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Kategorie: > sonstiges
Bauplan für grosse Kristalle
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  16.05.2004

Hallo,

ich hatte vor einigen Jahren in Deutschland das Glück zuzuschauen, wie auf meinem Fischteich kurz nach Sonnenaufgang ( die Temperatur fiel etwa um 3 bis 4 Grad)das Wachsen von riesigen Kristallen zu beobachten. Es gab drei verschiedene Typen. Am eindrucksvollsten waren über dem tiefen Pflanzenfreien Wasser schneeflockenähnliche Gebilde mit bis zu 120 cm Durchmesser. Daneben entstand über den im Herbst abgemähten Schilf-  und Liliengewächsen ein wildes Durcheinander, was aussah wie die abgemähten Blätter.
Über dem Standort der ebenfalls abgemähten Seerosen mehr oder weniger flächige verrundete Formen.
Hat jemand eine Idee, wie die Wassermoleküle in der Lage sind eine Sechseckpyramide mit "Palmwedeln" an den Ecken entstehen zu lassen ??? Die Pyramide hatte etwa 2cm Höhe und die Kanten liefen wie mit dem Lineal gezogen fehlerfrei in die Ecken nach Null. Von den Ecken aus liefen die gefiederten Wedel etwa 15 cm breit und ca.40cm lang in makelloser Form.

Diesen Winter konnte ich hier in Griechenland auf unserem Marmortisch im Garten etwas ähnliches im Kleinen beobachten und fotografieren. Das nicht ganz perfekte schneeflockenähnliche Gebilde zeigte sich zwischen gebogenen Farnwedeln und anderen Formen. Auch hier war die Temperatur um Null und das Wasser von nicht vollständig geschmolzenen Schnee mit dem kühler werdende Abend gerade wieder langsam am anfrieren.

Für Erklärungsversuche aller Art bin ich dankbar .
Wo steckt der Bauplan für solch schöne Gebilde ???
Grüsse aus GR

Gutjahr



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 5
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.05.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Heiner Grimm vom 20.05.2004!  Zum Bezugstext

Hallo Heiner,

klingt ja gut was du da sagst, nur kann ich mir es noch nicht so richtig vorstellen, wie jetzt mitten in einer Welt von Farnen ein sagen wir mal Stern entsteht.
Solcherlei habe ich auf der Marmorplatte beobachtet.
Diese Farnwedel wie ich sie nenne waren sowohl gerade als auch gekrümmt und hatten unterschiedliche Abmessungen und ganz feine Fiederungen. Spielt da die Verschmutzung auf der Marmorfläche eine Rolle oder wie kommen in ein und demselben "Happening" diese vielfältigen Formen vor ? Ich will mal durch meine fotohaltigen Dir´s streifen, vielleicht finde ich das ja nochmal. Dann würde ich dir mal so ein Foto mailen wenn es dich denn interessiert ?

Gruss aus dem immer noch für die Jahreszeit viel zu kalten Griechenland.

Lothar
Gast (Heiner Grimm)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.05.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 19.05.2004!  Zum Bezugstext

Hallo Lothar,

warum soll eigentlich immer alles so kompliziert sein? Die ganz "banalen" Anziehungskräfte zwischen den Molekülen sind schon kompliziert genug. Und sie reichen auch vollkommen aus, um die bekannten Kristallbildungsphänomene zu erklären.

Wissenschaft ist nicht gerade ein leicht zu beackerndes Feld und wenn es hie und da eine schöne einfache Erklärung für ein Phänomen gibt, ist das doch eigentlich erfreulich, oder? Außerdem macht es die Sache eher noch faszinierender, wenn man weiß, welch simple Prinzipien dahinter stecken. Und der Schönheit gewisser Gebilde tut es erst recht keinen Abbruch.

Ein sehr schönes Beispiel für das Gesagte sind die Fraktale. Hinter wunderschönen, bis in die Unendlichkeit filigran und immer filigraner verzweigten Strukturen steckt nichts weiter als eine ganz simple sehr kurze mathematische Formel.

Wenn aus ganz komplizierten Prinzipien ganz komplizierte Dinge entstehen, dann ist das eigentlich banal. Wenn ganz einfache Prinzipien zu ganz komplizierten Dingen führen, dann ist das doch viel eher ein "Wunder", nicht wahr?

Gruß Heiner

Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.05.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Heiner Grimm vom 18.05.2004!  Zum Bezugstext

Hallo Heiner,

zunächst schönen Dank für deine Info. Ich hoffte auf einen Beitrag der aussagt, dass die Wassermoleküle so etwas ähnliches wie eine DNS besitzen, wo hunderte von machbaren Mustern gespeichert sind und wo dann in meinem Teich auf 120 cm Durchmesser alle 60 Grad exakt diese Wedel wachsen, weil die Moleküle mittels Botenstoffen oder ähnlich "Bluetooth" smile, die Synchronisationsbefehle bekommen?

Nur weil sich da was abstösst und anzieht, das ist doch wohl zu banal oder?

Würde schon gerne noch mehr Anregungen bekommen, um dieser Sache gedanklich und vielleicht auch praktisch auf den leib zu rücken.

Gruss Lothar
Gast (Heiner Grimm)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.05.2004

Hallo,

der "Bauplan" der Kristalle wird durch die Moleüle oder Ionen vorgegeben, aus denen sie bestehen. Diese versuchen nämlich, sich so anzuordnen, dass gegenseitige Anziehungs- und Abstoßungskräfte maximiert bzw. minimiert werden. Das Ergebnis ist ein Kompromiss, da nicht beides gleichzeitig vollkommen erreicht werden kann.

Da es meist nur einen optimalen Kompromiss gibt, ist die Struktur eines Kristalls durch und durch gleich (von Fehlern mal abgesehen).

Viele kleine Kristalle ergeben ein Pulver. Gut aussehen tun für das bloße Auge nur große Kristalle.

Große Kristalle wachsen vor Allem dann, wenn das Kristallwachstum nur sehr langsam vonstatten geht. Im Falle von Wasser ist das z.B. der Fall, wenn die Temperatur nur sehr wenig unter dem Gefrierpunkt liegt. Wenn das Wasser außerdem sehr sauber ist und es somit an Kristallkeimen mangelt, kann sich, ausgehend von einem einzigen Kristallkeim, ein (schöner) Riesenkristall bilden.

Gruß Heiner
Gast (Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  16.05.2004

bitte den Tippfehler bei der Mail in der vorangegangenen Mitteilung beachten es muss @otenet.gr heissen.

Danke



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