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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Tschüss Wasserwerk - oder ?
Gast (Naßzelle)
(Gast - Daten unbestätigt)

  10.04.2005

Grüße ins Forum,

ich hatte jetzt mal eine Analyse meines Brunnenwassers in Auftrag gegeben ( hier im shop, klappt prima ), die Ergebnisse waren überraschend gut, so daß ich erwäge, mein gesamtes Wasser vom Brunnen zu entnehmen.
Knackpunkt ist, daß der pH- Wert nur bei 6,32 liegt, Wasserhärte in dH = 6.
Die Frage wäre, ob der niedrige pH- Wert dauerhaft problematisch sein könnte ?
Was für ein Filter wäre für die Versorgung eines Einfamilienhauses zu empfehlen ?
Ich wäre dankbar für alle Hinweise

MfG.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 8
Michael Schmidt
(Mailadresse bestätigt)

  12.04.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Naßzelle vom 11.04.2005!  Zum Bezugstext

Na denn, da sach' ich jetzt nix mehr zu.
Halt uns mal bei Gelegenheit auf dem laufenden! Viiiiel Spaß als Wasserversorger ;-)
Michael
Gast (Naßzelle)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.04.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Michael Schmidt vom 11.04.2005!  Zum Bezugstext

Hallo an alle,

vielen Dank für alle Hinweise und auch Bedenken.
Über die rechtlichen Grundlagen von Eigenversorgern werde ich mich mal schlau machen, ich kenne eine Familie, die wohnt auf einem abseits gelegenem Bauernhof, da gibts seit Jahr und Tag " nur " Brunnenwasser. So problematisch sehe ich das alles nicht.
Mir gehts auch garnicht mal um die paar Euro, die da zu sparen sind. Meine gesamte Gartenbewässerung und 50 m Swimmingpool mit jährlichem Frischwasser kommt sowieso schon vom Brunnen.
Hauptsächlich ist es wegen dem hohen Kalkgehalt. Das  Leitungswasser hat eine Härte von 15 !, das eigene Wasser hat nur 6. Alles permanent verkalkt .
Nachdem die Laboranalyse vorlag, haben wir auch mal den Test mit dem schwarzen Tee gemacht. Ergebnis :
Leitungswasser = braun/grau trüb mit schwimmendem Film
Brunnenwasser  = rot/braun und glasklar,
Kaffee schmeckt deutlich besser, Wäsche wird besser usw.

Das wäre mal meine Argumentation und ansonsten habe ich bis jetzt noch immer alles erledigt bekommen.
Also ich kann mir nicht vorstellen, daß mich das Wasserwerk zwingen kann, ihr Wasser abzunehmen. Trinkwasser könnt ich mir ja auch in Flaschen kaufen,
manche Leute sollen sogar in Sekt baden ...


MfG.

Gast (Wulf)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.04.2005

hallo Naßzelle,

bist Du Dir im Klaren darüber, dass, wenn Du dich von der öffentlichen Trinkwasserversorgung abkoppelst und dein Trinkwasser "selbst herstellst", Du auch alle Pflichten eines Wasserversorgers eingehem must. (unabhängig davon, ob es einen Anschluss- und Benutzungszwang in deiner Gemeinde/Stadt gibt)

D. h.
- der Brunnen muss dem zuständigen Gesundheitsamt vier Wochen vor Inbetriebnahme angezeigt werden,
- das geförderte Wassr muss regelmäßig auf die Parameter der Trinkwasserverordnung untersucht werden,
Dies erfolgt entweder durch das Gesundheitsamt selber oder die Untersuchung muss durch ein akkreditertes Trinkwasserlabor durchgeführt werden. Den Umfang bzw. Häufigkeit bestimmt das Gesundheitsamt.
- der Brunnen wird durch das Gesundheitsamt überwacht, = regelmäßige Besichtigungen (möglicherweise zusätzliche Kosten)

Solltest Du der Meinung sein, dass Dir dies egal ist, möchte ich dich darauf hinweisen, dass das Nicht-Einhaltung der obigen Punkte Ordnungswidrigkeiten darstellen.

Ich will Dir das Betreiben eines eigenen Trinkwasserbrunnen nicht vermiesen, aber außer der Aufbereitung müssen halt noch ein paar Formalien eingehalten werden.

Viel Erfolg
Wulf
Gast (Michael Schmidt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.04.2005

Hallo Naßzelle,

zuerst mal stellt sich für mich auch die von Fred aufgeworfene Frage mit der öffentlichen Wasserversorgung; das solltest du unbedingt vorher klären, ob das genehmigt wird.

Wenn du Informationen suchst zur Aufbereitung, hier zwei interessante Links:

http://www.trinkwasserspezi.de/Entsauer.htm
http://www.uni-weimar.de/Bauing/wbbau/studium/zusatz/schnupperkurse/pdf/WW58%20-%20Schnupper.pdf

und @ Rainer Kluth:
Hallo Rainer,

ich vermute mal, dass du mit dolomitischem Gestein als Filtermaterial Calcit (Calciumcarbonat) und nicht den halbgebrannten Dolomit (Calcium-/Magnesiumcarbonat, welcher nach dem Brennen reaktives MgO enthält) meinst.
Letzterer hat nämlich die Eigenschaft, anfangs zwar sehr reaktionsfreudig zu sein, dann aber u.U. zum Verbacken neigt und reaktionsträge wird. Zum anderen kann bei falscher Fahrweise der pH-Wert deutlich über 8 (bis hin zu 10-11) ansteigen. Das verhindert man mit reinem Calcit = Calciumcarbonat. Das Material reagiert nicht ganz so schnell, es reicht aber in der Regel aus, den pH-Wert in die Gegend um pH 8 anzuheben. Der niedrige pH-Wert ist ja auch nicht aus physiologischer Sicht schlecht, sondern nur aus hygienischer, da das "saure" Wasser metallene Rohrleitungs- und Armaturenwerkstoffe eben stark löst und die Grenzwerte der TrinkwV sehr schnell überschritten sind.
Übrigens, ich warte immer noch auf deine Infos zum Thema Rohrreinigung.

Gruß
Michael
Gast (Fred)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.04.2005

Hallo Naßzelle!

Die Überschrift "Tschüss Wasserwerk - oder?" macht mich etwas stutzig. Soll ich daraus entnehmen, dass Sie z.Z. einen Wasseranschluß und einen Brunnen haben und bei entsprechenden Voraussetzungen nur den Brunnen und nicht mehr den Wasseranschluss nutzen wollen?
Da würde ich dann aber Probleme mit dem örtlichen Wasserversorger sehen - Stichwort Anschluß- u. Benutzungszwang. Würde mich auf jeden Fall vorher noch mit dem Versorger in Verbindung setzen um die rechtlichen Voraussetzungen abzuklären.

Fred  
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  10.04.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Naßzelle vom 10.04.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Naßzelle,

der Pufferbehälter ist eigentlich aus zwei Gründen vorhanden
- Schutz der Brunnenpumpe vor zu häufigem einschalten
- Abpufferung von Spitzenlasten

Man kann natürlich auch auf den Puffertank verzichten.

Die Anhebung des pH-Werts und die Aufhärtung (auf ca 8 - 9 Grad dH)über dolomitisches Gestein (Calciumcarbonat)ist sehr simpel. In einem Druckbehälter ist dolomitisches Gestein enthalten welches durch den nidrigen ph-Wert des Brunnenwassers gelöst wird und so den pH-Wert und die Härte anhebt. (mal mit den Stichwort Entsäuerung und dolomitisches Gestein googeln)
In einer Sache hatte ich mich übrigens in meiner Auflistung geirrt. Das dolimitische Gestein sollte vor dem Vorfilter sitzen ubnd nicht nach dem Puffertank.

Wenns weitere Fragen gibt, einfach melden.

Gruß aus Bonn

Rainer Kluth
Gast (Naßzelle)
(Gast - Daten unbestätigt)

  10.04.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Rainer Kluth vom 10.04.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Kluth,

vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort, mit den Filtern das ist verstanden, ich habe aber eine Tiefbrunnenpumpe ( 23 m tief im Märkischen Feinsand ) mit Druckschalter im Einsatz , sollte jetzt trotzdem noch ein Pufferspeicher eingebaut werden ?
Die zweite Frage wäre, wie funktioniert das System mit der Aufhärtung ( pH Wert ).Gibts irgendwo dazu eine Beschreibung?
Danke schonmal
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  10.04.2005

Hallo Naßzelle,

bewährt hat sich folgende Kombination
Brunnenpumpe (über Niveau im Puffertank gesteuert)
Vorfilter 1 - 3 m nominal(spülbar)
Feinfilter 0,5 - 1 m absolut
Puffertank (500 - 1000 l)
Hauswasserwerk
Aufhärtung und Anhebung des pH (dolomitisches Gestein) im Bypass
UV-Entkeimung

In der Regel wird eine solche Anlage mit ca. 500 bis 1000 l/h dimensioniert um die Spitzenlast (Badewanne, Dusche etc.) abzudecken.

Gruß aus Bonn

Rainer Kluth



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