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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Sole und aggressives Wasser
Sabine Gritke
gritkearcor.de
(Mailadresse bestätigt)

  18.05.2006

Hallo,
zur Versorgung des Kuhstalls (200 Kopf) wurde vor etwa 7 Jahren ein neuer Brunnen von etwa 60m Tiefe gebohrt, weil der alte (25m tief) versandete. Mit der Zeit traten immer mehr schwarze Ablagerungen in den Tränken und durchgefressene Wasserleitungen auf. Erst als die Stromkosten um 2000 in 1 Jahr stiegen und wir im Laufe der Ursachenforschung die Wasserpumpe vollkommen zerfressen aus der Bohrung zogen, wurde uns klar, dass wir wir es mit aggressivem Wasser zu tun hatten.
Die Brunnenbohrfirma meinte, sie könne nur neu bohren.
Im Frühjahr 2005 wurde also ein neuer, rund 80m tiefer Brunnen gebohrt, nur wenige Meter von der alten Bohrung entfernt.
Resultat: wir hatten eine Sole erwischt, das Wasser schmeckte richtig stark salzig. Der Brunnenbau-Mensch wusste auch nicht weiter.
Weil Kühe keine Euros, sondern Milch geben, die nichts kostet, nahmen wir das Viehsalz aus der Futterration und warteten erst einmal ab.
Tatsächlich wurde der Salzgeschmack schwächer, ist aber noch zu erkennen, dafür werden die Wasserleitungen wieder zerfressen, gestern war ein Druckbehälter durchgefressen.
Die Sole scheint sich also mit dem aggressiven Wasser vermicht zu haben.
Meine Frage gilt dem jetzt angesagten Vorgehen: Macht es Sinn, das Wasser untersuchen zu lassen (auf was? Säurekapazität? Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht? ...?), um nach Möglichkeiten der Wasseraufbereitung zu suchen?
Oder ist es bei einem solch extremen Wasser hoffnungslos?
Sollten wir die Qualität des Brunnenbaus prüfen lassen? Ob er ausreichend abgedichtet wurde? Von wem? Gibt es gute Sachverständige? Worauf bezieht sich die Gewährleistung beim Brunnenbau?
Der Hof liegt in der Altmark, Sachsen-Anhalt, an der Grenze zu Lüchow-Dannenberg.

Wir als Laien sind langsam am Ende.
Es wäre toll, wenn wir einen oder auch massenhaft Tipps bekommen könnten.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 7
Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.05.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Sabine Gritke vom 19.05.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Sabine Deine Annahme, dass sich durch den evtl. nicht richtig abgedichteten Brunnen zwei verschiedene Wasserschichten vermischen, könnte durchaus richtig sein.Du erklärst  dass der Salzgehalt gesunken ist  dann könnte es der Fall sein dass  salzfreies Wasser vom 25 Meter Brunnen einen Weg in den tiefen jetzt benutzten Brunnen gefunden hat.Die Wasserführende Schicht in 25 m könnte dadurch alleings "abhanden" kommmen.
Sabine Gritke
gritkearcor.de
(Mailadresse bestätigt)

  19.05.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Rainer Kluth vom 18.05.2006!  Zum Bezugstext

Hallo, miteinander,
es ist ja wirklich nett, wie viele Rückmeldungen es zu meiner Anfrage schon gegeben hat.

Habe ich es richtig verstanden, dass die metallauflösende Wirkung auch von der Sole selbst kommen kann? Dann wäre unsere Annahme, dass sich durch den evtl. nicht richtig abgedichteten Brunnen zwei verschiedene Wasserschichten vermischen, nicht unbedingt richtig.

Die Verwendung von korrosionsbeständigen Materialien ist - mit Ausnahme der Wasserpumpe selber - nicht möglich. Das Wasser kommt ja in allen möglichen Systemen an (Wärmerückgewinnung, Rohr-Vorkühler, beheizbare Umwälzpumpe für den Winter, Tränken, aber auch Pflanzenschutzspritze, Hochdruckreiniger usw.).

Wir werden jetzt erst einmal eine Wasserprobe untersuchen lassen - danke für die Auflistung der relevanten Stoffe!
Außerdem werden wir uns erkundigen, wie teuer die Prüfung der Brunnenabdichtung ist. Und wir werden uns wohl an das Landesamt wenden, um Infos über den Untergrund zu bekommen, sofern vorhanden.

Wenn uns keine Alternative zum jetzigen Wasser bleibt, würde ich gerne noch einmal auf die angesprochene UO zurückkommen. Bei etwa 15-18 cm täglich ist es die Frage, ob Investition und Betriebskosten günstiger sind, als Wasser aus der zenralen Versorgung..

Viele Grüße!
Sabine
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  18.05.2006

Hallo Sabine,

das Problem in Deinem Brunnenwasser ist der hohe Chloridgehalt. Daher kommt auch das durchrosten.
Gefragt sind hier zwei Dinge:
- die richtigen Werkstoffe (hochlegierte Stähle oder Kunststoff)
- eine Entsalzung => Umkehrosmose

Als Brunnenpumpe sollte daher eine meerwassertaugliche Rohrpumpe (gibt es z.B bei Grundfos) eingesetzt werden. Diese kann dann in den Brunnen gehangen werden.

Die Entsalzung kann mittels eien UO geschehen. Hier kann auch durch Verschnitt die Anlagengröße reduziert werden. Bei einem Bedarf von 10 m/Tag würde ich einen Tank von 10 m empfehlen und eine kleine (vielleicht auch gebrauchte) UO mit 500 l/h Leistung.

Ansonsten, wie schon geschrieben, mal eine Analyse posten.

Gruß aus Bonn

Rainer Kluth
Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.05.2006

Hallo Sabine lässt sich etwa  der alte Brunnen sanieren, oder ein  mit grosser Bohrung plus Filter in der Tiefe des Alten (vesandeten )neuer errichten?welcher ja einwandfreies Wasser lieferte!!!??
WIEN KÖNNTE MAN FESTSTELLEN IN WELCHER TIEFE SICH DIE  SALZWASSERFÜHRENDE SCHICHT BEFINDET? kann es sein dass es bei 100 Meter noch  schlimmer wird? Da sind Geologen gefragt. Da Dein Waserverbrauch täglich an die 10 M bertagen dürfte reicht ein " Brünnlein" sicher nicht aus. mfg sepp  
Ps Ein neuer ein bischen zu tef und Du hast wieder Sole!
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.05.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 18.05.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

bezahlbar war vielleicht nicht die richtige Wortwahl, wirtschaftlich triffts vielleicht besser. Neben Meerwasser gibts schon noch einige schwierige Kandidaten wenn es darum geht Verunreinigungen im Spurenbereich zu entfernen bspw. Arsen.

Gruß
H2O
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  18.05.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 18.05.2006!  Zum Bezugstext

Hallo H2O,

Du schreibst "welche Aufbereitung notwendig ist oder ob eine Aufbereitung überhaupt möglich bzw. bezahlbar ist."

Schlimmer als Meerwasser kann das ja kaum sein und dessen Aufbereitung ist bezahlbar ;-))

Beste Grüße
Wilfried
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.05.2006

Hallo Sabine,

Sie sollten eine Wasseranalyse machen lassen. Ohne Analyse kann weder abgeschätzt werden welche Aufbereitung notwendig ist oder ob eine Aufbereitung überhaupt möglich bzw. bezahlbar ist. Wenn das Wasser als Trinkwasser verwendet werden soll sind die in der Trinkwasserverordnung vorgegbenen Parameter zu untersuchen (weiß das Labor). Eine Abschätzung des korrosiven Verhaltens kann mit den folgenden Werten durchgeführt werden:

pH-Wert mit zugehöriger Temperatur
Calcium
Magnesium
Natrium
Säurekapazität pH 4,3
Chlorid
Sulfat
Nitrat


mfG
H2O




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