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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Nitrat
Gast (Basti)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.09.2005

Hallo nochmal ne Frage !
Ab wieviel mg/l Nitrat sollte man Brunnenwasser nicht mehr trinken , oder ab wann ist es schädlich ?
Machen Konzentrationen von ca. 60mg/l Nitrat überhaubt was aus ?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 2
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  20.09.2005

Hallo Basti,

der Nitrat-Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung, die auf Empfehlungen des Umweltbundesamtes und der WHO basieren liegt bei 50 mg/l.
Ferner gibt es eine sog. Summenregel, dass der Nitratwert bei gleichzeitiger Überschreitung des Nitritwertes von 0.5 mg/l, 40 mg/l nicht überschreiten darf.
Dieser Grenzwert ist als Obergrenze für eine lebenslange und ausschliessliche Ernährung mit dem betroffenen Wasser definiert (lebenslange Exposition); d.h. Wässer mit Nitratgehalten unter 50 mg/l sind (auch für Säuglinge) generell unbedenklich.
In Ausnahmesituationen ist nach Umweltbundesamt für Erwachsene (nicht für Säuglinge !) bei nitratreduzierter Ernährung und ausreichender Jodid-Zufuhr auch ein Wert bis 130 mg/l gestattet.
Nitrat steht in Konkurrenz zu Jodid bei der Aufnahme in die Schilddrüse, so dass eine stark erhöhte Nitratzufuhr, die Jodidaufnahme der Schilddrüse stören kann und so zu Folgeschäden führen kann.
Nitrat selbst ist übrigens toxikologisch unbedenklich. Problematisch ist nur die "Umwandlung" zu Nitrit, welche im Magen stattfindet.
Bei Säuglingen kann Nitrit bei Übertritt ins Blut den roten Blutfarbstoff Hämoglobin chemisch zu Methämoglobin reduzieren, der die Sauerstoffaufnahmekapazität behindert und beim Baby zur tödlichen Methämoglobinämie (Zyanose/"Blausucht") führen kann - dies ist allerdings in Deutschland im alleinigen Zusammenhang mit Trinkwasser in den letzten 40 Jahren nicht vorgekommen.
Weiterhin können durch Nitrit im Magen stark karzinogene Nitrosoverbindungen entstehen.
Daher sollte man die Grenzwerte einhalten.

Gruss

JB

@Fred: Du weisst ich bin weit davon entfernt ein Panikmacher zu sein, aber das bei 90 mg/l nachweislich keiner gestorben ist, kann man mit Bestimmtheit sicher nicht sagen, da bei Karzinogenen später eine genaue Ursachenbildung des daraus vielleicht resultierenden letalen Krebses nicht möglich ist.
Gast (Fred)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.09.2005

Hallo Basti,

früher gab es einen Grenzwert von 90 mg/l, wo, soweit ich weiß, nachweislich auch niemand dran gestorben ist. Heute gilt an Grenzwert nach TVO von 50 mg/l. Der Richtwert liegt bei 25 mg/l.
Sofern der Grenzwert überschritten wird, würde ich mich an das zuständige Gesundheitsamt wenden, um evtl. eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. Schwierig wird es bloß m.E. wenn das Wasser an Dritte, z.B. Mieter, weitergegeben werden soll.  

Viel Erfolg

Fred



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