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Kategorie: > Wissenschaft > Wasserqualität
Apotheke aus der Wasserleitung
Gast (R.S.Khalsa)
(Gast - Daten unbestätigt)

  08.05.2003

Viele Arzneimittelwirkstoffe, z.B. aus Mitteln zur Senkung des Cholesterinspiegels, sowie Hormone und Dioxine können von Kläranlagen nur unzureichend oder gar nicht eliminiert werden. Ihre biologische Abbaubarkeit ist gering, weswegen sie auch bundesweit im Trinkwasser auftauchen. Untersuchungen auf Medikamente finden nicht routinemäßig statt, da sie nicht vorgeschrieben sind. Oft ist die Entdeckung eines Arzneimittelwirkstoffes daher auch ein Zufallsbefund. Untersuchungen ergaben Werte von bis zu 100µg/Liter Salicylsäure (aus Schmerzmitteln) und 10µg/Liter Clofibrinsäure (Clofibrinsäure stammt aus cholesterinsenkende Medikamente). Messungen der Berliner Wasserwerke ergaben Werte bis 0.18 µg/Liter Clofibrinsäure. Andere Meßwerte im Trinkwasser sind (in µg/Liter): 0.4 Diazepam (Psychopharmaka); 0.009 (Bleomycin Zytostatika), 1,6 Carbamazepin (Antiepileptika). Im Oberflächenwasser und im Ablauf von Klärwerken fanden sich zusätzlich Antibiotika, Sulfonamide, Hypnotika, Analgetika. Eine direkte medikamentöse Wirkung haben diese Arzneimittelwirkstoffe aufgrund ihrer relativ geringen Konzentration vermutlich nicht. Es ist jedoch auch bei niedrig konzentrierten Wirkstoffen und chronischer Aufnahme von Umweltgiften zu beachten, dass diese synergetische Wirkungen haben können, zur Grundbelastung des Menschen beitragen und dass chronische Giftwirkungen kleiner Mengen bislang wenig erforscht sind.

Waschaktive Substanzen (Tenside) werden zwar regelmäßig auf ihr Vorkommen im Trinkwasser kontrolliert, nicht jedoch ihre z.T. erheblich giftigeren Abbauprodukte. Die gesundheitlichen Wirkungen von Tensiden sind bislang kaum erforscht. Ob erforscht oder nicht, diese Stoffe haben trotzdem ihre Wirkung in lebenden Systemen.

Angesichts dieser Situation ist es unverständlich, dass von Seiten der Wasserwerke, Presse und Verbraucherzentralen immer noch dem Verbraucher gegenüber behauptet wird, man könne Leitungswasser uneingeschränkt genießen. Allein auf Blei bezogen, müsste die offizielle Empfehlung bereits heißen: “Lassen Sie Ihr Wasser untersuchen!” Angesichts noch zahlreicher anderer anthropogener Fremdstoffe, scheint eine individuelle Lösung der Trinkwasserprobleme im Haushalt sinnvoll, da, wegen den leeren Kassen öffentlicher Einrichtungen, eine weitere Verbesserung des gelieferten Trinkwassers in absehbarer Zeit nicht bezahlbar ist. Unverständlich ist, dass das Problem, das offensichtlich da und bekannt ist, nicht öffentlich diskutiert wird. Die historisch beispiellose Verschmutzung und Zerstörung unserer Biosphäre ist ja keineswegs die Schuld der Wasserwerke, sondern die Folge jahrzehntelanger sorgloser, falscher Umweltpolitik und gesamtgesellschaftlicher Entwicklung.

Wie die steigenden Absätze der Mineralwasserindustrie und der Hersteller von Wasseraufbereitungsanlagen zeigen, misstraut eine zunehmende Zahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern der Qualität des Wassers, welches aus ihrem häuslichen Wasserhahn fließt. Dem gegenüber stehen die Verlautbarungen öffentlicher Stellen, insbesondere der Wasserwerke, Wasser aus dem Wasserhahn könne unbedenklich getrunken werden. Aber ist es von öffentlicher Seite aus wirklich unbekannt, dass sich gesundheitlich bedenkliche Stoffe, Gifte und Keime im Wasser befinden können, oder wird der Verbraucher, warum auch immer, in diesem Punkt nicht richtig informiert, ja sogar irregeführt? Welche häusliche Wasseraufbereitung ist nachweislich optimal?

Ich freue mich schon auf aufschlussreiche Antworten und grüße alle Wasserfreunde dieses Forums!

Herzliche Grüße
R.S. Khalsa



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Gast (Uwe Hohlbein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  10.05.2003
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Rainer Schmitz vom 09.05.2003!  Zum Bezugstext

Hallo,
die Frage kann sich jeder selbst beantworten. Nehmen Sie bei einer Erkrankung Medikamente? Werden nicht Reste dieser Medikamente wieder ausgeschieden. Kann ein Klärwerk Medikamentenrückstände herausfiltern? Meinen Sie, das frisches Quellwasser aus ihrem Wasserhahn kommt?

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Hohlbein
Gast (Rainer Schmitz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.05.2003

Hallo,

ich frage mich nur, wie kommen diese Stoffe in das Trinkwasser hinein ? Ob die Waserwerke diese Stoffe wohl beimischen ? Ich glaube wir sollten und selbst an die Nase packen .

mfg
Rainer Schmitz  
Gast (Gerd-W. Klaas)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.05.2003

Sehr geehrte/r Herr/Frau Khalsa,
sie schildern in ihrem Beitrag Apotheke aus der Wasserleitung ihre Sicht der Dinge. Wie bereits schon einmal beschrieben haben sehr viele Wasserwerke Untersuchungen ihr Wasser auf Hormone und Arzneimittelrückstände untersucht. Die teilweise angesprochenen Mikro- u. Nanorückstände haben bisher die Weltgesundheitsorganisation noch nicht bewegen können Grenzwerte für Hormone etc. festzulegen. Sie berichten von Rückständen im Berliner Wasser. Was sagen die Wasserbetriebe dazu?
Ihr Bericht verwoben mit Wasser u. Abwasser führt dazu das sie viele Menschen verunsichern. Das Wasser aus dem Wasserhahn kann überall dort wo die Trinkw.V 2001 Gültigkeit hat ohne Vorbehalte das ganze Leben lang getrunken werden ohne das die Gesundheit beeinträchtigt wird.
Eventuelle Hormone oder Arzneirückstände in Mineralwässern führt nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft auch nicht zu Gesundheitsbeeinträchtigungen. Glauben Sie etwas anders zu wissen, dann tun sie das der Forumsgemeinde kund.

Mit freundlichen Grüßen



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