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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Trinkwasserleitungen Materialalternativen
Gast (Georg Müller)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.09.2003

Verzinktes Eisenrohr, Kupfer, Kunststoff oder Edelstahl für Trinkwasserleitungen?? Wo bekomme ich Informationen zur richtigen Materialwahl? Was ist Stand der Technik, wo liegen die Vor- und Nachteile?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 11
Gast (Claus Thurm)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.10.2003

Neutrale Empfehlungen über den Materialeinsatz für Trinkwasserleitungen gibt es kaum. Frägt man Hersteller, so "lobt jeder Krämer seine Ware". Man kann nur über die Risikoabschätzung eine Auswahl treffen. Meines erachtens schneidet da Edelstahl ambesten ab.
Gast (Andreas Caumanns)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Herbert Schremmer vom 15.10.2003!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Schremmer,

ich antworte diesmal nur auf die Bleiproblematik, an der Asbestsache bin ich noch dran.

Die Untersuchungen der Uni Göttingen können Sie unter folgendem Link als pdf-Datei herunterladen:

http://wwwuser.gwdg.de/~hygiene/abstrakt.html#bleiverunreinigung

Rita Wilp von der Pressestelle Medizin der Universität Göttingen war so freundlich mir den Link zu nennen und ich gebe ihn gerne an Sie weiter. Sind ein paar Seite und ich bin noch nicht durch. Vielleicht läßt sich darüber noch einiges sagen.

Die Stiftung Warentest hat bereits 06/2001 einen Artikel mit dem Stichwort "Blei macht dumm" veröffentlicht. Sie finden ihn auch im Internet mit der Überschrift Umweltkarte.

Angeregtes Lesen wünscht mit herzlichen Grüßen

Andreas Caumanns
Gast (Herbert Schremmer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  15.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Andreas Caumanns vom 14.10.2003!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Caumanns,
auch mir macht es Spaß, mit Ihnen auf diesem Weg zu diskutieren. Hoffentlich langweilen wir aber nicht die anderen Forum-Leser.
AZ-Rohre: Natürlich müssen die Berliner Wasserbetriebe die seinerzeit verlegten Leitungen weiterhin nutzen. Abgesehen davon, dass kein Mensch eine Auswechslung bezahlen könnte, muss man auch nach der Notwendigkeit fragen. Nach meinen Kenntnissen über den Chemismus des Berliner Leitungswassers ist dieses als sogenanntes "Gleichgewichtswasser" nicht baustoffangreifend. Ich halte es deswegen für nahezu ausgeschlossen, dass Asbestfasern in Lösung gehen können. Selbstverständlich sind die Fasern harmlos, wenn das Wasser getrunken wird. Ihr Argument mit dem Wäschetrocknen trifft natürlich zu, wenn man unterstellt, dass Asbestfasern im Leitungswasser vorkommen. Solange noch keiner diesen Beweis erbracht hat (was sicherlich versucht worden ist), halte ich die ganze Diskussion für sinnlos. Aber vielleicht sollen die Verbraucher im Sinne bestimmter Interessenten verunsichert werden.
PAK: Das Wort "Baustelle" habe ich eingefügt, weil Sie am 12.10. geschrieben haben, dass für die Verunreinigung mit PAK eine Baustelle verantwortlich war, bei der geteerte Trinkwasserrohre zerschnitten und der Staub nicht gründlich entfernt wurde.
Bleileitungen: Die Berliner haben vielfach über 100 Jahre ihr Trinkwasser aus Bleileitungen bezogen. So mancher Hausbesitzer wird also nicht einsehen, plötzlich (enorme) Kosten für einen Austausch aufzubringen. Es ist auch noch gar nicht solange her, dass man Konzentrationen im Bereich von 0,01 mg/l überhaupt nachweisen kann. Heute finden die Chemiker mit ihren modernen Analysengeräten "alles überall"; man muss ihnen nur sagen, was sie finden sollen. Natürlich bleibt dem Gesundheitsamt nichts anderes übrig, entsprechende Empfehlungen zu geben. Denn über die Giftigkeit vom Blei kann kein Zweifel bestehen (das haben schon die alten Römer erfahren müssen). Vielfach wird auf die Untersuchungen der Uni Göttingen verwiesen. Deren konkrete Zahlen würden mich sehr interessieren, weil sie fast jeder zitiert. In Berlin sollen bei 10 % der untersuchten Leitungen die WHO-Werte (0,01 mgPb/l) überschritten worden sein, mit Max-Wert 0,186 mg/l. Stiftung Warentest (test 10/2003) entfacht einen richtigen Wirbel: "Blei macht dumm"(!).
Mit freundlichem Gruß
Schremmer
Gast (Andreas Caumanns)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Herbert Schremmer vom 13.10.2003!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Schremmer,

schön, daß sich im Forum auch angenehm diskutieren läßt. - Ich versuche wiederum eine Antwort:  

1) und 2) Nach Angabe der Berliner Wasserbetriebe verbleiben die Rohre im Durchschnitt circa 80 Jahre im Erdboden. Wenn kein Wasserrohrbruch dazwischen kommt. Außerdem führen die Wasserbetriebe erst seit knapp 30 Jahren Buch darüber, wo welche Rohre verlegt worden sind. Damit ist ein Gutteil der Wasserrohre vom Material her den heutigen Mitarbeitern schlicht unbekannt. Da nützt es dann auch nichts, wenn bestimmte Rohre seit 20 Jahren nicht mehr verwendet werden. - Im Übrigen teile ich Ihre Skepsis bezüglich der Asbestfaserzahl, aber die Zahl stammt nicht von mir, sondern vom Fraunhofer-Institut. Die Diskussion zum Thema Asbest scheint mir bisher auch ungenügend. Wenn allerdings das Umweltbundesamt Asbestfasern im Trinkwasser als ungefährlich einstuft, weil getrunkener Asbest vom Körper wieder ausgeschieden wird, dann halte ich das für eine Verharmlosung. Ich muß ja bloß meine Wäsche mit derartigem Wasser waschen und schon habe ich nach der Trocknung auf der Leine die Fasern in der Luft. Eindeutige Zahlen scheinen zu der Thematik nicht verfügbar, was aber wünschenswert wäre. - Und zu den PAKs: Mein Hinweis in der anderen Antwort führt zu einer Ortschaft, die komplett vom Netz genommen werden mußte, auch ohne Baustelle.

3) Nach der neuen TVO darf der Austausch der Bleileitungen weitere 9 Jahre hinausgezögert werden (§9,(6-8)), während die endgültige Herabsetzung auf 0,01 mg/l erst 2013 greift. Das Gesundheitsamt empfiehlt den Betroffenen, solange mit Tafelwasser zu kochen (das hoffentlich bleifrei ist). Wie Sie sehr richtig sagen: Die Leitungen SOLLEN ausgetauscht werden. Von müssen ist nicht die Rede.

Seien Sie herzlich gegrüßt,

Andreas Caumanns
Gast (Herbert Schremmer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  13.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Andreas Caumanns vom 12.10.2003!  Zum Bezugstext

Hallo, Herr Caumanns,
vielen Dank für Ihre kritischen Ausführungen im Forum, zu denen ich anmerken möchte:
1)Das von Ihnen angeführte Beispiel (Baustellenfehler) kann sicherlich nicht verallgemeinert werden. Gleichwohl können von teergetauchten Rohren - die immerhin mal nach dem "Stand der Technik" hergestellt worden sind - u. a. Belastungen mit PAK ausgehen. Derartige Rohre werden aber schon seit vielen Jahren nicht mehr eingesetzt. Vielfach sind sie nachträglich mit Zementmörtel ausgekleidet worden oder haben einen PE-Innenliner erhalten. Heute kommen neben Gussrohre mit Zementmörtelauskleidung hauptsächlich PEHD-Rohre zum Einsatz.
2) Asbestzementrohre gelangen schon seit annähernd 20 Jahren nicht mehr zur Verwendung. Die Argumente wegen möglicher Asbestfasern im Trinkwasser werden m. E. kaum sachlich geführt. Der von Ihnen genannte Wert von 1 Mio Fasern pro Liter halte ich für eine Horrorzahl, die es in der Praxis - Durchfluss von Trinkwasser im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht - nicht geben kann.
3) Der hohe Anteil an Bleileitungen in Berlin überrascht natürlich bei der vorhandenen alten Bausubstanz nicht, da früher nahezu ausschließlich Bleileitungen im Hausbau zum Einsatz gekommen sind. Nach der neuen Trinkwasserverordnung sollen vorhandene Bleileitungen umgehend ersetzt werden, da die vorgegebenen Grenzwerte nicht eingehalten werden können.
Mit freundlichem Gruß
Schremmer
Gast (Andreas Caumanns)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Herbert Schremmer vom 11.10.2003!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Schremmer,

ich halte den Kommentar von Frau Pfennig auch für unsachlich. Aber Ihre 3 Behauptungen entsprechen leider nicht der Wahrheit.

1) Auf Google einmal die Begriffe plusminus Lauenförde eingeben und das pdf-Dokument zur Kenntnis nehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß Siemens Anfang 2002 einige Wohnblocks vom Netz nehmen mußte, weil die Konzentration der PAKs zu hoch war. Nach gründlicher Recherche wurde eine Baustelle als Verursacher ausgemacht. Dort waren Trinkwasserrohre zerschnitten worden, die geteert waren. Der Staub, der durch den Schnitt entstanden war, war aber nicht gründlich entfernt worden. (Siemenslabor: 030-38628933)

2) Asbestzementrohre sind häufig verbaut worden (vgl Spiegel Nr. 9/1989 S. 67). Dies können Sie sich ebenfalls vom Bundesverband der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft bestätigen lassen. Das Fraunhoferinstitut hat in mehreren westdeutschen Städten rund eine Million Asbestfasern pro Liter gefunden.

3) Nach einer Untersuchung der Universität Göttingen aus dem Jahr 2002 hängen alleine in Berlin 30.000 Haushalte an Bleileitungen.

Soviel zu Ihren drei Punkten. Herzliche Grüße

Andreas Caumanns
Gast (Herbert Schremmer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.10.2003

Hallo,
den Diskussionsbeitrag von Ingrid Pfennig, o4.10.03, halte ich für unsachlich; er stellt die gesetzlichen Anforderungen an deutsches Trinkwasser auf den Kopf und ist m. E. in erster Linie als Reklame für die Umkehrosmose anzusehen. (Geteerte Betonrohre hat es für die städt. Wasserversorgung noch nie gegeben, Asbest- und Bleirohre sind seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb.)
MfG
Schremmer
Gast (WernerBonow)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Andreas Caumanns vom 05.10.2003!  Zum Bezugstext

Eine Umkehr-Osmose-Anlage machtnie Sinn!!!!!
Gruß Werner
Gast (Andreas Caumanns)
(Gast - Daten unbestätigt)

  05.10.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ingrid Pfennig vom 04.10.2003!  Zum Bezugstext

Sehr geehrte Frau Pfennig,

Ihre Aussage zeugt nicht gerade von besonderem Feingefühl gegenüber der Frage. Herr Schremmer hat schon recht, wenn er auf den Chemismus des Wassers hinweist. Ist z.B. der ph-Wert des Wasser zu niedrig, sind Metallrohre nicht angeraten, weil diese zuviel Material ans Wasser abgeben würden. Das führt unter Umständen zu Lochfraß und einem vorprogrammierten Wasserrohrbruch. Die von Ihnen vorgeschlagene Umkehr-Osmose-Anlage macht doch für den gesamten Wasserverbrauch innerhalb eines Hauses keinen Sinn, sondern nur für das Wasser, das getrunken werden soll. Sie beugt einem Rohrbruch nicht vor. Mit herzlichen Grüßen,

Andreas Caumanns
Gast (Ingrid Pfennig)
(Gast - Daten unbestätigt)

  04.10.2003

Es ist bestimmt nicht unwichtig, welches Material man für die Hausinstallation nimmt. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass das Wasser auf seinem Weg vom Wasserwerk bis zu Ihrem Hausanschluss mit den verschiedensten Materialien von geteertem Betonrohren über Asbestrohre bis zu Blei und Kupfer in Kontakt kam, kann man nur sicher gehen, wenn man das TRINKwasser auf jeden Fall gründlich reinigt. Denn auch Hormone und Medikamente kommen durch unser Leitungssystem.
Wenn Ihnen die Gesundheit Ihrer Familie am Herzen liegt, sollten Sie eine hochwertigen Umkehrosmoseanlage gleich mit einbauen.
Für Informationen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Gast (herbert schremmer)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.10.2003

Die Materialwahl sollte in Abhängigkeit vom
Chemismus des Wassers getroffen werden. Es ist anzuraten, das Versorgungsunternehmen zu beteiligen.
MfG
Schremmer



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