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Kategorie: > Technik > Regen- / Brauchwassernutzung
Anschaffung Regenwassernutzungsanlage
Gast (Sevenoaks)
(Gast - Daten unbestätigt)

  23.06.2005

Ich plane im Moment eine Regenwassernutzungsanlage für ein EFH (2 Erw. + 2 Kinder). Ich weiss, dass es sich eigentlich überhaupt nicht rechnet so weiter, aber erstens sehe ich das eher ideell und zweitens habe ich ein großes Loch im Garten (ehemaliger Gartenteich), welches ich nutzen möchte.
Ich habe mich recht umfangreich auf verschiedenen Messen und Internetseiten etc. informiert, aber das Angebot ist ja doch recht unübersichtlich... Mein Favorit ist zurzeit das Gesamtsystem von WISY, nicht zuletzt aufgrund der bei mir sehr langen Rohrleitung zwischen Zisterne und Pumpe (2-Pumpen-System) und der Maße der Zisterne.
Meine Fragen: Wer hat das System im Einsatz und wie zufrieden sind diejeneigen mit den einzelnen Komponeneten und dem Gesamtsystem (WFF, Zisterne, Trinkwassernachspeisung), welche Probleme traten/treten auf (z.B. Technik, Verschmutzung) und welche Betriebskosten (Strom, Reinigung, Trinkwassernachspeisung, geeichte Zähler etc.) fallen an?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ich fundierte Antworten bekäme...!?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 5
Max Gaßner
mjk2005gmx.de
(Mailadresse bestätigt)

  23.06.2005

Hallo Sevenoaks,
wenn Sie aus ideellen Gründen eine Regenwassersammel-anlage (RWSA) einbauen lassen wollen, würde ich die Gesamtanlage in Eigenregie bauen, das hab ich auch! Dadurch kann man sich schnell selber helfen, denn wenn was passiert, ist es garantiert zur Unzeit, wo sowieso keiner von der Firma XY erreichbar ist. Ich habe meine RWSA mit Vorfluter (1 m3 zur Reinigung - wird 2x/Jahr von mir gereinigt) und die Zisterne von einem ortsansäßigen Bauunternehmer setzen lassen. Die Zisterne besteht aus Betonringen mit 2 m Durchmesser und hat ein Faßungsvermögen von ca 14 m3. Die Zisterne ist auch in den trockensten Sommern mit viel Gartenbewässerung nie leer gewesen.
Die nötigen Pumpen kriegt man günstig in jedem Baumarkt. Eine Steuerung zur Synchronisation der beiden evtl. notwendigen Pumpen dürfte für einen Elektriker auch kein Problem sein herzustellen.

Sorry, kann Ihnen zwar nicht's zu dem favorisierten Produkt sagen aber Sie evtl. motivieren es selbst anzupacken.
Gast (Sevenoaks)
(Gast - Daten unbestätigt)

  23.06.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 23.06.2005!  Zum Bezugstext

Danke für den Artikel-Link! Sehr interessant, aber m.E. hier in meinem Fall nicht zutreffend und nicht anwendbar.
Dazu ein paar Details:
1. Mischwasserkanalisation -> Regenwasser wird eh der Versickerung entzogen, also kann ich es doch besser nutzen und einen Teil sogar über die Gartenbewässerung wieder dem natürlichen Kreislauf zuführen, ohne dafür vorher im Wasserwerk aufwendig aufbereitetes Trinkwasser zu verwenden
2. In unmittelbarer Nachbarschaft zu meinem Wohnort befindet sich ein großer Braunkohle-Tagebau. Der durch die notwendigen Pumpmaßnahmen hervorgerufene grundwasserfreie Trichter wird locker über unsere Grundstücksgrenze hinausragen. Mit einer Regenwasserversickerung würde ich vermutlich nur die Pumpen von Rheinbraun speisen...

Trotz alledem ist mir die dahinterstehende Problematik bewusst und in dem Artikel auch schön erklärt (auch wenn es sich wie eine Werbebroschüre für einen Wasserversorger liest). Die gleiche Problematik ergibt sich analog ja auch bei der Einspeisung von nur partiell verfügbarer regenerativ erzeugter elektrischer Energie in das Stromnetz.
Ich denke aber, dass es in meinem Einzelfall nciht so gut passt...

Also - Teich will ich nicht, wer kann mir bitte was zur Technik von RWNA sagen?
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  23.06.2005

Hallo Sevenoaks,

ich weiss, Du willst Tips für Deine Regenwassernutzanlage, aber ich kann mir einen kritischen Kommentar einfach nicht verkneifen.
Du schreibst, Du möchtest eine solche Anlage aus ideelen Gründen bauen - sollte der ideele Gedanke Umweltschutz sein, so bist Du schief gewickelt - eine Regenwassernutzung vermeidet den Gebrauch einer regenerativen Ressource auf Kosten mehrerer nicht regenerativer Ressourcen und ist somit nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch sinnlos bzw. sogar schädlich. Nachzulesen unter:

 http://www.uni-hannover.de/aktuell/veroeff/unimag/02unimag3-4/09_leist.pdf

Warum ein solcher ökonomischer und ökologischer Unfug überhaupt vom Staat gefördert wird ist mir absolut schleierhaft.

Ich denke mit dem Loch im Garten kannst Du auch was sinnvolleres anfangen, z.B. einen schönen Fischteich anlegen ;-)

Gruss

JB
Gast (Sevenoaks)
(Gast - Daten unbestätigt)

  23.06.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Fred vom 23.06.2005!  Zum Bezugstext

Bei uns in NRW gibt es sogar einen Zuschuss von bis zu 1.500,- EUR beim Bau einer Regenwassernutzungsanlage (RWNA), zumindest jetzt noch. Was die neue Regierung zukünftig macht, weiss ich nicht.
Klar ist: Ich muss den lokalen Wasserversorger informieren und die fertige Anlage muss inzwischen m.E. gem. der neuen TVO sogar vom Gesundheitsamt abgenommen werden. Dann brauche ich noch zwei geeichte Wasserzähler zwecks Abwassergebührenberechnung. Die Versiegelungsabgage bleibt blöderweise bestehen, da der Überlauf in den kanal erfolgt.
Regenwasser wird bei uns zusammen mit dem Schmutzwasser der Kläranlage zugeführt. Bei dieser Mischwasserentwässerung wird Regenwasser sowieso direkt in Schmutzwasser umgewandelt...

Aber diese ganzen Randbedingungen sind eigentlich gar nicht das Thema meiner Frage.

Mir ging es mehr um die Technik! Im Vergleich der unterschiedlichen Konzepte der versch. Hersteller gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten - die größten Unterschiede beim WISY-System sind einerseits der Filter (Wirbelfeinfilter WFF) und das 2-Pumpen-System (Tauchpumpe in der Zisterne, Druckpumpe für die Einspeisung), die m.E. einige Vorteile bringen. Wie wird das von den Experten hier am Start gesehen?
Gast (Fred)
(Gast - Daten unbestätigt)

  23.06.2005

Hallo,

ich möchte mich jetzt hier nicht zu dem einen oder anderen Produkt äußern (kann ich auch gar nicht) aber ich würde mich außerdem noch an die Gemeinde wenden und nachfragen, ob der Bau dieser Anlage nicht ggfs. durch die Gemeinde und / oder Land gefördert wird.

Außerdem wird in der RWMA ja Regenwasser in Schmutzwasser umgewandelt, das wiederum in die Kanalisation abgeleitet wird. Hierführ fallen dann aber Schmutzwasserkanalgebühren an.

Auch ist eine derartige Anlage aufgrund der Bestimmungen der TVO dem Gesundheitsamt gegenüber anmeldepflichtig.

Aber trotzdem viel Spass damit.

Fred  



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