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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Sind Antiscalants unbedenklich für die Umwelt?
Sieghart Wagner
siegiwaweb.de
(Mailadresse bestätigt)

  06.07.2006

Meine Osmoseanlage soll mittels Antiscalant betrieben werden.Feedwasser ist enteisenes Brunnenwasser.Der Konzentratfluss soll in einen alten nicht genutzten Brunnen geleitet werden.Wäre dieses unbedenklich im Hinblick auf das darin gelöste Antiscalant?
Eine zweite Frage. Meine kleinen Osmoseanlagen für das Aquarium haben zeitlich wiederkehrende Spühlintervalle.Das heist, daß das Ventil welches die definierten Betriebsbedingungen festlegt, nämlich Druck und Überströmung des Elements, öffnet sich für kurze Zeit komplett. Mit dem Ergebnis, daß natürlich der Druck zusammenbricht aber für die kurze Zeit des Öffnens die Überströmung ein mehrfaches darstellt als im normalen Betrieb möglich ist. Mit dem Ziel eine Verblockung der Membran zu vermeiden. Ist so eine Vorgehensweise auch bei großen Anlagen üblich?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 6
Gast (Walter Wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.07.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Sieghart Wagner vom 07.07.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Wagner!

Ab in die Knalisation ist immer erlaubt, alles andere müssten Sie (behördlich) klären.

Gruß
Walter
Gast (Sieghart Wagner)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.07.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Walter Wied vom 07.07.2006!  Zum Bezugstext

Also es gibt nur einen Weg. Das Konzentrat in die Kanalisation zu leiten?
Gast (Walter Wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.07.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Sieghart Wagner vom 06.07.2006!  Zum Bezugstext

Guten Morgen Herr Wagner!

Nochmals der Hinweis: Antiscaling-Produkte greifen in natürliche Vorgänge ein, behindern beispielsweise die Kalkausfällung oder den Aufbau von mikrobiologischen Ablagerungen. Wenn Sie Wasser mit Antiscaling in einen Bach leiten, bringen Sie diese Produkte bewußt in die Umwelt, wo deren Wirkung weiter geht. Ob das in Ihrem Fall zulässig ist, sollten Sie mit der zuständigen Behörde abklären, sonst könnte es Ärger geben.

Viel Erfolg
Walter
Gast (Sieghart Wagner)
(Gast - Daten unbestätigt)

  06.07.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Walter Wied vom 06.07.2006!  Zum Bezugstext

Danke für die Antwort. Es liegt mir natürlich völlig fern die Umwelt in irgendeiner Weise zu schädigen.
Somit bleiben zwei Möglichkeiten. Das Konzentrat zu verrieseln oder in einen Bach leiten, der meines erachtens 100% Sauerstoffsättigung hat.
Das Produkt heist Vitec 3000. Ein guter Weg ist sicherlich auch den Hersteller zu kontaktieren.
Viele Grüße
Sieghart
Gast (Walter Wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  06.07.2006

Guten Tag Herr Wagner!
Antiscalants unbedenklich für die Umwelt? Eine Frage, die meines Erachtens nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten ist.

Bei den Antiscaling-Produkten handelt es sich meist um nicht toxische Substanzen, die in der Lage sind, Belagsbildungen zu verzögern, zu vermeiden oder gar abzubauen. Je nach Stoffgruppe können diese beispielsweise Verkalkungen reduzieren, mikrobiologisches Wachstum bekämpfen oder das Absetzen von Feststoffen verhindern. Diese Wirkungen zeigen, dass Antiscaling-Produkte für die Umwelt nicht "völlig neutral" sind.

Auf Grund des unterschiedlichen Chemismus und der vielseitigen Wirkung werden Antiscaling-Produkte in weiten Bereichen eingesetzt, von der häuslichen Waschmaschine bis zu großen industriellen Kühlsystemen. Das Abwasser aus diesen Prozessen wird überwiegend Kläranlagen zugeleitet, wo die Antiscaling-Produkte meist biologisch abgebaut werden oder an den Feststoffen (Flocken/Schlamm) adsorbieren. Somit wird ein großer Teil von ihnen wieder entfernt und gelangt nicht in die Umwelt.

Für einige Anwendungsfälle ist nach einer Nutzung von Antiscaling-Produkten ihre direkte Einleitung in Gewässer erlaubt. Dies ist an bestimmte Auflagen gebunden (Konzentration, Art des Produktes ...) und gesetzlich geregelt, beispielsweise in der Abwasserverordnung.

Ich möchte damit sagen, dass man keine unkontrollierte Verteilung von Antiscaling-Produkten in der Umwelt möchte. Denn die Wirkung dieser Substanzen endet ja nicht an ihrem Einsatzort. Ob es daher sinnvoll und zu vertreten ist, dass Sie ein mit Antiscaling behandeltes Wasser in einen Schluckbrunnen leiten, müssten Sie mit der zuständigen Wasserbehörde vor Ort klären. Der mikrobiologische Abbau und die Adsorption ist im Untergrund deutlich geringer als in einer Kläranlage. Ebenso ist der Wasseraustausch nicht so gegeben wie in einem fleßenden Gewässer, eine Verdünnung der Produkte daher geringer, ja sogar eine Anreicherung möglich.

Zu Ihrer zweiten Frage kann ich Ihnen leider keine Antwort geben.

Viele Grüße
Walter
Gast (Klaus J. Nick)
(Gast - Daten unbestätigt)

  06.07.2006

Hallo Herr Wagner,

1) bei den "Antiscalants" (=Anti-Belag-Mittel) handelt es sich offensichtlich um Polymere mit tensidischer Wirkung (dh., die wie Spülmittel aus Molekülen bestehen, die ein fettlösliches und ein wasserlösliches Ende haben) und in Konzeltrationen von etwa 2-30 mg/l eingesetzt werden.
Ich halte es für keine gute Idee, das Retentat (Konzentrat) in einen stillgelegten Brunnen zu leiten, da es sich von hier im Grundwasserleiter ausbreiten kann und, wenn überhaupt, nur wenig abgebaut wird. Ich will damit nicht behaupten, daß diese Stoffe hochtoxisch sind, aber sie könnten Schwermetalle mobilisieren. Besser wäre es, das Retentat in eine (Klein-?) Kläranlage einzuleiten oder ggf. oberflächlich zu verrieseln, so daß aerobe Bakterien ihren Dienst verrichten können. Anderes würde ich keinesfalls genehmigen (wenn ich bei einer Unteren Wasserbehörde was zu sagen hätte).
2) Die oberflächliche Queranströmung von Membranen wird (so weit ich weiß) auch bei großen Anlagen zur Umkehrosmose und Membranfiltration durchgeführt. Da gibt es aber bestimmt Fachleute im Forum, die sich da besser auskennen und sich dazu noch äußern werden.

Viele Grüße

Klaus J. Nick



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