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Kategorie: > Wissenschaft > Wasserqualität
Ablagerung in den Kupferleitungen
Gast ( Andreas Hinterding)
(Gast - Daten unbestätigt)

  03.02.2005

Hallo,
ich habe ein Problem mit unseren Wasserleitungen in unserem Neubau. Die Wasserleitungen sind im September 04 verlegt und bis zum Dezember 04 (kurz vor Einzug) nicht benutzt worden. Vom Installateur wurde die Anlage befüllt und abgedrückt. Seit dem Einzug ist unser Trinkwasser leicht bläulich eingefärbt, und nach Ablauf des Wassers aus der weißen Badewanne, bleibt ein bläuliches Puder zurück.
Der Installateur war ratlos, die Stadtwerke sagen unser Wasser ist i.O., aber das Wasser in ihrem Haus würde ich nicht trinken.
Der Hersteller der Kupferleitungen wollte eine Probe haben, und heute wurde ein Stück Leitung herausgetrennt.
Die Leitung ist innen komplett mit einer blau bis grünlichen Schicht überzogen. Im Warmwasserboiler hat sich am Boden eine dicke Schicht der Pulvers abgesetzt.
Ist dieser Belag und das Puder giftig?
Hat jemand ein ähnliches Problem?
Kann es mit dem Flußmittel beim Weichlöten zusammenhängen? Ist doch Säure oder?
Seit Anfang Januar trinken wir nur noch Wasseer aus dem Supermarkt.
Gruß
Andreas




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Gast (Ernst Rieder)
(Gast - Daten unbestätigt)

  30.09.2005

Die grünblaue Färbung sind Kupferbestandteile. Wegen des Gesundheitsaspektes wurde in der seit vergangenem Jahr per Gesetz gültigen Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) der zulässige Grenzwert von 3 mg/l auf 2 mg/l heruntergesetzt.
Wenn bereits verfärbungen und Ablagerungen in der beschriebenen Weise vorliegen, sind die Grenzwerte mit sehr großer Warscheinlichkeit weit überschritten.
Chronisch erhöhte Kupferaufnahme über das Trinkwasser ist eine Gefahr für die Gesundheit, speziell für Säuglinge, Kleinkider und Menschen mit Stoffwechselstöhrungen, wie Morbus Wilson, Glucose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel und Primär biliäre Zirrhose.
Bereits bei einem Kupfergehalt des trinkwassers von 2,2 - 3,5 mg/l wurden 1987 erstmals in Deutschland bei Säuglingen und Kleinkindern tödlich verlaufende Leberzirrhosen festgestellt. (nach Michael Otto, ISBN 3-927408-87-5).
Hier im Wasser.de-Forum gibt es doch einen Anbieter, der Analysen für 50 €uro erstellt. Du solltest Dir unbedingt Klarheit verschaffen.
Gast (ergysg)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.05.2005

Habt Ihr eventuell eine Wasserenthärtungsanlage? Könnte in dieser Anlage eine Filterpatrone defekt sein?
Alles Gute noch!
Gast (Michael Schmidt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.02.2005

Hallo Andreas,
sorry, jetzt kommt ein bisschen viel Text, aber vielleicht hilft`s weiter.

Es ist normal, dass neue Kupferinstallationen in der Anfangszeit deutlich höhere Kupfergehalte an das Wasser abgeben, da sich eine mehr oder weniger schützende Deckschicht aus in der Regel basischem Kupfercarbonat (Malachit, grünlich gefärbte Schicht) ja erst mal während des Betriebes bilden muss. Das geschieht um so schneller, je eher eine regelmäßige Nutzung stattfindet. Deshalb immer ordentlich Wasser entnehmen oder auch mal nur ablaufen lassen. Das schlechteste wäre, gar kein Wasser zu zapfen (machen notorische Wassersparer gerne). Machen viele Leute auch, wenn sie Rostwasserprobleme haben. Die höheren Kupferwerte führen aber nicht immer gleich zu bläulichem Wasser, insofern stört mich das bläuliche Pulver von dem du redest schon etwas. Hat man das schon untersucht, ob es sich hierbei um Malachit handelt. Vor allem wundert mich auch, dass sich nach den paar Wochen Betrieb im Boiler schon eine dicke Schicht des Pulvers abgesetzt haben soll. Ist das Wasser sehr hart und die Wassertemperatur sehr hoch (>60°C), so dass vielleicht auch Kalk im Spiel ist?

Dass der Installateur ratlos war und die Stadtwerke sagen, ihr “Wasser ist in Ordnung”, das ist der Normalzustand.

Flußmittel wird normalerweise nur beim Weichlöten eingesetzt. Es ist schon richtig, dabei  handelt es sich um saure Mittelchen (meist auf Zinkchloridbasis) und wenn die nicht  kurz nach Fertigstellung der Installation ausgespült werden, kann man im schlimmsten Fall richtig Probleme bekommen. Zumindest läuft in den Bereichen dann meist die Korrosion etwas heftiger ab. Ich will jetzt hier keine Panik verbreiten, aber der Fall zeigt mir mal wieder deutlich, dass man an diese Dinge mit Sachverstand rangehen muss und man um den Einsatz eines richtigen Sach- und Fachverständigen (mit Ortstermin) meist nicht herum kommt, denn neben der Wasserqualität spielen bei Korrosionsproblemen meist noch andere (Betriebs- und Fertigungs-)Bedingungen eine wichtige Rolle.

Kannst Du eigentlich sagen, von welchen Stadtwerken und von welchem Rohrhersteller wir sprechen? Hast du schon eine Rückmeldung bezüglich der herausgetrennten Rohrprobe?

Bei dem bläulichen “Puder” und Belag auf den Rohren wird es sich im wesentlichen um Malachit (mit Cu-sulfatbeimengungen?) handeln, der ist nicht gerade giftig. Bewusst konsumieren würde ich ihn aber auch nicht wollen (das ist ähnlich wie beim Rostwasser).

Wasser aus dem Supermarkt muss deshalb aber auch nicht gleich sein. Nur mal ein kurzes Rechenbeispiel. Selbst wenn du den Liter Supermarktwasser für 19 ct kaufst, kostet dich der Kubikmeter davon immerhin stolze 190 Euro (ohne Transport und Zeitaufwand). Dafür bekommst du schon fast 100 Kubikmeter besten Trinkwassers (ohne Abwasser).  Lass lieber mehr Wasser durch die Rohre rauschen, damit sich schnellstens die Schichten aufbauen können. (NEIN, ich verkaufe kein Trinkwasser!). Und wenn du Sorge um die Qualität des Wassers hast, besteht vielleicht auch die Möglichkeit vorübergehend im Keller nach dem Wasserzähler das Wasser zum Kochen und Trinken zu entnehmen, denn dort ist ja wohl noch kein Kupferrohr im Spiel.

Was du auf keinen Fall tun solltest, dir von irgendwelchen windigen Burschen, und deren gibt es gar viele, irgend ein Gerätchen andrehen zu lassen, was dir schnelle Abhilfe verschafft. Frag` vorher lieber hier im Forum nach oder mach dich unter der Suchfunktion schlau.

Gruß
Michael



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