Wasser.de
Lexikon
Shop
Wasser Forum
   mehr als 6300 Themen und 30800 Antworten
Zurück zur Übersicht! Datenschutz FAQ Hilfe Impressum



 

Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Trinkwasseraufbereitung für Schule i.d. 3. Welt
Malte Pierau
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2008

Ich habe eine Anfrage einer gemeinnützigen Organisation vorliegen, die in Südostasien dafür sorgen möchte, dass die Trinkwasserversorgung für Schulen verbessert wird.
Für einen konkreten Fall liegt eine Wasseranalyse mit folgenden Ergebnissen vor:
Ammonium: 40 mg/l
Arsen: 189 ug/l
Phosphat: 1,81 mg/l
Coliform: 82 MPN/100ml
Fecal Coliform: 4 MPN/100 ml
Eisen: 7 mg/l

Aufgelistet sind nur die Parameter, in denen die einheimischen Grenzwerte überschritten worden sind. Gibt es eine verfahrenstechnische Möglichkeit, das Wasser auf ein vertretbares Niveau zu reinigen, Kapazität 200 l/h.
Welche Parameter sind als besonders kritisch einzuschätzen?
Macht es überhaupt Sinn, das Wasser zu behandeln ?
Welche Firmen kommen für die Fragestellung als Ansprechpartner in Frage ?

Über Unterstützung würde ich mich freuen.
Malte



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 10
Gast (M.Wilfert)
(Gast - Daten unbestätigt)

  06.05.2008

Hallo Malte Pierau,

sollten Sie bei den Thema "Trinkwasseraufbereitung für Schule i.d. 3 Welt" weitere Info und/oder Unterstützung benötigen, können wir eventuell behilflich sein.
Bearbeiten derzeit ein ähnliches Projekt in Afrika.

Kontakt: Newcon-Power@freenet.de
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  15.04.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von John A vom 15.04.2008!  Zum Bezugstext

Hallo John,

"Das verschmutzte Wasser Verdampfen, Kondensieren und Mineralisieren."

...ist weitaus teurer.

Beste Grüße

Wilfried
Gast (John A)
(Gast - Daten unbestätigt)

  15.04.2008

Hi Malte,

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dasselbe Prinzip auszunutzen, welches bei der Meerwasserentsalzung gebraucht wird? Also überspitzt gesagt:  Das verschmutzte Wasser Verdampfen, Kondensieren und Mineralisieren.

Gruss,
   John
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  10.04.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Militz vom 10.04.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Detlef,
nun geht es aber hier nicht nur um Entkeimung oder darum, bereits entkeimtes Wasser bakteriologisch stabil zu halten. Die Verfahrenskombination Oxidation, z.B. mit Luftsauerstoff, Arsenadsorption und Filtration läßt sich nicht ohne Energie lösen. Die elektrische Energie bzw. Leistung für die Entkeimung (z.B. 9W) hat da geringere Bedeutung. Außerdem garantiert die UV-Behälterentkeimung keimfreie Tankinnenflächen bei schwankendem Wasserstand. (Man denke an die Probleme bei Druckwindkesseln.) Dies ist besonders bei organischen Inhaltsstoffen (DOC) wichtig. Mit geringem elektrischen Aufwand kann auch noch Ozon dosiert werden. Für die Solarzellen ist das wohl kein Problem.
In bestimmten anderen Fällen kann natürlich Silber bei bereits aufbereitetem bzw. keimarmem Wasser gute Dienste leisten.

Viele Grüße
Klaus

PS: w.G Phosphat: vielleicht ist das sogar geogen und korrespondiert mit dem Arsenat. Ein hygienisches Problem ist das an sich nicht, aber bei der Bemessung des Arsenfilters von großer Bedeutung. Ich könnte da mehr zu sagen, aber dann müßte ich "rundherum" mehr wissen (Brunnentiefe, Umfeld, pH etc.)
Gast (Detlef Militz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  10.04.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 01.02.2008!  Zum Bezugstext

hallo miteinander, klingt soweit ganz passabel bis auf den umstand der uv-technik. wir haben im rahmen eines bmbf-projektes ein material entwickelt, dass z.b. deponiewasser auf dauer keimfrei hält, ohne dass chemie oder irgendwelche energien eingesetzt werden müssen - klssische anwendung für die 3. welt.
mehr unter www.silvertex.de + kontakt mit uns aufnehmen.
Hartmut Schmitt
hartmutschmitthartmutschmitt.de
(Mailadresse bestätigt)

  03.02.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Malte Pierau vom 01.02.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Malte,

die organische Belastung wird meist durch die Parameter TOC (total organic carbon), DOC (dissolved organic carbon), Oxidierbarkeit (über den Kaliumpermanganatverbrauch) oder den SAK 436 (Färbung) und den SAK 254 charakterisiert. Diese Parameter helfen oft mit, zu entscheiden, welche Aufbereitungsschritte für ein Wasser sinnvoll sind.

Der angegebene Phosphatgehalt wäre natürlicherweise ungewöhnlich hoch. Wässern in Deutschland mit einem solch hohen Phosphatgehalt wird Phosphat meist als Korrosionsinhibitor oder zur Kalkstabilisierung zudosiert. Das Wasser wird dann also schon aufbereitet. Findet das in dem geschilderten Fall bereits ebenfalls statt? Wenn das genannte Wasser bereits regelmäßig (wenn auch in größeren Abständen) untersucht wird, so wäre es durchaus sinnvoll, etwas mehr über die Eigenschaften dieses Wassers zu erfahren (auch über möglicherweise belanglos erscheinende Parameter). Sonst wäre es etwa so, wie wenn ein Arzt ohne Untersuchungen zur Diagnose und zu Therapiemaßnahmen schreiten würde.

Zudem wäre es für Empfehlungen wertvoll, zu wissen, wie es um eine dauerhafte Energieversorgung bestellt ist

Ich bitte daher um Verständnis für mein Nachhaken.

Vielen Dank und viele Grüße

Hartmut Schmitt
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  01.02.2008

Hallo Malte,

grundsätzlich sehe ich kein Problem dieses Wasser aufzubereiten - auch nicht, wenn da nun noch eine organische Belastung hinzu kommt. Die Angabe 200 l/h ist für 24 Std. pro Tag gemeint? Sicher nicht, denn eine so große Schule kann ich mir nicht vorstellen - üblicher Weise kalkuliert man mit 2 Liter pro Kind am Tag.

Betriebsfertig gibt es kleine, dezentrale Aufbereitungsanlagen als sog. Blockgeräte.
Der hohe Eisengehalt müsste vorher reduziert werden, weil sonst eine Entkeimung des Wasser mit UVC-Strahlung nicht möglich ist. Dazu lässt sich das Wasser in einem Vorbehälter gut belüften. Das ausfallende braune Eisenoxid bindet dann gleichzeitig schon einen Teil des Arsen.

Der weitere Weg ginge dann über einen Vorfilter rückspülbar, Vorfilterkartusche (25m), Aktivkohlefilter, Arsenfilter, Feinfilterkartusche (1 m) und eine UVC-Durchflussentkeimung. Das so aufbereitete Wasser wird in einem Puffertank zwischengespeichert. Der Tank und das Wasser können mit einem eingehängten UVC-Strahler keimfrei gehalten werden. Soll das Wasser aus dem Tank in ein Leitungsnetz gespeist werden, ist eine Ozonisierung ratsam. Bei meinen bisherigen Projekten war es aber immer so, dass die Kinder ihr Wasser direkt am Gerät zapften.

Soweit ein kurzer Überblick zum Stand der Technik.

Beste Grüße
Wilfried

noch ein kleiner Hinweis: Die o.a. Systeme werden meist mit Solarenergie betrieben, auch wenn eine Netzsteckdose in der Nähe ist. Gerade in weniger entwickelten Ländern sind Stromausfälle häufig. Tragisch wäre, wenn dann gleichzeitig die Wasserversorgung ausfällt. Um täglich 2000 Liter Wasser aufzubereiten braucht man ca. 1 m Solarmodul.

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!
Gast (Malte Pierau)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.02.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hartmut Schmitt vom 01.02.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Hartmut,

vielen Dank für die Antwort und die Tipps. Ich muss mich für die Beantwortung über die Randbedingungen genauer erkundigen und mich dann noch mal melden.

Hinsichtlich der angesprochenen organischen Belastung:
Welche Parameter sind für die Einschätzung von Interesse ?

Viele Grüße
Malte
Hartmut Schmitt
hartmutschmitthartmutschmitt.de
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2008

Hallo Malte,

kommt dieses Wasser aus einem landwirtschaftlich genutzten Sumpfgebiet (z. B. Reisanbau, Nutzviehhaltung) und ist bekannt, ob das Arsen geologischen oder menschlichen Ursprungs ist? Welche organische Belastung hat das Wasser? Im Prinzip sollte man wissen, was im Einzugsgebiet des Wasservorkommens so alles vor sich geht, um abscätzen zu können, was alles an Behandlungsschritten erforderlich sein könnte.

Könntest Du uns noch einige Details nennen?

Viele Grüße

Hartmut Schmitt
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  01.02.2008

Hallo Malte,

wende Dich mal direkt an Wilfried, der hat Erfahrung mit solchen Projekten.

Gib seinen Namen mal in die Suchfunktion ein. Darüber findest Du dann seine Daten.

Gruß

Rainer



Werbung (2/3)
Laboruntersuchung fr Ihr Trinkwasser


Zurück zu Wasser.de
© 1999 - 2018 by Fa. A.Klaas