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Kategorie: > Technik > Regen- / Brauchwassernutzung
Regenwasser wirtschaftliche Nutzung?
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  04.07.2005

Schon in verschiedenen Beiträgen dieses Forums wurde die Unwirtschaftlichkeit einer Regenwassernutzung dargelegt.

Zufällig finde ich gerade den Link eines Herstellers von Zisternen zu einer individuellen Berechnungsformel.
Wenn ich dort meine Daten eingebe, brauche ich rund 22 Jahre, bis sich die Investitionskosten mit den jährlichen Einsparungen decken - ohne jeden Kapitaldienst, wohlgemerkt. Verzinsen kann sich diese Investition nie!

Bitte mal selbst ausprobieren - geht schnell und einfach:

http://www.graf-online.de/tankberechnung.php?id=44&lang=de

Beste Grüße
Wilfried



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 26
Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.11.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Normann Christein vom 20.11.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Normann
Mich würde interessieren wie Deine Regenwasseranlage aufgebaut ist .Haushalts/ Tankgröße Filter und die bei der Nutzung zum Wäschewaschen  nötige Entkeimung. Ich würde Regenwasser nicht ohne Entkeimung und entsprechende Filter verwenden. Sauberes Wasser kann man "Dachwasser" bestimmt nicht nennen  Wie hoch sind die Betriebskosten  Entkeimung  Filter? pro Jahr / bzw. m³Wasser?
 Mit freundlichen Grüßen  Sepp
Gast (seita)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.11.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Normann Christein vom 20.11.2006!  Zum Bezugstext

Hoppla.
da lehnt sich aber einer weit aus dem Fenster raus !
Mag wohl daran liegen, dass einige "Kreaturen" rechnen und andere nur behaupten !! Wen du es mal mit rechnen versuchen willst, dann lege doch einmal deine Berechnung offen.
Gruß
seita
Gast (Normann Christein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.11.2006

Was da von sogenannten Experten und Ingenieuren
geäußert wird, kann nur als Volksverdummung beurteilt
werden !
Ich spare schon seit Jahren erhebliche Summen, weil ich das gesammelte Regenwasser für den Betrieb der
Toilette und Waschmaschine nutze.
Ich wundere mich über gekaufte Kreaturen, die diese
ökologische und wirtschaftliche Alternative verbal
mit billigen Aussagen torpedieren wollen!
Gast (Frank Kirgis)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.03.2006

http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2973.pdf

Zitat:
"Diese Rechnung ist allerdings von diversen äußeren, regional verschiedenen
Faktoren wie Trink- und Abwassergebühren sowie eventuellen Fördermitteln
abhängig. Eine endgültige Aussage über die Wirtschaftlichkeit kann deshalb
nur für jeden Einzelfall getroffen werden. Dabei sollte allerdings auch berükksichtigt
werden, dass die in Deutschland installierten Regenwassernutzungsanlagen
erst seit rund zehn Jahren arbeiten, das heißt bei einer prognostizierten
Wirtschaftlichkeit ab 20 Jahre kann man erst um das Jahr 2010 anhand von tatsächlich
erhobenen Daten überprüfen, ob sich die Prognosen bewahrheiten.
Dies trifft insbesondere die getroffenen Annahmen hinsichtlich Wartungshäufigkeit
und Reparaturanfälligkeit sowie die Entwicklung der Trink- und Abwasserpreise."

Mit bestem Gruß
Frank Kirgis
Gast (Frank Kirgis)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.03.2006

Guten Tag die Damen und Herren,

die Nutzung von Regenwasser kann wirtschaftlich sein,
aber es kommt darauf an. Da gibt es tatsächlich Leute die so was wissenschaftlich untersuchen.


Prof. Dr.-Ing. Ulrich Rott
Uni Stuttgart
Abteilung Wassergütewirtschaft und Wasserversorgung

http://www.fbr.de/fachinfos/pdf_gruen/02_rott.pdf
http://www.iswa.uni-stuttgart.de/wgw/publikationen_vortraege/

Mit bestem Gruß

Frank Kirgis
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  05.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Peter vom 04.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Peter,

danke für den Tip. Der Artikel ist unter:
http://www.fh-mainz.de/institute/forster/wasser-wassersparen.htm
abrufbar - vom gleichen Autor (von ihm ist auch mein Link) ist der FR auch folgender Artikel erschienen:
http://www.frankfurterrundschau.de/ressorts/nachrichten_und_politik/dokumentation/?cnt=225025

Gruss

JB
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  05.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 04.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfred, Hallo Peter,

zunächst will ich mich Wilfrieds Lob über den Peters Post anschliessen ;-)

Letztendlich ist die Frage der Form der Wasserversorgung auch eine Frage des Politik- und Gesellschaftsmodells; wenn der politische Wille nach einer nachhaltigen und qualitätsorientierten Wasserversorgung da ist (und daran zweifele ich in Deutschland nicht), so kann die Politik Rahmenbedingungen festlegen, so dass selbst Global-Player in D eine sehr gute Versorgung leisten.
Dies ist natürlich mit einem gewissen Mehr (im Vergleich zu anderen Ländern) an Bürokratie verbunden. Gelsenwasser oder BWB (Veolia/RWE) betreiben ja eine gute Wasserversorgung in D; gebunden an gesetzliche Reglements, an die sich jedes in D operierende Unternehmen (ob kommunal oder privat) halten muss.
Wie aus Peters Beispiel (Dezember-Rush) ersichtlich, sind gerade sie Klein- und Kleinstversorger häufig diejenigen, die am unwirtschaftlichsten arbeiten. Alle deutschen WVU arbeiten nach dem Kostendeckungsprinzip, dass ausdrücklich eine angemessene Kapitalverzinsung vorsieht ... also, privat und öffentlich, Gewinne sind im Wasserpreis enthalten. Stellt sich nur die Frage, in wie weit der Staat auf seine eigentlichen Aufgaben zurückgeführt werden kann, ohne bei Preis und Qualität Abstriche machen zu müssen. Ich denke das D dabei den richtigen Weg eingeschlagen hat - Nein zur Radikalliberalisierung, ja zu einer Erweiterung der kommunalen Entscheidungsfreiheit.
Ausserdem ist zukunftspessimistisches Orakeln eh fehl am Platz, da die Versorgungssituation de facto bereits konzentriert ist. Lt. BGW verkaufen die oberen 3,5% der WVU über 60% der Wassermenge, während die unteren 70% gerade einmal 7% (die untersten 35% unter 1% !!!) verkaufen. Und da sich alle einig sind, das die momentane Versorgungssituation sehr gut ist, sehe ich keinen Grund trübe in die Zukunft zu schauen ;-)
Das Thema "Wassersparen" rüttelt indes an dem System, da sinkende Abgabemengen alle Versorger betreffen. Preiserhöhungen wären eine Folge, technische Probleme aufgrund von Minderkapazitäten eine weitere. Während auf technischer Seite idT Anstrengungen zu tätigen sind, kann eine Konzentration die wirtschaftlichen Belastungen abfedern. Dies sehe ich als Notwendigkeit und nicht als Option.
Desweiteren können Synergien sehr wohl auch postive Folgen bzgl. der Qualität haben - Brunnen mit hohen Nitratbelastungen oder hartem Wasser können stillgelegt werden während Brunnen oder Talsperren mit qualitätiv besserem Wasser besser ausgelastet werden und eine höhere Anzahl von Haushalten "erfreuen" können.

Gruss

JB
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  04.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Peter vom 04.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Peter,

der Beitrag war nicht zu lang, weil sehr gut.
Wir sind da weitgehend einer Meinung. Ich mag aber nicht einsehen, daß der Wettbewerb bei der Wasserversorgung auf ganz wenige Globalplayer reduziert wird - wozu ich auch Gelsenwasser rechne.

Die dezentralen Wasserversorger haben sich bewährt - von Ausnahmen abgesehen. Ich sage ja zu Synergien im kommunalem Bereich und könnte mir auch die Rechtsform einer Genossenschaft für die Wasserversorgung gut vorstellen. Aber bitte nicht weiter unser Tafelsilber auf dem Weltmarkt anbieten. Unsere Gas- und Elektrizitätsversorger geben doch das beste Beispiel wohin das führt.
Beste Grüße
Wilfried
Gast (Peter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  04.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 03.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JB,

ich kenne keine neueren Artikel zu dem Thema. Dunkel kann ich mich an einen sehr guten Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau erinnern. Der Titel lautete "Wasser sparen ist Unsinn" oder ähnlich. Ist aber schon eine Weile her.

Gruß
Peter
Gast (Peter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  04.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

auch wenn es mit dem Thema Regenwassernutzung nichts zu tun hat, möchte ich meinen Gedanken zur Wasserwirtschaft in Deutschland einfach mal freien Lauf lassen:
Es ist, auch für mich, unbestritten, dass Deutschland eine hervorragende Wasserversorgung hat, die keinen Vergleich scheuen muss. Um aber mal eine Phrase zu dreschen, "das Bessere ist der Feind des Guten". Bei der Qualität und der Verfügbarkeit gibt es kaum Verbesserungspotential, also gerät der Preis ins Visier. Und da haben unseriöse Preisvergleiche den Zeitgeist getroffen und dem "Geiz ist geil"-Verbraucher suggeriert, das Wasser in Deutschland ist zu teuer. Folge: Liberalisierungs- und Privatisierungsdiskussion!
Jetzt könnten wir mit einem trotzigen "Weiter so" auf die Diskussion reagieren in der Hoffnung, das man letztlich den Fachleuten glauben wird. Oder aber das Thema offensiv angehen mit der Kernaussage:
-die Wasserversorgung in Deutschland ist wirtschaftlich
- wir sind bereit, die Effizienz zu untersuchen und die Leistungsfähigkeit in Benchmark-Projekten unter Beweis zu stellen.
Dabei wird man aber feststellen, dass die kleinteilige, jeweils auf lokalen Quellen basierende Wasserversorgung, tatsächlich noch Einsparpotentiale hat (ohne auf Qualität und Sicherheit zu verzichten). JB hat ja bereits ein Beispiel für mögliche Synergien genannt, spontan fällt einem natürlich auch eine gemeinsame Nutzung und bessere Auslastung von Personal oder teurem Gerät ein.
Natürlich brauche ich zur Hebung dieser Synergien keinen Privaten, aber hier habe ich den Eindruck, dass zu sehr schwarz/weiß gemalt wird: Hier der böse Private, der mit purem Gewinnstreben die Wasserversorgung an die Wand fährt und auf die Qualität keinen wert mehr legt. Dort der gute Öffentliche Betrieb, der selbstlos nur dem Kunden verpflichtet ist, keine Gewinne erzielt und die Qualität als obersten Maßstab hat.
Das ist natürlich Unsinn!
1. Es gibt hervorragende öffentliche Wasserversorger (Beispiel Hamburger Wasserwerke), es gibt aber auch Wasserversorger in privater Rechtsform, die sicher mit dem gleichen Know-How und gleicher Qualität ihrem Versorgungsauftrag gerecht werden (z.B. Gelsenwasser). Außerdem sind viele, nun privatrechtlich organisierte Wasserversorger aus kommunalen Unternehmen hervorgegangen. Da sind die handelnden Personen ja nicht über Nacht vom verantwortungsvollen Techniker zu "Heuschrecken" geworden, die nur noch ausbeuten wollen.
2. Wenn wir von "der" Wasserwirtschaft sprechen, sollte uns klar sein, dass es sie so nicht gibt. Neben sehr guten Versorgern gibt es sicher gerade auch bei kleinen Gemeinden durchaus schwarze Schafe.
Da fehlt es an Fachpersonal, notwendige Investitionen werden nicht getätigt (wie auch, wenn einem ohne Gewinne das Eigenkapital fehlt), Bürgermeister haben eine Betrachtungsweise, die sich mehr an der Amtsperiode orientiert als an der Substanzerhaltung des Netzes etc..
Hier sind Kooperationen (auch mit Privaten) sicher sinnvoll!
3. Gewinne zu machen ist nicht unsittlich sondern vielmehr ein Anreiz zur Effizienzsteigerung.
Wenn ich das Argument von manchen Zweckverbänden höre: "Wir sind kostengünstig, denn wir dürfen keine Gewinne machen", dann ärgere und frage ich mich, für wie blöd man mich hält.
Das würde nur dann zutreffen, wenn die Gebühren für das Wasser an den notwendigen Kosten ausgerichtet wären. Sehr oft ist es aber so, dass die Kosten an die
erzielbaren Gebühren angepasst werden (wer kennt nicht das "Dezemberfieber"?).
Übrigens erzielen die öffentlichen Hamburger Wasserwerke ebenfalls gute Gewinne!

Mein Fazit: Die Rechtsform eines Unternehmens sagt nichts über die Qualität der gelieferten Arbeit aus. Positive oder negative Beispiele gibt es für beide Seiten, also Vorsicht bei Pauschalurteilen.

Der Beitrag ist etwas lang geworden, ich hoffe, ich habe mich nicht verzettelt!

Gruß
Peter  
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  03.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Peter vom 28.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Peter,

ich hatte jetzt endlich mal Zeit den "Korthals-Artikel" gründlich durchzulesen - ich kannte ihn bislang auch nur in Abstracts.
Danke für den wertvollen Hinweis.
Kennst Du eigentlich noch andere (neuere) Fachartikel (ausser den in den Literaturangaben genannten, die ich bis auf die UTA-Artikel alle kenne), die die Wassersparproblematik behandeln ?

Gruss

JB

p.s.: Wenn jemand anderes als Peter Artikel kennt, ist natürlich auch herzlich eingeladen, diese zu nennen ;-)
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JB,

natürlich sind solche Synergien wünschenswert, könnten doch aber auch unter Kommunen geschaffen werden. Sowas funktioniert sowieso nur in direkter Nachbarschaft. Ich kann nicht einsehen, daß man ein System zerstört, das nachweislich hervorragend funktioniert.

Übrigens, was dem Wassersparen und der unsinnigen Regenwassernutzung hinzu kommt, ist der anstehende Rückbau der Wassernetze. Mit steigendem Wohnungsüberschuss werden schon heute nicht nur massenhaft Wohnungen abgerissen, sondern es steht auch ein Rückbau in der Wasserversorgung und bei den Abwassersystemen an.

Beste Grüße
Wilfried

JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried und Peter,

Die Idee mit dem Synergiepotential ist nicht von der Hand zu weisen - die mangelnde Nachfrage nach Wasser macht das erst möglich. Beispiel: Zwei kleine WBVe betreiben jeweils einen Brunnen mit dazugehöriger Aufbereitung, die beide unter 50% ausgelastet sind - wenn sie sich zusammen tun, kann ein Brunnen samt Aufbereitung stillgelegt werden - oder in abgeschwächter Form - können nötige Ersatzinvestitionen zugunsten einer Zusammenlegung wegfallen. Das alte System hat sich zwar bewährt; muss aber auch an die "neue" Versorgungssituation (und Finanzsituation) angepasst werden. Synergien, Verbundsysteme und privatwirtschaftliche Einflüsse sind dabei nicht a priori falsch - es muss bloss aufgepasst werden, dass darunter weder die Qualität, noch die Versorgungssicherheit leidet. Das heisst nicht, das Kommunen, die ein schwarzes Loch im Budget haben, wahllos ihr Tafelsilber verscherbeln sollten und die "neuen" privatwirtschaftlichen Betreiber eine rein gewinnorientierte Betriebsführung anstreben - ich spreche nicht von einer Radikalliberalisierung;  Zwischenlösungen, wie z.B. privatwirtschaftliche Unternehmen mit kommunaler Mehrheits-/oder Sperrbeteiligung, zeitlich begrenzte Betriebsführerschaften oder interkommunale Verb(u/a)ndsysteme sind aber imho nicht die schlechteste Lösung - ein einfaches "Nein" zu Wirtschaftlichkeit und Marktorientierung hilft auch nicht weiter.

Gruss

JB
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Peter vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Peter,

welches Synergiepotential meinst Du?

Grundsätzlich können wir mit der Art unserer Wasserversorgung sehr zufrieden sein und überall weiterempfehlen. Ich sehe darum keinen Grund für Experimente. Wenn Firmen wie RWE, Veolia, Siemens, General Electrik, etc. dreistellige Milliardensummen investieren, dann steht da gewiss nicht der Versorgungsgedanke im Vordergrund...

Beste Grüße
Wilfried
Gast (Peter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JB,

der im Artikel genannte Wasserpreis für Spanien ließ mich an den netten Ausspruch (getätigt meines Wissens vom Geschäftsführer der SW Bochum) denken:
"Was nutzt es mir, wenn der cbm Trinkwasser in Südspanien 50 ct kostet, wenn ich dort kein Trinkwasser bekommen kann."
Neben der Nichtberücksichtigung von Qualität und Verfügbarkeit hinken diese Preisvergleiche, wie auch hier im Forum bereits diskutiert, sehr. Meist wird von Beratungsfirmen (wissentlich, denn so blöd können die nicht sein)auf den Preis pro cbm und nicht auf die Haushaltskosten abgestellt. Bei einem Verbrauch von 300 l/Einwohner und Tag relativiert sich der günstige Preis in den USA sehr schnell....vor allem, wenn man sich mit gechlortem Wasser aus dem Colorado die Zähne geputzt hat! Da das Wasser in Deutschland also m.E. seinen Preis wert ist, können die Strukturen so schlecht nicht sein.
Wie Wilfried sehe ich es auch nicht, dass private Unternehmen per se alles besser machen. Allerdings ist auch nicht gesagt, dass sie es nicht könnten. Denn bei der sehr kleinteiligen Wasserversorgung gibt es bestimmt erhebliches Synergiepotential, dies kann aber unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens erschlossen werden.

Gruss
Peter
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Heiner Funke vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Heiner,

das ist lieder wahr - es scheint aber auch ein grundsätzliches Rezeptionsproblem der Zuschauer für so etwas verantwortlich zu sein. Komplexe Sachverhalte werden gemieden, Themen, die Angst, Mitleid und das schlechte Gewissen befriedigen, werden positiven Meldungen oder Ansätzen, die gewohnten Denkmustern widersprechen, vorgezogen. Ich beobachte die Medien, besonders auch was diese Thematik angeht, (beruflich) ausgiebig. Bis auf kleine Statements - meist vom BGW - und EINEM löblichen Beitrag im Heute-Journal ist in den Medien wenig sachdienliche Berichterstattung zu finden. Was die Boulevardmedien á la RTL angeht, so wage ich gar nicht, an eine kritische Berichterstattung zu denken - wer weiss was die Intaqua AG den Sendungsmachern für den Beitrag gezahlt hat ;-)

p.s. der Heute-Journal Beitrag:

 http://www.zdf.de/ZDFmt/mediathek/ZDFmt_video_cont/0,3498,MT-2289067--MD-180276-hi-0-1,00.html

Gruss

JB

@Wilfried: Ja ja, der alte Pawlosche Reflex - jemand sagt Wasserpreis und IW und Energieoligarchenlobby brüllen Privatisierung ;-)
Heiner Funke
hein-ffreenet.de
(Mailadresse bestätigt)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JB,
Hallo Peter,

hat jemand am Sonntag auf RTL II die Sendung "Welt der Wunder" gesehen?
Da wurde eine "Innovation" vorgestellt, die durch Abwasserrecycling im Haushalt bis zu 90 % trinkwasser einsparen soll.
Zitat: "Somit wird kein Trinkwasser mehr die Toiletten runtergespült, was den Wasserverbrauch um bis zu 90 Prozent senken könnte. "
Nachzulesen unter:
http://www.weltderwunder.de/wdw/WunderlandDeutschland/Norden/Intaqua/
http://www.weltderwunder.de/wdw/WunderlandDeutschland/Norden/Intaqua/Hamburg/

Hochgelobt als "zweifach umweltfreundlich und deshalb zukunftsweisend". Kein Wort davon, welche immensen Investitionen an nicht nachwachsenden Rohstoffen und Energien in eine solche Anlage gesteckt werden müssen. Die Gesamtumweltbilanz müsste m. E. verheerend sein.

Ist doch kein Wunder, wenn unbedarfte Bürger, die solche Sendungen im Fernsehen sehen, dann auch meinen, in Deutschland müsse unbedingt nach Kräften Wasser gespart werden.
Ich meine, man sollte die mit diesem Wassersparwahn verbundene Problematik stärker in den Medien darstellen.
Aber dafür fehlt wahrscheinlich die Lobby.

Grüße
Heiner
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 02.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JB,

in dem Artikel wird allerdings der Eindruck vermittelt, Privatisierung führt weltweit zu einer guten Wasserversorgung. Das sehe ich anders!
Deutschland ist mit seinen dezentralen und kommunalen Versorgern bisher sehr gut gefahren.
Im Zuge von Privatisierung und Gewinnoptimierung wird unser Wasser weder besser noch billiger.

Und wenn dort angeführt wird, daß ca. 1,2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, dann ist das für die Global-Wasser-Players sicher ein interessanter Markt. Das in den ärmsten Gebieten die höchsten Wasserkosten sind, wird sich mit Wassermonopolen kaum ändern. Was hier fehlt sind vernünftige Finanzierungsmodelle für dezentrale Anlagen. Man möchte meinen, das wäre DIE Herausforderung für Weltbank und Vereinte Nationen UN, aber außer frommen Reden auf den jährlichen Weltwassertagen tut sich da nicht viel.

Beste Grüße
Wilfried
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  02.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Peter vom 01.08.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Peter,

Deine Worte in Gottes Ohr ;-)
Passend zur Thematik ist mir gerade eben folgender Link ins Haus geflattert:
http://www.boerse-online.de/ftd/artikel.html?artikel_id=763958
Vielleicht tut sich ja langsam etwas an der Versorgerfront.

Gruss

JB
Gast (Peter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.08.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 29.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JB,
danke für den Tip! Aber die dort geschilderten Tatsachen lassen sich bei Leuten, denen man jahrelang eingetrichtert hat, dass "Wasser sparen" erste Bürgerpflicht ist, nicht vermitteln.
Da fällt es ja schon schwer, das fachliche Verständnis dafür zu wecken, dass durch das weniger gebrauchen von Wasser in einem wasserreichen Land wie Deutschland (von lokalen Engpässen abgesehen)mitnichten der Grundwasserspiegel in der Sahara steigt!
Und die Meinungsmaschinerie läuft weiter! In Hessen hat, auch unter einer CDU-Landesregierung, das Umweltministerium wieder eine Broschüre " Regenwasser - jeder Tropfen zählt" herausgegeben. Von einer ganzheitlichen Betrachtung (also Hygiene, Kosten, Auswirkungen auf die öffentliche Trink- und Abwasser-Ver-/Entsorgung etc) keine Spur. Als weiterer Ansprechpartner war dann u.a. die Fachgemeinschaft Regenwassernutzung genannt, eine Nennung des DVGW unterblieb wohlweislich!
Wenn also von hoher Stelle diesem Unsinn noch Vorschub geleistet wird, kann man es dem Bürger kaum verdenken.....zumal die Wasserwirtschaft meines Erachtens das Thema nicht ausreichend offensiv bearbeitet hat.

Gruß
Peter
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  29.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Peter vom 28.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Peter,

ich stimme Deinem Beitrag 100% zu. Als kleine Ergänzung:

> Aber wenn man der Meinung ist, damit sein
> "ökologisches" Gewissen beruhigen zu können, nur zu,
> jeder ist für seine Gesundheit und die Verwendung
> seiner Finanzmittel selbst verantwortlich!

Sogar ökolgich ist die Regenwassernutzung im Haushalt kontraprodukitv. Schöner Beitrag dazu:
http://www.uni-hannover.de/aktuell/veroeff/unimag/02unimag3-4/09_leist.pdf

Gruss

JB
Gast (Peter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  28.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hans Christoph vom 28.07.2005!  Zum Bezugstext

Sehr geehrter Herr Christoph,

Sie sind leider einer geschickten Lobby-Arbeit auf den Leim gegangen. Mit der Regenwassernutzung schonen Sie weder Ihren Geldbeutel (bei realistischer Vollkostenbetrachtung) und schon gar nicht das Grundwasser (dazu sind ihre wahrscheinlich "eingesparten" 40 cbm nämlich zu gering). Den hygienischen Aspekt der Nutzung von Dachablaufwasser mal ganz außen vorgelassen.
Zu diesem Thema empfehle ich Ihnen eine Ausarbeitung von Herrn Korthals (Hessenwasser), einzusehen unter www.hessenwasser.de.
Und um es gleich zu sagen: Nein, ich arbeite nicht bei der Hessenwasser AG.
Und zum Verweis auf die anderen Länder:
Viele wären froh, den Qualitätsstandard der deutschen Wasserversorgung zu erreichen. Dort fließt dann nämlich auch kein Trinkwasser aus dem Wasserhahn! Im Urlaub in Südspanien mag man das noch für 2 Wochen erträglich finden, aber auf Dauer...?
Eine Schikane der Behörden bezüglich Regenwassernutzung möchte ich mal in Abrede stellen. In vielen Städten wird dieser Unsinn auch noch gefördert bzw. in Baugebieten zur Auflage gemacht!

Aber wenn man der Meinung ist, damit sein "ökologisches" Gewissen beruhigen zu können, nur zu, jeder ist für seine Gesundheit und die Verwendung seiner Finanzmittel selbst verantwortlich!

Zur Klarstellung: Ich habe nichts gegen das Auffangen des Regenwassers z.B. zur Gartenbewässerung. Aber in der Hausinstallation hat es meiner Meinung nach nichts verloren!

Schönen Gruß!

Peter
Gast (Hans Christoph)
(Gast - Daten unbestätigt)

  28.07.2005

Hallo Winfried,

seit vielen Jahren nutzen wir, auch entgegen behördlicher Schikanen, Regenwasser u.a. für die Toilettenanlagen.
Uns ist kein Land weltweit bekannt, das so aufwändig
Wasser aufbereitet und dann für kleine und große
Geschäfte benutzt.

Unsere Wasserreserven (Grundwasser ) werden geschont
aber auch unser Geldbeutel.Ätzend ist es jedoch wenn
Behörden mit allerlei Schikanen versuchen diese Art
von Wassernutzung mit allen Mitteln zu unterbinden.

freundliche Grüße

chris
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  04.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 04.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo JayBee,

Du denkst viel zu kompliziert.
Die Sache ist ganz einfach.
Wenn ich einen Kühlturm mit Regenwasser betreibe spare ich ganz schön.
Regenwasser hat einen niedrigen Leitwert, und eine sehr geringe Härte. Dadurch kann ich den KT höher eindicken und vor allem spare ich die teure Behandlungschemie.

Gerade in Gegenden mit hartem Wasser, was sonst auch noch vor dem Einsatz im KT enthärtet werden muß, ist das schon eine echte Ersparnis die sich rechnet.


Gruß aus Bonn

Rainer Kluth
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  04.07.2005

Hallo  Wilfried,

ja das ist mal wieder ein schönes Beispiel ;-)
Ich habe das anhand des Links auch mal ausrechnen lassen und komme auf schlappe 140 Euro pro Jahr - Ich habe keine Ahnung was eine solche Anlage kostet, aber ich schätze mal 10.000 Euro; d.h. 71 Jahre *lol* bräuchte ich um die Anschaffungskosten wieder reinzuholen, ohne Zinsdienst selbstverständlich.
Setze ich eine Ersatzinvestition, mit konservativer 4% Rendite, entgegen, so würde ich während des Abschreibungzeitraums einen Verlust von 18.400 Euro machen, bzw. 260 Euro pro Jahr.
Das ein solcher ökonomischer und ökologischer Schwachsinn vom Staat gefördert wird, ist der blanke Hohn. Wenn es in der Politik um die Streichung von sinnlosen Subventionen geht, sollte die Regenwassernutzung an allererster Stelle stehen.

@Rainer: Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, das die Regenwassernutzung bei den meisten Industriebetrieben ökonomisch sinnvoll ist, v.a. bei dem von Dir genannten Modell der Oberflächenwassersubstitution. Hier liegen die Opportunitätskosten in den meisten Bundesländern bei gerade mal 5 Cent/m³ - da kann sich eine Regenwassernutzung überhaupt nicht rechnen.
Wenn man einen Sonderfall, mit extrem grosser Dachfläche und sehr hohen Opportunitätskosten konstruiert, könnte es sich zwar schon rechnen, aber für solch geringe Einsparungen, gemessen an den Investitionskosten, würde ohne PR-Hintergedanken durch falsch verstandenen Ökoaktivismus, sich sicherlich die wenigsten Unternehmen hinreissen lassen.


Gruss

JB
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  04.07.2005

Hallo Wilfried,

für den privaten Anwender tfrifft dies sicherlich zu.
Bei industriellen Anwendung sieht es anders aus.
- größere Dachflächen
- Nutuzung des Wassers zu Nachspeisung von Kühltüremen
 => Wasser- und Chemieeinsparung
- Reduzierung der Gebühren für Oberflächenwasser

Ich habe einige Kunden die das so machen und wo sich die Anlagen inerhlab von 1 bis zwei Jahren rechnen.

Der private Anwender hat zum einen ungenügende Dachflächen und vor allem einen zu niedrigen Wasserverbrauch.

Gruß aus Bonn

Rainer



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