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Kategorie: > Wissenschaft > Physik / Chemie
Hoher pH bei sehr niedriger Karbonathärte. Wie geht das?
Dario
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008

Hallo alle zusammen!

Erstmal vorab:
Ich bin froh, dass ich tatsächlich ein Forum gefunden habe, das sich ausschließlich mit Wasser beschäftigt - eine tolle Sache! :-)

Nun zu meinem Problem:
Ich bin Aquarianer und stehe vor der Aufgabe, die etwas ungewöhnlichen Wasserwerte eines indonesischen Sees, genauer gesagt des Matano-Sees auf Sulawesi, nachzuahmen.

Es handelt sich bei dem See um einen Grabensee tektonischen Ursprungs mit einer maximalen Tiefe von 560m. Die Temperatur beträgt durchgehend von der Oberfläche bis zum Grund (!) ca. 27 - 29C und der See ist sehr nährstoffarm.
Die ermittelte Karbonathärte liegt bei 0 - 1 dH, die Gesamthärte bei 1 - 2 dH, der pH-Wert zwischen 7,8 und 8,5 und die elektrische Leitfähigkeit beträgt ca. 200 μS/cm.

Nun meine Frage:
Wie kann bei einer so geringen Karbonathärte ein derart hoher pH-Wert vorliegen, d.h. welche natürlichen Ursachen könnte es dafür geben, und wie könnte ich ähnliche Bedingungen im Aquarium herstellen?

Als Ursache für den hohen pH-Wert in der Natur könnte ich mir biogene Entkalkung vorstellen, er könnte aber durchaus auch andere Gründe haben.

Zur pH-Erhöhung des Aquarienwassers habe ich überlegt, Calcium-, Natrium- oder Kaliumhydroxid zu benutzen, habe aber keine Erfahrungen damit, d.h. ich weiß nicht, ob ich damit einen stabilen pH-Wert um 8 einstellen kann, auch wenn nur eine geringe Pufferkapazität im Wasser vorhanden ist, und welche Nebeneffekte oder Probleme sich aus der Benutzung der o.g. Stoffe ergeben könnte.

Ich bin deshalb für alle Anregungen, Kommentare und Denkanstöße offen!

Liebe Grüße und vielen Dank schon mal!
Dario



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 21
Gast (hmnaja)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 19.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo H2O,
habs nochmal nachgelesen. Karbonathärte ist gleich temporäre Härte, somit hast du recht. Nur im Sonderfall, dass ausreichend Magnesium und Calcium vorhanden ist, entspricht die Karbonathärte der Säurekapazität, genauer gesagt Hydrogencarbonat/2 + Carbonat.
Nichtsdestotrotz hatte sich in alten Trinkwasseranalysen eingebürgert, unabhängig von der Magnesium- und Calciumkonzentration die Karbonathärte mit Säurekapazität/2,8 anzugeben, was streng genommen, wie du  bereits gesagt hast, nicht richtig ist.
Gruß
hmnaja
H2O
(gute Seele des Forums)

  19.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von hmnaja vom 19.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo hmnaja,

jetzt bin ich wieder mal ein wenig überrascht und enttäuscht von Wikipedia, weil dort der selbe krasse Fehler den du machst postuliert wird. Kein Wunder kommt es dann zu solchen Diskussionen.
Ich werde mich jedoch nicht um eine Korrektur bemühen, das habe ich schon erfolglos bei anderen Fehlern in Wikipedia versucht.

Gruß
H2O
H2O
(gute Seele des Forums)

  19.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von hmnaja vom 19.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo hmnaja,

das ist leider falsch. Es steht so nicht in den Lehrbüchern und wird auch so nicht in Analysen angegeben. Wenn doch ist das ein Fehler.

Da Gesamthärte = temporäre Härte (also Karbonathärte) + permante Härte
kann die Karbonathärte nie höher als die Gesamthärte sein. Viele Wässer, insbesondere Mineralwässer enthalten große Mengen Hydrogencarbonat, die Karbonathärte dieser Wässer ist jedoch nur so hoch wie zuordenbare Erdalkaimetallionen vorhanden sind. Nur diese Hydrogencarbonationen dürfen als Karbonathärte ausgewiesen werden. Und auch nur diese würden beispielsweise bei Temperatureinwirkung zu Ausfällung führen.
Folgt man Deiner Argumentation, wäre eine Enthärtung mit einem, Ca-Na-Tauscher nicht möglich. Am Hydrogencarbonatgehalt wird ja bei diesem Verfahren nichts geändert. Also bliebe die Karbonathärte, die bekanntlich durch Temperatur zur Ausfällung führt, nach deinem Wissen ebenfalls unverändert ??

Wasser das Hydrogencarbonationen enthält jedoch keine Erdalkalimetallionen (z.B vom Enthärter), hat weder eine Gesamthärte noch eine Karbonathärte.

Gruß
H2O
Gast (hmnaja)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 18.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo H20,
ich bin immer noch der Meinung, dass die Karbonathärte der Säurekapazität entspricht, so stehts in den Lehrbüchern denke ich mal, und wird auch in Analysen so angegeben. Hydrogenkarbonat mal 2,8 entspricht der Karbonathärte. Vielleicht ist der Ausdruck ein wenig unglücklich, da der Karbonathärte keine Härte im Sinne von Calcium oder Magnesium entsprechen muss.
Die Karbonathärte entspricht der temporären Härte, sofern ausreichend Calcium und Magnesium (Ladungssumme Ca und Mg größer als Ladung Hydrogencarbonat). Diese Härte kann als Kalk ausfallen. Die permanente Härte kann dies nicht, hier ist Calcium und Magnesium an andere Anionen wie beispielsweise Sulfat gebunden.
Gruß
Hmnaja
H2O
(gute Seele des Forums)

  18.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von hmnaja vom 18.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo hmnaja,

nur um nochmal darauf hinzuweisen Karbonathärte ist nicht gleich Hydrogencarbonatgehalt.

Siehe dazu:

http://www.wasser.de/aktuell/forum/index.pl?job=thema&tnr=100000000003212&seite=2&begriff=Karbonathaerte&tin=&kategorie=

erste Antwort also ganz runter scrollen

Gruß
H2O
Gast (hmnaja)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.01.2008

Hallo Dario,
durch Rühren von Wasser, auch eines mit einer sehr niedrigen Karbonathärte -entspricht nach meinem Verständnis dem Hydrogencarbonatgehalt bzw. der Säurekapazität bis pH 4,3- kannst du den pH-Wert bis über 8,2 anheben. D.h. durch Austrag von Kohlendioxid durch Rühren kannst du den pH-Wert durchaus bis pH 8 anheben. Von starken Basen oder Laugen zur pH-Werteinstellung eines so schlecht gepufferten Wassers rate ich ab. Mit einfacher Dosiertechnik wirst du so keinen Spass haben. Ich würde mich einem Vorredner anschließen und das ganze über den Eintrag oder eben Austrag von Kohlendioxid regeln. Damit veränderst du auch am wenigsten an der Wassermatrix oder dem Ionengehalt.
Gruß
Hmnaja
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  13.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Klaus J. Nick vom 12.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Klaus Nick,

jetzt kommt wieder meine alte Hartnäckigkeit. Es gibt eine Relation zwischen dem Hydrogencarbonatgehalt (auch m-Wert genannt) und der Pufferkapazität eines Wassers. Manchmal ist der m-Wert auch mit der Karbonathärte (KH) identisch, aber nicht immer. Daher ist es nicht korrekt, eine allgemein gültige Relation zwischen KH und Pufferkapazität herzuleiten.

Viele Grüße aus der Pfalz
Tröpfchen
Ulrich Pfeffer
pfefferpfeffer-filtertechnik.de
(Mailadresse bestätigt)

  13.01.2008

Hallo Dario

Ich hab wir noch einen interessanten Link, da sind die absoluten Spinner wenn um Krebse und Garnelen geht!

http://www.crusta10.de/

Hier findest du vielleicht sogar einen direkten Erfahrungsbericht über deine Spezialgarnelen  und einige konkrete Haltungsanweisungen.

außerdem gibt's noch

http://www.garnelenforum.de/board/cmps_index.php?s=3197fe3f166015ae6a6a47b1cae2aa33

Aber das kennst du ja sicherlich ?

Grüße

Uli
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  12.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von tröpfchen vom 12.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo tröpfchen,

"Zunächst einmal den Hinweis, dass es keine Relation zwischen Karbonathärte (KH) und pH-Wert gibt. Aber das will ich jetzt nicht ausdiskutieren."

Aber zwischen Carbonathärte und Pufferkapazität. Diese zu erhöhen war u.A. Ansinnen des Fragestellers.
Dario wird sich vielleicht noch dazu äußern, ob es überhaupt eine biologische Notwendigkeit gibt, das Seewasser zu synthetisieren.
Gruß,
Klaus
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.01.2008

Hallo Dario!

Ich sehe in der Lösung deiner Aufgabenstellung kein prinzipielles Problem, eher entsprechenden Aufwand und Sachkenntnis.

Zunächst einmal den Hinweis, dass es keine Relation zwischen Karbonathärte (KH) und pH-Wert gibt. Aber das will ich jetzt nicht ausdiskutieren.

Jede Wasserqualität ist synthetisierbar. Aber dazu benötigt man nicht nur Angaben über KH und pH-Wert, sondern eine "Vollanalyse". Dann kann man das nachstellen. Aufwändiger ist es meines Erachtens, diese Qualität dann zu halten. Das man dabei alle äußeren Einflüsse minimieren muss, beispielweise auf eine "inerte" Umgebung zu achten hat, ist wohl selbstverständlich.

Besorge also zunächst einmal die kompletten "Wunschdaten" des Wassers. Dann lässt es sich gehaltvoller diskutieren und sicher auch den Matano-See in Miniformat nachstellen.

Viele Grüße aus der Pfalz
Tröpfchen    
Ulrich Pfeffer
pfefferpfeffer-filtertechnik.de
(Mailadresse bestätigt)

  11.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Dario vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hi
Das Wasser in einem biologisch aktiven aber "geschlossenen"  System über längere Zeit stabil zu halten ist ein Wunschtraum. Häufige Nachdosierung oder andere permanente Eingriffe (kontrolliert mit ONLINE Messung) sind unvermeidlich. Ich würde dir daher auch raten, möglichst nur "interte, unlösliche" Einrichtungsgegenstände zu verwenden, zB keinen  Flusskies, der enthält Kalk und allen möglichen Mist. Dadurch verringerst du diese Einflüsse.
Granit -splitt oder reiner! Quarzsand ist hier besser geeignet sonst kommst du mit nachjustieren der WW kaum nach. Die Härtewerte legen sowieso nahe, das es sich im Originalwasser um Urgestein ( Granit oä.)und keinesfalls um Sedimente handelt.
Entstehendes CO2, das dir den pH nach unten treibt kannst du durch entsprechende Belichtung und Düngung  über den Pflanzen/ Algenwuchs tagsüber gut in den Griff  kriegen, must nur sehen das der pH nicht zu weit ins alkali überschnappt ( pH 9 und mehr ohne CO2 Gabe durchaus leicht möglich). Nachts,ohne Assimilation und dadurch entstehende CO2 Zehrung, bleibt nur belüften um das CO2 auszutreiben.  
ich würde mit Chemikalien sehr vorsichtig hantieren, insbes wenn das Beckenvol sehr gering ist.
Probiers eher auf die natürliche Weise (s.o.) und Wasserwechsel mit deion. oder wenigstens voll enthärtetem  Wasser.
Wenn der pH stabil gehalten werden soll kommst du über eine elektr. Online- pH Messung und Regelung wahrsch. nicht herum.

Grüße

Uli
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  11.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 11.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo H2O,

"Grund dafür ist, dass es die Chemikalie Calciumhydrogencarbonat nicht zu kaufen gibt (die Verbindung existiert nur in wässriger Lösung)."

Das hast du aber auch recht, das gibt's nicht auskristallisiert. Das kann man nur mit CaCO3 und CO2 in wässriger Lösung erzeugen. Es hätte wahrscheinlich auch weitreichende Folgen für unser mauerwerk, wenn es das gäbe ;-)

Gruß, Klaus
H2O
(gute Seele des Forums)

  11.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Dario vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,

ich muss mir anscheinend doch angewöhnen meine Gedankengänge ausfühlicher zu beschreiben, und trotzdem nicht zu lange zu werden.

Ich bin davon ausgegangen, dass die Wasserqualität möglichst genau diesem See entsprechen soll (also auch Gesamthärte und Karbonathärte). Inzwischen scheint man davon jedoch schon teilweise wieder abzukommen oder das ursprüngliche Ansinnen war eben ein anderes.

Unter den genannten Voraussetzungen wäre ich so vorgegangen, dass ich die Geamthärte durch Verschneiden von normalem Trinkwasser mit vollentsalztem Wasser eingestellt hätte. Grund dafür ist, dass es die Chemikalie Calciumhydrogencarbonat nicht zu kaufen gibt (die Verbindung existiert nur in wässriger Lösung). Zur Einstellung der Gesamthärte (ausgenend von VE-Wasser) wäre sonst eine "Panscherei" mit verschiedenen Chemikalien notwendig.
Habe ich die Gesamthärte also richtig eingestellt und auch die Karbonathärte wird durch das Verschneiden schon fast sicher im richtigen Bereich liegen, will ich nicht durch Zugabe von Calciumhydroxid wieder die Gesamthärte verändern. Den pH-Wert kann ich einfach durch Natron- oder Kalilauge korrigieren. So meine Gedanken.

Wie empfindlich die Tierchen sind, und wie genau daher die Wasserwerte eingehalten werden müssen weiß ich leider nicht. Herr Pfeffers Empfehlung Natronlauge zu verwenden ist sicherlich richtig. Andererseits ist bei den geringen benötigten Mengen auch Kalilauge denkbar. Fische und auch Garnelen sind lt. Ernährungstabellen kaliumreich, woraus ich auf einen gewissen Bedarf schließe. Hier wäre wieder die Vollanalyse des Wassers sehr hilfreich, um die tatsächliche Zustände zu kennen.

Müssen die Wasserwerte nicht exakt eingehalten werden sind Korrekturen natürlich auch anders möglich. Jedoch will ich dann keine Klagen hören falls die Garnelen überschüssige Füsse und Fühler in die Luft strecken.

Gruß
H2O

PS: Muss noch etwas anfügen weil ich erst letztens eine Rüge zum Thema Karbonathärte kassiert habe. Durch Zugabe von Soda kann die Karbonathärte nur dann erhöht werden wenn gleichzeitig permanente Härte vorhanden ist. Ansonsten erhöht man nur die Säurekapazität pH 4,3 (früher m-Wert).

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Dario vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Dario,
ich meinte mit "Ausgasen", daß bei einer Temperatur von fast 30C der Austrieb von Kohlendioxid durch Wind und Wellen eher begünstigt wird, als bei niedrigeren Temperaturen. Dadurch verringert sich die Pufferkapazität, weil auch Carbonat aufgrund des Zusammenhangs im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht (CO3 <-> HCO3 <-> CO2) weniger wird. Daher erhöht sich der pH bis ins schwach basische (pH 8), da das Gegenion von Ca , Mg, vormals Hydrogencarbonat (HCO3), durch OH ersetzt wird. (Ich lasse hier mal die Ladungen der Ionen weg.)

Die Pufferwirkung von Hydrogencarbonat ist zwischen pH 5,5 ...7,5 am höchsten und zwischen 8...8,5 am geringsten und steigt dann wieder an (durch Carbonat). Man verhindert daher mit Carbonat ein starkes Absacken unter pH 7,5 bzw. einen starken Anstieg über 8,5, weil dann die Pufferwirkung einsetzt.

Wenn du Natriumcarbonat (Na2CO3) einsetzt erhälst du sehr schnell einen pH von über 9, da das Carbonat-Ion stark basisch ist. Du müsstest durch Säure den pH absenken. Dann bildet sich das erwünschte Hydrogencarbonat. Daher besser direkt Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) einsetzen.
Man könnte auch (lösliches) Calciumhydrogencarbonat (Ca(HCO3)2) nehmen.

Ich habe H2O so verstanden, daß es Unsinn wäre, erst, das Wasser zu entkalken/entsalzen, um dann wieder Kalk in Form von Ca(OH)2 zuzugeben. Machst Du das denn überhaupt? Habe ich da was überlesen?

Bei uns hat das Leitungswasser einen pH von 8,3 bei einem Leitwert von ca. 400 S/cm. Das könnte man dann wohl direkt verwenden. Die meisten Leitungswässer sind zur Korrosionsverhinderung zwischen pH 7,0 und 8,5, also neutral bis schwach basisch.

Grüße,
Klaus
Dario
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ulrich Pfeffer vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hi H2O und Uli!

Kein Problem, Natronlauge wäre sowieso meine erste Wahl gewesen! ;-)

Was meint ihr, würde es etwas bringen, die KH auf ca. 3 dH anzuheben, um mehr Pufferkapazität zu haben, und dann den pH mit Natronlauge auf ca. 8 zu bringen?
Wie stehen die Chancen, dass er bei diesem Wert oder leicht darunter stabil bleibt?
In das Becken sollen Garnelen, d.h. es wird nur sehr, sehr sparsam gefüttert und wöchentlich ca. 1/3 des Wassers gewechselt.

Habt ihr Erfahrungen mit Natriumkarbonat (Na2CO3)? Damit ließe sich doch theoretisch sowohl die KH als auch der pH-Wert erhöhen, oder?

Und was spricht denn nun für bzw. gegen Calciumhydroxid?

Liebe Grüße,
Dario
Ulrich Pfeffer
pfefferpfeffer-filtertechnik.de
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008

Hallo

Natronlauge OK,  aber Kalilauge, Kalium ist zwar ein  lebenswichtiges Mineral und wird im Körper überall gebraucht, jedoch ist es auch ziemlich schnell überdosiert udn wirkt dann toxisch. Chemisch funktioniert das, aber mit Tieren würde ich das nie machen. Wenn du den pH dauernd nachstellen musst, kommst Du über eine Kaliummessung auch kurzfristig nicht herum. Natronlauge ist da sicherlich unproblematischer.

Grüße

Uli
H2O
(gute Seele des Forums)

  10.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Dario vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Dario,

ja richtig du kannst mit Natronlauge oder Kalilauge arbeiten. Wie Klaus und ich auch aber schon angemerkt haben, brauchst dazu "Fingerspitzengefühl" am besten nur sehr vorsichtig zugeben und sehr verdünnte Laugen zur Dosierung verwenden.

Das Wasser wird ebenso empfindlich reagieren wenn durch Abbauprozesse Säuren entstehen. Ein Konstanthalten des pH-Werts wird daher einen ziemlichen Aufwand bedeuten.

Calciumhydroxid wirkt sich nicht auf die Karbonathärte (Gehalt an Hydrogencabonationen die vorhandenen Erdalkalimetallen zugeordnet werden können :-)), sondern auf die Gesamthärte aus. Die Gesamthärte ist eine Angabe zur Summe der Erdalikalimetalle, wozu eben auch Calcium zählt.

Gruß
H2O
Dario
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Klaus J. Nick vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hi Klaus!

An biogene Entkalkung (HCO3-Zehrung durch Photosynthese) hatte ich auch gedacht!
Es ist zwar praktisch kein Phytoplankton vorhanden, Pflanzenwuchs am Grund gibt es aber in den oberen Bereichen, die hell genug sind.

Was genau meinst du denn mit "Kohlensäure gast aus"?
Sprichst du vom CO2-Austrieb durch Wind, Wellen etc. und meinst du, dass der allein bei einer so geringen KH den pH-Wert derartig in die Höhe treibt?

Liebe Grüße,
Dario
Dario
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 10.01.2008!  Zum Bezugstext

Hi H2O!

Danke dir für die Informationen!

Leider hat noch keine genaue Analyse der Ionenverteilung stattgefunden, sie soll laut Importeur aber wohl noch gemacht werden.
Ich bin mal gespannt, ob da noch was kommt...!

Das heißt, ich könnte theoretisch Natron- oder Kalilauge verwenden um den pH auf den gewünschten Wert zu bringen?
Das einzige Problem ist dann wohl die Tatsache, dass aufgrund der geringen Pufferkapazität der pH-Wert auch wieder unkontrolliert absinken könnten, z.B. durch bei Abbauprozessen frei werdende organische Säuren...

Kannst du mir noch erklären, wie sich die Verwendung von Calciumhydroxid auf die KH auswirken könnte?

Liebe Grüße und vielen Dank!
Dario
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  10.01.2008

Hallo Dario,

".....welche natürlichen Ursachen könnte es dafür geben, und wie könnte ich ähnliche Bedingungen im Aquarium herstellen?"

Bei "normalen" Seen ist zunächst an Aufzehrung des Hydrogencarbonats und der Kohlensäure durch Algen zu denken, dadurch verliert das Wasser die Pufferkapazität und der pH geht aufgrund der gelösten Mineralien rauf.

Du sagst aber der See ist sehr nährstoffarm und die Temperatur ist sehr hoch und ohne Schichtung (starker Austausch). Wahrscheinlich wächst da nicht viel pflanzliches drin und es wird kein Carbonat durch biologischen Abbau und carbonathaltiges Gestein nachgeliefert (niedrige Härte /Leitwert). Dann gast Kohlensäure einfach aus und der pH geht hoch.
Ob man das im Aquarium stabil simulieren kann, weiß ich nicht.
Ohne Carbonat-Pufferung ist die pH-Wert - Erhöhung mit Laugen allerdings sehr vorsichtig anzugehen, sonst verlieren die Fische ihre Schuppen ;-)
Gruß,
Klaus
H2O
(gute Seele des Forums)

  10.01.2008

Hallo Dario,

Wasser das keine oder nur sehr geringe Pufferwirkung besitzt reagiert mit starker pH-Wert Änderung bei nur geringen Zugaben saurer oder alkalischer Chemikalien.

Am besten wäre natürlich wenn von diesem Wasser eine Analyse der enthaltenen Ionen vorliegen würde. Man könnte dann versuchen die Wasserzusammensetzung möglichst genau nachzustellen. Da andererseits zu pH-Wert-Einstellung eines so wenig puffernden Wassers nur sehr geringe Mengen an Natronlauge bzw. Kalilauge erforderlich sind, bestehen aus meiner Sicht keine Bedenken, diese Laugen zur Korrektur zu verwenden. Calciumhydroxid hätte ich erstmal nicht verwendet wenn zuvor schon die Härte durch Mischung von z.B. vollentsalztem Wasser und Leitungswasser eingestellt wurde, weil sich dann die Gesamthärte wieder verändern würde.

Gruß
H2O



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