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Kategorie: > Öffentliche Versorgung
Meerwasserentsalzung und Meersalzgewinnung
Gast (Eduard Kirschmann)
(Gast - Daten unbestätigt)

  05.11.2007

Hallo,

mich interessiert, ob es heute noch wirtschaftlich Sinn macht bei solarer Meerwasserentsalzung ins Auge zu fassen als zusätzliche Einnahmequelle Meersalz zu produzieren. Welche Verkaufspreise könnte man für das Meersalz wohl erzielen, wenn man davon ausgeht, dass bei der Entsalzung keinerlei Chemikalien verwandt werden müssen? Vielleicht hat sich ja schon einmal jemand von euch mit dem Thema befasst.

Alles Gute,

Eduard



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 24
Jochen Binikowski
buddelbiniyahoo.de
(Mailadresse bestätigt)

  02.01.2008

Hallo Wilfried,

danke für die Mail und die Links. Dein Text zu den esoterischen Wassern ist genial...

Nach der Lektüre ist mir auch klar, dass in unserer Gegend auf den Philippinen die Solar-Variante eher nicht in Frage kommt, da wir in einer echten Wetterecke sind mit jede Menge Regen und fast jeder Westpazifik-Taifun schlägt entweder bei uns auf oder beehrt uns mit seinen Sintflut-Ausläufern.

Aber, mir ist da eine ganz andere Idee gekommen: Wenn wir Holzkohle produzieren, fällt jede Menge Abwärme im Meiler an. Die wollen wir irgendwie ausnutzen, angedacht ist ein Rohrleitungssystem im Meiler, um mit dem heissen Wasser eine Art Fußbodenheizung nebenan zu betreiben. Da könnte dann Reis, Mais, Copra oder die Holzkohlebriketts getrocknet werden. Vieleicht gibt es ja eine Möglichkeit, auf diese Weise sonnenunabhängig Meersalz und destilliertes Wasser (wird dort hauptsächlich für Autobatterien und Medizin gebraucht) herzustellen.

Für sachdienliche Hinweise bin ich natürlich immer dankbar. Immerhin könnte das eine Art Pilotprojekt werden. Je mehr verschiedene Produkte hergestellt werden können, desto einfacher das Marketing. Z.B. wäre die Trockenanlage saisonbedingt nur ca. 6 Monate im Jahr für Getreide zu gebrauchen, Holzkohle kann aber ganzjährig rund um die Uhr erzeugt werden.

PS: Vieleicht produzieren wir ja dann nebenbei noch esoterisches Mineralwasser für wohlhabende Filipinos und werden reich wie Rockefeller und können mit der Knete Robin Hood spielen...*lol*
Jochen Binikowski
buddelbiniyahoo.de
(Mailadresse bestätigt)

  02.01.2008

Wenn ich auf den Philippinen bin werde ich wohl erst einmal die Marktpreise für Meer-, Koch-, Dünger- und Futtersalze sowie destilliertes Wasser recherchieren und das hier posten. Dann hat man einen Anhaltspunkt in Bezug auf Rentabilität.

Hier eine megatolle Seite aus Indien. Das ist eine Fundgrube für alternative Landwirtschaft. Da gibt es auch jede Menge Infos über Reishülsen- und Holzkohleöfen. Die dort verlinkten Videos über Holzkohle und Bambus sind absolut sehenswert. Da kann man was von lernen.

http://www.hedon.info/goto.php/ARTI

Wegen der Holzkohle und Biomasse gibt es noch keinerlei Pläne wegen Export. Ich denke die lokalen Märkte sind groß genug, das kriegen wir in 3 Leben nicht abgedeckt...

Wegen der Entstehung von Terra Preta sind sich die Experten immer noch nicht einig. Dummerweise haben damals die Spanier ja die Indios, die es wussten, im Namen des Kreuzen abgemurkst. Fest steht, Terra Preta ist menschengemacht. Entweder geplant oder per Zufall, z.B. indem die Indios festgestellt hatten, dass Pflanzen auf den Müllplätzen besser wachsen. Die Holzkohle entfaltet die Wirkung nämlich nur in Kombination mit Kompost.

Bislang ist es noch nicht gelungen, Terra Preta 100%ig herzustellen. Da beissen sich die Wissenschaftler immer noch die Zähne dran aus.

Möglicherweise kommt der große Durchbruch durch einen Zufall beim Experimentieren. Vieleicht bin ich ja der Glückliche der das schafft. Nach dem Motto: Der dümmste Bauer erntet die größten Kartoffeln - oder - ein blindes Huhn findet auch ein Korn... Dann werde ich noch auf meine alten Tage Dr. H.C. und Ihr müsst Sie zu mir sagen...

Aber mal im ernst: Wenn der Durchbruch kommt bedeutet dies eine drastische Senkung des Kunstdünger-Verbrauchs und eine enorme Steigerung des Lebensstandards der Landbevölkerung.

Ja, Käfer und Schmetterlinge habe ich abends auf meinem Balkon im neuen Haus ohne Ende, in unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich verwilderte Flächen, sozusagen Mini-Dschungel für arme Leute. Hier ein Video:

http://www.youtube.com/watch?v=JTherd_VxvQ

Ich habe auch einige Käfer usw. fotografiert, schicke ich per Email. Der Balkon ist ein El Dorado für Insektenforscher, nur bei Parties kommt dass mit dem Getier nicht so gut, da arbeiten wir an einer lampentechnischen Lösung.

Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  02.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 01.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Lothar,

hatte gar nicht bemerkt, dass Du da 2 Min. schneller warst - wäre sonst drauf eingegangen. Diese "Überlebensmodelle" werden tatsächlich seit Jahrzehnten in der einschlägigen Literatur wiederholt, aber ausprobiert hat das glaube ich noch nie einer der Verfasser - möglicher Weise sind einige dabei verdurstet. ... solltest Du mal etwas Zeit übrig haben, Meerwasser hast Du ja genug. Nimm Dir aber bitte genug zu Trinken mit! ;-))

Hallo Jochen,

die Pelletierung der Reishülsen ist für den Export gedacht. Öfen für die Verbrennung loser Reishülsen kannte ich bisher noch nicht, sah das gute Material nur immer bergeweise verkokeln. Ich denke in Laos und wohl auch bei Euch ist Holz nicht gerade Mangelware.

Beste Grüße
Wilfried
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  01.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Jochen Binikowski vom 01.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Jochen,

was habt ihr euch über die in Südamerika mit eingebrachten bezw. vorgefundenen Keramikscherben gedacht? Dürfte ja keine Relevanz als Dünger haben. Vielleicht kontrollierte Abgabe von Spurenelementen ? Oder Zufall. Je nach dem wo man hier in Griechenland läuft, wandelt man ja auch auf Scherben.

Ich wünsche dir alles Gute für das Vorhaben und werde das beobachten. Vielleicht hast du auch mal etwas Zeit ein paar Fotos von den dortigen Käfern zu machen ? Ja ich meine die sechs-, acht-, und vierzigbeinigen, von den zweibeinigen habe ich schon einige kennengelernt.

LG aus GR

Lothar
Jochen Binikowski
buddelbiniyahoo.de
(Mailadresse bestätigt)

  01.01.2008

Hallo Wilfried und Lothar,
danke für die Infos. Werde das mal bei Wiki studieren und die von Lothar vorgeschlagene Sache auch mal durch den Kopf gehen lassen.

Ja, beim Reisexperiment hatten wir einen Fehler gemacht, indem wir kein Vergleichsfeld "ohne alles" angelegt haben. Beim aktuellen Versuch ist es aber vorhanden. Immerhin, beim dokumentierten Versuch ist ja in den Feldern 4 und 5 kein Kunstdünger eingesetzt worden und die Ernte war ca. 40% niedriger.

Aus den Reishülsen kann man natürlich auch ohne Verkohlung Briketts machen. Macht nur wenig Sinn da es inzwischen simple Kocher gibt die man mit losen Reishülsen beschicken kann. Wir werden aber auch damit experimentieren, da es evtl. Sinn macht, die Hülsen mit Lehm o.ä. zu mischen und Briketts formen, die möglicherweise einen niedrigeren Brennwert, dafür aber eine längere Brenndauer haben. Das wird z.B. zum warmhalten von schon gebratenem Fleisch gebraucht, sozusagen ein billiger Nachbrenner.

Bei den Topf-Experimenten ist geplant, den Kunstdünger zu verflüssigen und mit Holzkohle und dem Lavamehl zu mischen. Das wird eine extrem spannende Sache werden. Nur noch 2 Wochen bis zur Abreise und meine Liste wird jeden Tag länger. Langeweile wird im Tropenparadies bestimmt nicht aufkommen.

Hier unser Portal mit Infos über die Gegend (Auch Videos und Fotos), das Teil soll später die Vermarktungsplattform werden, wo alle Hersteller ihre Sachen im Online-Shop für den lokalen Markt anbieten können, evtl. auch für Export:

http://bicolshop.com/index.php

Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  01.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Jochen Binikowski vom 01.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Jochen,

zunächst möchte ich sagen, RESPEKT vor  Deinem Projekt auf den Philippinen - habe mich auf der Web-Seite umgesehen. Ich freue mich auch immer zu beobachten, wie sich viele geniale Ideen parallel auf der Welt entwickeln. Z.B. die Nutzung der "nutzlosen" Reishülsen verfolgt ein Freund von mir in Laos auch, werden allerdings als Pellets vermarktet (sind schließlich auch kleine Briketts).

Das Prinzip Deiner Meerwasserentsalzung funktioniert zwar, ist aber gemessen an der Produktivität viel zu teuer, also keineswegs mit "Bordmitteln und Null Investition an Geld zu machen".

Es wirkt allein direkte Solarstrahlung aus möglichst klarem Himmel - nicht etwa hohe Lufttemperaturen. Bei günstigem Wetter kann das System dann pro Tag ca. 2 - 3 Liter Wasser pro !Quadratmeter! destillieren. Das wären Trinkwasser für eine Person und ca. 35 Gramm Salz.

Zu den verschiedenen Verfahren gibt es bei Wikipädia einen recht guten Überblick - aber Vorsicht vor Fehlinvestitionen, vieles sind reine Studien, kreative Ideen und haben sich in der Praxis noch nicht bewährt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Solare_Meerwasserentsalzungsanlagen#Scheffler_Meerwasserentsalzungsanlage


Beste Grüße
Wilfried
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  01.01.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Jochen Binikowski vom 01.01.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Jochen,

ja , das sollte funktionieren. Das hat man vor vielen Jahren schon zum Überlebenstraining gepredigt. Und zwar ohne Eimer oder Kochtopf. Einfach ein Loch in den Boden graben; dann fängt man so das bischen Wasser von der Erdfeuchte auf.

Der nächste Schritt wäre vielleicht eine Pyramide aus Glasscheiben, wo das Wasser am Glas kondensiert und nach unten in Auffangrinnen läuft. Der Verdampferteil könnte geschwärzt sein um die Wärme der Sonne besser aufzunehmen. Ebenfalls wäre ein Glaskasten vorstellbar, welcher von Glasröhren durchzogen ist, welche mit der Kaminwirkung von unter dem Kasten kühlere Luft anziehen und als Kondensatoren wirken. Könnte natürlich in grösserem Massstab auch Edelstahlblech sein und die Kiste aussen schwarz zum erwärmen.

Mich interessieren dafür deine Terra preta Experimente. Werde das mal im Auge behalten.

Da gut verkohlte Holzkohle ein Höchstmass an Porosität aufweist, könnte man die auch noch vor dem Ausbringen mit einer organischen Form von Flüssigdünger tränken . ??

Ach und bei den Auswertungen vielleicht auch mal ein Stück ganz normale unbehandelte Erde vergleichen. Oder geht da bei Reis ohne Düngung gar nichts ? Vermutlich wird es auch Unterschiede in den Ergebnissen geben, wenn man mal Holzkohle unterschiedlichen Verkokungsgrades hernimmt ?

LG aus GR

Lothar
Jochen Binikowski
buddelbiniyahoo.de
(Mailadresse bestätigt)

  01.01.2008

Moin moin,

seit einigen Jahren experimentiere ich in unserem Betrieb auf den Philippinen im Bereich Landwirtschaft. Was als Hobby angefangen hat entwickelt sich almählich zu einer ziemlich komplexen Sache mit wissenschaftlichen Charakter. Zum besseren Verständnis (ich hoffe das ist hier im Forum erlaubt) ein Link zur Projekt-Homepage:

http://www.buddel.de/kft/terra_preta.htm

Das Thema Salzgewinnung und Herstellung von destilliertem Wasser steht auf meiner Liste künftiger Experimente. Da ich davon nicht viel Ahnung habe möchte ich mich hier im Forum versuchen etwas schlau zu machen.

Insbesondere interessieren mich Möglichkeiten, mit ganz geringem finanziellen Aufwand eine kleine Versuchsanlage zu bauen. Vor längerer Zeit habe ich einmal von so einer Sache gehört und möchte Euch fragen, ob das einen Versuch wert wäre oder ob es bessere Möglichkeiten gibt:

In einem großen Metalltopf wurd in die Mitte eine offene Blechdose gestellt und mit einem Stein im inneren beschwert. Dann wurde in den großen Topf Meerwasser gefüllt, bis kurz unter dem Rand der kleinen Dose. Danach wurde über den großen Topf eine Plastikfolie luftdicht gespannt und in der Mitte der gespannten Folie ein kleiner Stein gelegt, um eine Vertiefung zu erzeugen. Dann das Ganze in die Sonne gestellt. Das Meerwasser kondensiert dann angeblich an der Unterseite der Folie und tropft in die kleine Dose. Zurück bleibt im großen Topf am Boden das Meersalz.

Soweit also das Prinzip. Wäre praktisch mit Bordmitteln und Null Investition an Geld zu machen. Was haltet Ihr davon? Die Idee ausprobieren oder vergessen? Falls es klappt wäre Marketing kein Problem, es gibt z.B. jede Menge Fischer in der Gegend und wir experimentieren ja auch mit Düngerherstellung, Viehfutter usw. Für den Anfang hätten wir also schon mal einen Eigenbedarf und könnten bei Bedarf die Anlage auf kommerzielles Niveau bringen.

Am 15.1. fliege ich wieder auf die Philippinen und bleibe mindestens 6 Monate. Zeit genug für Experimente. Ich würde die Ergebnisse natürlich hier im Forum und auf der Homepage veröffentlichen und gerne mit anderen Leuten die ähnliche Versuche machen, kommunizieren.

Gruß aus Hamburg, Jochen
Eduard Kirschmann
eduard_kirschmannhtp-tel.de
(Mailadresse bestätigt)

  09.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 09.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

die Argumentation mit der Strömungsgeschwindigkeit klingt plausibel. Ich vermute jedoch, daß die Angelegenheit um einiges komplizierter ist (war da nicht was mit einer antarktischen Zirkumpolarströmung, von der nur jeweils ein Teil abzweigt und an der Ostküste Afrikas an die Oberfläche tritt ...?). Ob das, was ich mit den mehreren Jahrtausenden aufgeschnappt habe wissenschaftlich tatsächlich geprüft ist, kann ich nicht sagen, ich werde der Sache aber nachgehen, da die Meersalzgewinnung tatsächlich Sinn zu machen scheint.
Anscheinend spricht zumindest nichts dagegen an der vom Angolastrom umspülten Küste Namibias im Bereich des längsten Küstennationalparks der Welt das Wasser dem Uferfiltrat zu entnehmen - damit wäre man in jeder Hinsicht auf der sicheren Seite. Und die Bedingungen um aus der Sole Salz zu gewinnen sind in der Namib auch ideal. Nur etwas abgelegen ist der Ort halt schon. Werbetechnisch bietet sich dafür aber auch an, die Reize des Landes zu nutzen - z.B. das Bild einer Oryxantilope in der Namib. Und klingt "Skelettküste" nicht wunderbar gottverlassen und damit ökologisch?

Alles gute und vielen Dank für das anhaltende Interesse,

Eduard
Gast (Christoph)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 09.11.2007!  Zum Bezugstext

Hi Wilfried,

"...Verschmutzung gelangt aber auch auf direktem Weg in die Tiefe..."

spüre ich da etwa negative Schwingungen?
So wird das nichts mit dem Vertrieb!

Gruß
Christoph
Gast (Christoph)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Eduard Kirschmann vom 09.11.2007!  Zum Bezugstext

Hi Eduard,

also in Strand/Küstennähe Tiefseewasser abpumpen...
aber trotzdem sind hier doch einige 100 oder 1000m Druckleitung, Stromversorgung für die Pumpe und Solerückführleitung sturm- und brandungssicher zu verlegen?!

@Wilfried,
ja da kommt schon einiges zusammen:
prähistorisches Tiefseewasser, "..sind im Meersalz sämtliche Elemente unserer Erde gelöst..." wenn das nicht mal ganzheitlich klingt! Durch segnende Sonnenstrahlen kristallisiert...
Ich würde geren den Vertrieb für Süddeutschland übernehmen!
Denke, das Lüneburger Himalaya-Salz liese sich hier leicht toppen!

Gruß
Christoph
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  09.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Eduard Kirschmann vom 09.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Eduard,

die Geschwindigkeiten de Tiefseeströme sind unterschiedlich, ein Großer aber, z.B. der Golfstrom, bewegt sich mit bis zu 10 kmh - Jahrzehnte braucht ein Umlauf also nicht.
Verschmutzung gelangt aber auch auf direktem Weg in die Tiefe. Publizierte Müllentsorgungsskandale sind nur die Spitze eines Eisbergs. Und nicht alles bleibt an der Oberfläche...
Ich will das Tiefseewasser nicht schlechter machen als es ist, aber einen großen Qualitätsvorsprung gegenüber einem Uferfiltrat hat es nicht. Die wesentliche Verschmutzung der Ozeane ist sichtbar an der Oberfläche - sind Plastiktüten, Flaschen, Öl- und Teerklumpen, Fäkalien und Müll aller Art.
Genau aus dieser Wasserschicht bedienen sich herkömmliche Salinen.

Beste Grüße
Wilfried
Eduard Kirschmann
eduard_kirschmannhtp-tel.de
(Mailadresse bestätigt)

  09.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 08.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

nach meinem Informationsstand verbringt das Wasser in der Regel Jahrtausende in den Tiefseeströmungen, bevor es wieder an die Oberfläche steigt und ist damit von zivilisatorischen Einflüssen bisher tatsächlich noch nicht betroffen. Es gibt also nichts, "wohinter der Verbraucher" kommen könnte. Das spricht natürlich nicht dagegen ökologische und auch Entwicklungspolitische Argumente bei der Vermarktung mit in den Vordergrund zu stellen - zumal sie bei mir und soviel ich weiß auch bei dir entscheidend dazu beigetragen haben sich überhaupt mit der Sache zu befassen.

Alles Gute,

Eduard
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  08.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Eduard Kirschmann vom 08.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Eduard,

"und wenn auf dem Markt vor Ort die Qualität eine untergeordnete Rolle spielt, dann dürfte sich der Markteintritt vermutlich schwierig gestalten?"

So isses nicht ganz. Der Qualitätsunterschied wird offensichtlich und da es um relativ kleine Summen geht wird der Verbraucher es sich leisten können - "ich bin es mir wert"...

Und zum Thema Tiefseewasser meine ich, dass da die Verbraucher schnell durchschauen, dass das was da hoch kommt auch einmal nach unten ging, selbst wenn dazwischen Jahre liegen. Da ließe sich ein Marketing "aus solarer Destillation" schon eher platzieren, vor allem in Reformhäusern, Drogerien und auch Apotheken.

Beste Grüße
Wilfried
Eduard Kirschmann
eduard_kirschmannhtp-tel.de
(Mailadresse bestätigt)

  08.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 08.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Christoph & Wilfried,

mit dem Dichten habe ich es nicht so, allerdings habe auch ich einen gewissen Hang zum Tiefseewasser, wenn es um Speisesalzherstellung geht. Einfach weil es ein beruhigendes Gefühl ist zu wissen, daß Erzeugnisse der menschlichen Zivilisation (unabhängig von Meßergebnissen, die theoretisch lückenhaft sein könnten) noch keine Gelegenheit hatten dieses Wasser zu verschmutzen.
Deswegen interessieren mich Küstenareale, an denen Tiefseeströmungen an die Oberfläche treten (Vermeidung der für kleine Anlagen viel zu kostspieligen, langen Leitungen). Vor allem sind dies der Angola- (Benguela-) Strom an der südostafrikanischen Küste und der Humboldtstrom in Südamerika.
Gegen derartige Standorte spricht jedoch die Ferne zum Markt für hochwertiges Speisesalz. Das Speisesalz von Namibia nach Europa zu schaffen wäre - insbesondere bei anfänglich geringen Produktionsmengen - vermutlich unwirtschaftlich. Auf jeden Fall müßte der Vertrieb in Europa sichergestellt sein, bevor ich mich da unten der Erprobung und weiteren Entwicklung widme.
Oder man müßte für den Anfang lokale Abnehmer finden, wie es Wilfried vorschwebt. Gerade in Namibia trifft man lokal aber bereits auf Meersalzgewinnung in großem Maßstab und wenn auf dem Markt vor Ort die Qualität eine untergeordnete Rolle spielt, dann dürfte sich der Markteintritt vermutlich schwierig gestalten?

Alles Gute,

Eduard
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  08.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Christoph vom 07.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Christoph,

Du meintest "Solch ein Salz müsste man aber intelligent (spezielle Eigenschaften andichten) und zu horrendem Preis vermarkten, damit sich das lohnt..."

pssst, meine Idee, hier sind überall Spione ;-)))

Und weiter: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Solar-Salz am Massenmarkt auch nur ansatzweise konkurieren kann. der Gewinn wird höchstens im Einsparen der Sole-Entsorgung liegen..."

Soleentsorgung wäre nur im Binnenland ein Faktor, z.B. im Chaco (Argentinien - Paraguay). An der Küste kann man die Sole bedenkenlos zurück ins Meer leiten, ev. auch versickern. Aber tatsächlich spielen Transportkosten und die Verfügbarkeit eine große Rolle. In den nordafrikanischen Wüstenregionen wird Salz noch heute aus salzigen Tümpeln gewonnen - das ist mehr ein Salz-Lehmgemisch - getrocknet und in Barren auf Kamelen über Hunderte von Kilometern verteilt - für uns mehr ein Viehsalz - Streusalz ist dort auch weniger gefragt. Und die Menschen glauben an die Qualität (Kamele und Ziegen vielleicht auch). Besonderen Wert legen Fischer darauf, dass das Salz für die Konservierung ein Meersalz ist. Und das kann ich militanter Anti-Esoteriker sogar nachvollziehen, denn die Geschmacksunterschiede zu Steinsalz sind deutlich und reproduzierbar.

Interessant wäre vergleichsweise ein Doppel-Blind-Test mit Himalaya Salz. Dort hege ich den bösen Verdacht, es stammt in Wirklichkeit aus der Lüneburger Heide ;-))

Übrigens sind im Meersalz sämtliche Elemente unserer Erde gelöst - teilweise nur in Spuren. Es gibt aber einige Konzentrationen, welche sich durchaus auch industriell und wirtschaftlich nutzen ließen, außer banalem Salz z.B. Rohgips, oder Mineralien für die Kunstdüngerproduktion.

Bestgesalzene Grüße
Wilfried
Gast (Christoph)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 07.11.2007!  Zum Bezugstext

Hi,

Meersalz hat schon einen um Klassen besseren Geschmack
als Steinsalz, aber das wissen nur Gourmet's und Hobbyköche...
Wenn die Zusammensetzung des Salzes aus brackigem Uferfiltrat die gleiche ist, hätte ich schon Interesse an solch einem Produkt. Hatte ich doch bisher immer gewisse Bedenken, was sich da noch alles zwischen den "Atlantik-Salzkörnern" tummelt...
Solch ein Salz müsste man aber intelligent (spezielle Eigenschaften andichten) und zu horrendem Preis vermarkten, damit sich das lohnt...

"Mehrfach durch die Destille schicken" ??

Ich besuchte vor einiger Zeit das Salzbergwerk Kochendorf/Bad Friedrichshall, egal ob es zu Chemiesalz Streusalz, Kochsalz aufbereitet werden soll, das Zeugs ist in solchen Massen vorhanden... ich gehe davon aus, dass es keinen Eigenwert besitzt, sondern, dass sich der Preis ausschliesslich aus Abbau- und Transportkosten zusammensetzt. Man konnte Brocken nach Belieben mitnehmen! Zusammensetzung 95% NaCl 5% Saurierscheisse (ich habe es zum Kartoffelkochen aufgebraucht...).
In kalten Wintern fährt Sattelzug an Sattelzug vom Gelände um die Streusalzlager der Region aufzufüllen!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Solar-Salz am Massenmarkt auch nur ansatzweise konkurieren kann. der Gewinn wird höchstens im Einsparen der Sole-Entsorgung liegen...

Gruß
Christoph
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  07.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Christoph vom 07.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Christoph,

das Tiefseewasser am besten geeignet ist kann ich nicht bestätigen. Abgesehen von einer dünnen Oberschicht wird die Wasserqualität nicht besser und auch die Salzqualität bleibt gleich.
Gut sind strandnahe Brunnen - also ein Uferfiltrat. Schwebeteilchen werden hier zurück gehalten und organische Kontaminationen weitgehend auch - Reste bekommt man dann leicht mit Aktivkohle in den Griff.

Das Wasser kann auch gern brackig sein. Die mineralische Zusammensetzung ändert sich nur minimal. Um das "dünne" Rohwasser zu einer salinengerechten Sole aufzukonzentrieren wird es mehrfach durch die Destille geschickt.

Ganz anders verhält es sich bei stark salzhaltigen Grundwässern - sowas gibt es auch, Flugstunden von einer Küste entfernt, salzhaltiger als die Ozeane. Hier ist die Zusammensetzung der Salzprodukte eine ganz andere, aber wirtschaftlich auch interessant, z.B. für die Kunstdüngerindustrie und andere Verfahren.

Beste Grüße
Wilfried
Gast (Christoph)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Eduard Kirschmann vom 06.11.2007!  Zum Bezugstext

Hi Eduard, hi Wilfried,

diese Standortfrage würde mich auch interessieren!
Einerseits vermute ich, dass kaltes
Wasser aus großer Tiefe am besten geeignet ist um als Trinkwasser und Meersalz aufbereitet zu werden.
Andererseits bedeutet das aber auch, dass hunderte oder gar tausende Meter Druck- Elektro- und Solerückführleitung zur siedlungsnahen, sturmflutsicheren Aufbereitungsanlage führen müssen.
Naheliegender ist da doch die Aufbereitung von brackigem, natürlich vorgefiltertem Grundwasser, welches aber durch seine Zusammensetzung evtl. nicht mehr zur Salzgewinnung geeignet ist...

Gruß
Christoph
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  06.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Eduard Kirschmann vom 06.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Eduard,

Nachbehandlungen von Meersalz aus offenen Salinen dienen nur zur Reinigung auf Lebensmittelqualität. In weniger entwickelten Regionen wird es zu Konservierungszwecken (Fisch, Fleisch)direkt verwendet.

Beste Grüße
Wilfried
Eduard Kirschmann
eduard_kirschmannhtp-tel.de
(Mailadresse bestätigt)

  06.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 06.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

muss das Meersalz nicht nachbehandelt werden, um als Speisesalz in Frage zu kommen? Ich erinnere mich etwas in der Art gelesen zu haben (im Internet), daß Meersalz an sich etwas bitter sei und einige Salze entfernt werden müßten?

Eduard
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  06.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Eduard Kirschmann vom 06.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Eduard,

zur Standortfrage: Da wo die Sonne schein ;-))
Natürlich sollen möglichst keine Grundstückskosten anfallen, es soll gut erreichbar sein, windgeschützt, Schutz vor Tieren und spielenden Kindern, usw.
Und wie gesagt, auch der lokale Markt ist zu berücksichtigen.
500 Liter Destillat bedeuten ca. 30 - 50 kg Salz pro Tag. Da kommen als Kunden also nur Kleinabnehmer in Frage, z.B. Fischer. Du kannst aber auch eine Reformhauskette als Partner suchen. Früher hatte ich mal die Idee Würzsole in Flaschen zu füllen ;-)

Beste Grüße
Wilfried
Eduard Kirschmann
eduard_kirschmannhtp-tel.de
(Mailadresse bestätigt)

  06.11.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 06.11.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried - und vielen Dank für die Antwort!

Ich will in Eigenregie eine Versuchsanlage mit einer anfänglichen Tagesleistung von ca. 500 Litern Destillat installieren und vor Ort schrittweise erweitern. Wo würden Sie einen solchen Versuch unternehmen?

Danke im Voraus,

Eduard
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  06.11.2007

Hallo Eduard,

eine angeschlossene Saline unterstützt natürlich die Wirtschaftlichkeit der solaren Destillation. Welche Rendite sich erzielen lässt hängt stark vom regionalen Markt, nämlich der Wettbewerbssituation ab.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Salinen, welche als Rohwasser meist das Meerwasser der Oberfläche verwenden, zeichnet sich Sole aus der solaren Destillation durch einen sehr hohen Reinheit aus - das Endprodukt muss nicht mehr gewaschen werden. Verlangt der örtliche Markt hingegen nur Viehsalz, spielt die Reinheit kaum eine Rolle - es sei ein ganzer Ölteppich landete in einer Saline.

Gute Preise sind also für Speisesalz und auch als Rohstoff in der Chemieindustrie zu erzielen. Lukrativ wäre übrigens auch das solar destillierte Wasser hier zu verwenden.

Beste Grüße
Wilfried



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