seite aufrufen:"e".de
Vielen Grüsse
Daniela

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!
Hartmut Schmitt
hartmutschmitthartmutschmitt.de
(Mailadresse bestätigt)

  10.07.2008

Hallo Wilfried,

ich kann mich erinnern, dass nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 im süddeutschen Raum Tausende von Radioaktivitätsmessungen fast aller lebensmittelrelevanten Substrate gemacht wurden. An den Halbwertszeiten (z.T. viele Tausend Jahre) der jeweiligen beteiligten radioaktiven Isotope (das waren damals aber, glaube ich, im wesentlichen nicht Uran, sondern Caesium 134 und Caesium 137) kommt man bei der Betrachtung eines solchen Sachverhaltes sicherlich nicht vorbei. Nach meinen Erfahrungen und Erinnerungen aus der damaligen Zeit kommt es aber bei einer Gefährdung durch das Grund- oder Trinkwasser wesentlich darauf an, wie stark die Isotope an die Bodenpartikel adsorbiert oder eingebaut und wie stark diese Partikel z.B. durch Filteranlagen zurückgehalten werden. Im Trinkwasserbereich konnte man damals trotz des Niederschlags radioaktiver Stäube die Isotope, die man dann im Gemüse, Salat, Pilzen, weidenden Tieren, Fischen aus offenen Gewässern (angereichert über die Nahrungskette), Spielplatzsand usw. nachweisen konnte, nur ganz selten feststellen. Vermutlich kam das daher, dass die meisten Trinkwässer sehr gut gefiltert werden. Allerdings dürften dann die Partikelfilter diese Strahlung "angereichert" haben. Es kommt wohl sehr stark darauf an, wie die radioaktiven Partikel verteilt und ausgeschwemmt werden. Deshalb glaube ich kaum, dass man ohne Radioaktivitätsmessungen sehr viel mehr sagen kann.

Ich hoffe, diese Erfahrungsschilderungen reichen zunächst einmal.

Viele Grüße

Hartmut Schmitt



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