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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Bitte um Trinkwassereinschätzung FrankfurtMain
Gast (Alexander Merz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  13.12.2006

Hallo : )

Nachdem ich hier schon ein paar Beiträge zu UO-Anlagen und Trinkwasserqualität gelesen habe, ist das Resümee, daß Privat-Filtration nur in Einzelfällen sinnvoll ist und dann auch nur bei fachgerechtem Einbau und Betrieb und regelmäßiger Wartung.

Die Trinkwasserqualität wird als gut eingestuft. Jedoch wurde das für Raum Frankfurt und Raum Berlin hinsichtlich Hormon-/Medikamentenrückstands-Belastung eingeschränkt, da es sich dort(/hier ; ) um Oberflächengewässeraufbereitung handelt.
(Versuchte gleich eine Berliner-Stadtwerkefrau zu widerlegen - Intention natürlich fraglich.)
Herr Köckritz/Frau Brenner hier: http://www.wasser.de/aktuell/forum/index.pl?job=thema&tnr=100000000001482&seite=1&begriff=brenner umkehr osmose&tin=&kategorie=

Auf die verwiesene Quelle von Herrn Köekritz kann man leider nicht (mehr?) zugreifen... http://www.blac-info.de/

Habe jedenfalls auch die Analyse des Wassers vom Kraftwerk vorliegen:
http://www.mainova.de/pdf/PR_TrinkwV2001_2005.pdf

plus Zitat von der Website:
"Wasserversorgung von 1945 bis um 1970

Im Rahmen des Wiederaufbaus und der Neubauprojekte wurde 1947 bis 49 am Heiligenstock, dem höchsten Punkt der Stadt, ein neuer Hochbehälter errichtet und 1947 mit Vorarbeiten für zehn neue Brunnen im Schwanheimer Wald begonnen (1949 bis 57 ausgeführt). Es schloss sich ein Brunnenneubau im Gebiet des Hofguts Mönchhof an (1948 bis 1950). In der 50er Jahren erfolgte eine Erweiterung der Pumpwerke Hattersheim und Praunheim II, ferner eine Erneuerung von Praunheim III und der Ausbau der Quellen Kaltenborn und Somborn im Kinzigtal. Die Grundwasservorkommen in der näheren Umgebung Frankfurts waren erschöpft, so beschäftigten sich die städtischen Gremien seit 1955 mit der künstlichen Grundwasseranreicherung mit aufbereitetem Flusswasser, wofür 1958/59 in Niederrad eine Anlage entstand und mit einer intensiven Verbindung zu auswärtigen Wasserverbänden, vor allem im hessischen Ried, von wo seit 1965 und 1968 Frankfurt Wasser bezog, und Oberhessen zwecks Erhöhung der zu liefernden Wassermenge (1971). Außerdem gründeten die Stadt Frankfurt und die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern den Wasserverband Kinzig (1963). 1960 begann man mit dem Abteufen von Tiefbrunnen der Gewinnungsanlage Hinkelstein, die die alten Saugbrunnen, die lediglich eine Saughöhe von 7 m hatten, und die zu einer Brunnengalerie zusammengefassten 74 Brunnen ersetzten."
- Quelle: http://www.mainova.de/uebermainova/366.jsp
für einen späteren zeitraum war nix zu finden.

www.hessenwasser.de von denen wohl der mich versorgende Tank auch Wasser bezieht gibt keine genauen Informationen her...

Also wie sieht das aus mit der Schadstoffbelastung bei solchen wohl eher minderwertigen Wasserquellen? Können die Werke das was rausfiltern?
Die Analyse liefert für die Standardstoffe ja Richtwerte, die unter der TVO liegen.

Danke schonmal und Gruß, : )
Alexander



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 4
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  14.12.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Alexander Merz vom 14.12.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Alexander,

jetzt muss ich mich auch mal einmischen ;-)

> 1. Priorität hätten für mich natürliche Quellen, die
> einfach Wasser liefern, wie es natürlicherweise für
> den Körper vorgesehen ist, statt aufbereitetem
> Wasser, dem etwas zugesetzt wird und etwas entzogen
> wird (nicht nur Schadstoffe).

Jaja, "natürlich" hört sich immer gut an. Nur bedenke bitte auch einmal was "natürlich" eigentlich heisst und was "natürlich" eigentlich ist. Wasser, egal ob Quell- oder Grundwasser hat "natürliche" Komponenten, die für den menschlichen Gebrauch schädlich sind.
"Omnia sunt venena, nihil est sine veneno. Sola dosis facit venenum." wusste schon der alte Paracelsus (Alle Ding sind Gift und nichts ist on Gift; alein die Dosis macht das ein Ding kein Gift ist).
Was natürlich vorgesehen ist, muss nicht immer gut sein, so sind z.B. auch die stärksten Gifte (Botox, Curare etc.) "natürlich". Der Evolution zum trotz ist es ein weitverbreitetes Vorurteil, der menschliche Körper sei auf seine natürliche Umgebung "optimal" eingstellt und diese sei im Umkehrschluss das "Optimum" für ihn. Vor den Zeiten der flächendeckenden Wasserversorgung war Wasser ein "echter" Risikofaktor für den Menschen - und ich spreche hier keinesfalls nur von menschgemachten Risiken. Nur hat es früher niemand gemerkt (und es gab ja auch keine Alternativen) wenn ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung durch Inhaltsstoffe aus dem Wasser umkam.

Bei einer normalen Wasseraufbereitung seitens des Versorgers werden *keine* Bestandteile entfernt, die für Dich wichtig sein könnten oder Dir einen Vorteil brächten. Trübstoffe, Eisen, Mangan oder Bakterien sind halt keine Bestandteile des Wassers, die gewollt wären - auch wenn Mutter Natur sie hin und wieder in die Wasservorkommen "streut".

> Was Mutter Natur anbietet dürfte das beste sein.

Hierzu ein ganz entschiedenes "Nein"!

> Jedoch darf man dann aber natürlich die
> fortschreitende Verschmutzung bestimmter Gebiete
> nicht außer Acht lassen.

Es ist ein weiteres Vorurteil, die Verschmutzung sei "fortschreitend"; idT ist sie rückläufig.

> 1. Die Trinkwasserversorgung scheint ja eine gute
> Qualität im allgemeinen zu haben, jedoch nur
> teilweise aufgrund der Aufbereitung und außerdem auch
> aufgrund des zu filternden Wassers. Wo Quell- und
> Grundwasser aufbereitet wird ist die
> Medikament-/Hormonbelastung gering. Jedoch bei
> Oberflächengewässern schon bedenklich höher.
> Jedenfalls laut Herrn Köckritz, da hatte ich
> verlinkt, aber der Thread ist wohl etwas lang...

... die Medikamten-/Hormonbelastung ist eher ein theoretisches Problem. Es gibt keine Studie, die diesen Komponeten (die zweifelsfrei nicht ins Trinkwasser gehören!) in den gemessenen Konzentrationen im Spurenbereich eine Schädlichkeit anlasten könnte.
Das sind Konzentrationen die so unvorstellbar klein sind, daß sie dem aufgelösten Zuckerwürfel im Bodensee sogar noch übertreffen. Kaufst Du einen Apfel oder ein Schnitzel (auch vom Biobauern!) so wirst Du auch dort diese und andere Schadstoffe messen können (teilweise sogar in grotesk höherer Konzentration).

Ich wiederhole mich bzw. den alten Paracelsus gerne noch einmal:

Omnia sunt venena, nihil est sine veneno. Sola dosis facit venenum

> Können denn die Aufbereiter Medikamente/Hormone und
> dergleichen filter?

Das wäre nicht der Philosophie der Wasserversorgung entsprechend. Die deutsche Wasserversorgung geht nach einem Mulit-Barrieren-System vor, d.h. Schadstoffe werden dort bereits vermieden, wo sie entstehen. Im Falle Hormone/Medikamente wäre hier bei den Kläranlagen anzusetzen. Theoretisch könnten die WVU so ziemlich alles aus dem Wasser herausfiltern, nur dann hätte man ein Kunstprodukt "H2O" und nicht natürliches Trinkwasser, daß Du ja auch erste Priorität nennst.

> Auf solche Belastungen nimmt die
> TVO ja auch keinen Bezug, entsprechend enthält die
> Analyse des angebotenen Wassers auch keine
> Informationen über sie.

Jein - die TVO untersagt alle Inhaltsstoffe, die schädlich sein könnten. Da die Messungen aber extremst aufwendig sind und die bis dato gemessenen Konzentrationen im ungefährlichen Spurenbereich liegen wird hier verständlicherweise kein großer Toowaboo veranstaltet.

Beste Grüße

JB
Gast (walter wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.12.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Alexander Merz vom 14.12.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Alexander!

Mit der Meinung "Was Mutter Natur anbietet dürfte das beste sein" stehst du sicher nicht alleine. Ich halte dies allerding für äußerst kurz gesprungen. Die zitierte Mutter Natur liefert uns auch Knollenblätterpilz, Klapperschlange und, und. Frage gut, gesund, das beste???

Bezüglich Trinkwasser werden gelegentlich Dinge miteinander vermischt. So hat meines Erachtens die im Frankfurter Stadtwald betriebene Grundwasseranreicherung einen qualitativ anderen Stellenwert als die Trinkwassergewinnung aus Oberflächengewässern. Und letztere ist auch äußerst differenziert zu sehen. So sind intensiv genutzte Flüsse wie der Rhein ebenso Oberflächengewässer wie weitgehend naturbelassene Stauseen. Das alles in einen Argumentationstopf?

Meiner Meinung geht von deutschem Trinkwasser keinerlei Gesundheitsgefährdung aus, selbst wenn man Spuren von Medikamenten, Pflanzenschutzmitteln... finden sollte. In unserem täglichen Essen sind mehr und höhere Konzentrationen an "Schadstoffen" vertreten, als im Trinkwasser. Womit ich noch nicht einmal Gammelfleisch & Co. meine. Der Apfel aus Südtirol, das Schnitzel aus bundesdeutscher Schweinemast, der Pfifferling aus Litauen oder die Wildsau aus dem Pfälzer Wald sind da schon ausreichend. Wenn man also Risikobetrachtungen vornehmen will, kommt das Trinkwasser sicher nicht an erster Stelle. Und das mit der Risokobewertung hat ja einer bereits vor 2.000 Jahren aufgeschrieben, als er sich über Splitter und Balken in den Augen ausließ.

Viele Grüße und einen geschärften Blick fürs Wesentliche
Walter
Gast (Alexander Merz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.12.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von walter wied vom 14.12.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Walter, danke für Deine Antwort.

Also rückblickend habe ich glaube ich meine Anfrage doch etwas zu verworren gestellt, bzw. eine Priorität ausgelassen.

Es ging mir um zwei Dinge:

1. Priorität hätten für mich natürliche Quellen, die einfach Wasser liefern, wie es natürlicherweise für den Körper vorgesehen ist, statt aufbereitetem Wasser, dem etwas zugesetzt wird und etwas entzogen wird (nicht nur Schadstoffe).
Was Mutter Natur anbietet dürfte das beste sein.

Jedoch darf man dann aber natürlich die fortschreitende Verschmutzung bestimmter Gebiete nicht außer Acht lassen.
Da hast Du ganz recht, ich denke die im andern thread erwähnte Quelle ist wohl nichts.
Schätze nach Recherche weder Eisengehalt noch Schwefelwasserstoffgehalt als besonders schädlich ein (ersters generell, zweiteres aufgrund geringer Konzentration), jedoch ist's der Stadtwald unter den Flugzeugrouten und der Geschmack des Wassers ist nicht so berauschend...

2. Die Trinkwasserversorgung scheint ja eine gute Qualität im allgemeinen zu haben, jedoch nur teilweise aufgrund der Aufbereitung und außerdem auch aufgrund des zu filternden Wassers. Wo Quell- und Grundwasser aufbereitet wird ist die Medikament-/Hormonbelastung gering. Jedoch bei Oberflächengewässern schon bedenklich höher. Jedenfalls laut Herrn Köckritz, da hatte ich verlinkt, aber der Thread ist wohl etwas lang...

Also nochmal zitiert:
"Hallo Max,

ein solches Gerät existiert nicht! Was im Wasserwerk nicht erreicht wurde, dass schafft auch kein Haushaltssystem. In Deutschland ist man nur dann gefährdet, wenn man Wasser trinkt, welches durch Oberflächenfiltration gewonnen wurde (Gebiet Rhein-main, Berlin). In diesem Wasser befinden sich Medikamentenreste etc., welche das Wasserwerk nahezu unbeschadet passieren. Hier hilft nur noch Mineralwasser aus Glas(!)flaschen.

Alles Gute

Tim Koeckritz"

und

"...
Ich begründe meine Aussage mit den Untersuchungsberichten des Bund-Länderausschusses-Chemikaliensicherheit. Diese Arbeitsgruppe der Umweltministerkonferenz hat ihre Studien unterhttp://www.blac-info.de veröffentlicht. Unter

"Auswirkung der Anwendung von Clofibrinsäure und anderer Arzneimittel auf die Umwelt und Trinkwasserversorgung"

finden Sie die von mir getroffen Aussagen wieder: In einer Untersuchung von Stan et al. 1994 wurden in 64 Leitungswasserproben Clofibrinsäure nachgewiesen. In der Textstelle finden Sie ebenfalls den begriff "Uferfiltrat", den ich als Oberflächenfiltration tituliert habe. Es handelt sich hierbei um Wässer, welche aus Seen oder Flüssen dem Wasserwerk zur Aufbereitung zugeführt werden.
..."

blac-info.de ist leider nicht erreichbar. Daher tappe ich hier im Dunkeln.

Jedenfalls widerspräche diese Aussage Deiner Empfehlung zum Trinkwasser aus der Leitung jedenfalls in Frankfurt.

Können denn die Aufbereiter Medikamente/Hormone und dergleichen filter? Auf solche Belastungen nimmt die TVO ja auch keinen Bezug, entsprechend enthält die Analyse des angebotenen Wassers auch keine Informationen über sie.

Ja, nun soviel dazu.

Lieben Gruß,
Alexander
Gast (walter wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.12.2006

Moin Alexander!

Es ist schon verwunderlich. Auf der Suche nach einem "optimalem (Qualitäts/Preis)Trinkwasserbezug" findest du die Wasserquellen der Stadt Frankfurt "minderwertig" und beschäftigst dich daher mit Quellwasser aus dem Stadtwald, das vor Eisen und Schwefelwasserstoff nur so strotzt. Wenn es dir wirklich darum geht, einwandfreies Trinkwasser zu gutem Preis zu erhalten, führt meines Erachtens der beste Weg zum lokalen Trinkwasserversorger. Dort wird qualitativ hochwertiges, regelmäßig untersuchtes Trinkwasser abgegeben. Mit Wasser aus unkontrollierten Quellen, auch aus denen des Frankfurter Stadtwaldes spielt man Lotterie.

Selbst wenn Wasser mit bestimmten Inhaltstoffen heilende Wirkung hat (haben kann), so ist doch von einem Dauergebrauch abzuraten. Oder schluckst du täglich auch nur mal so Aspirin, Hustensaft, Antibiotica ...??? Wohl nicht.

Gruß und lass die einen guten Schluck gesunden Trinkwassers munden
Walter



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