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Kategorie: > Öffentliche Versorgung
Fragen zum Thema Zukunft der Wasserwirtschaft
Gast (Thomas Möller)
(Gast - Daten unbestätigt)

  05.02.2002

Hallo wir sind 2 Schüler aus Thüringen die an ihrer Seminarfacharbeit arbeiten, unser Thema ist die Zukunft der Wasserwirtschaft,
dabei soll im besonderen soll auf die Pros und Contras der Liberalisierung des Wassermarketes, wie das bei Gas und Strom schon der Fall ist, eingegangen werden.

Wir würden uns über Material und (oder) Internetadressn sehr freuen.

Vielen Dank im Vorraus,
Thomas und Joachim.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Gast (Anton Berg)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.02.2002

Hi Thomas und Joachim
Ich versteh eigentlich die Sorge um die Privatisierung des Wassermarktes nicht ganz. Es wird bestimmt bei uns mehr Coca Cola, Fanta, Bier oder Mineralwasser getrunken, als Leitungswasser. Diese ganzen Erfrischungsgetränke kommen aber alle von privaten Herstellern, die damit ihr Geld verdienen und Menschen ihre Arbeit haben. Sie werden alle von Fachbehörden (Gesundheitsamt usw.) überwacht. Wenn das also nicht funktionieren würde, müsste man im Umkehrschluss ja auch fordern, dass z. B. Coca Cola vollständig in Kommunale Hände gehörte, so wie beim Trinkwasser, damit die Qualität nicht leidet. Gerade Mineralwasser, dass, im Gegensatz zu Leitungswasser, sehr viel getrunken wird, kommt meist von Privatquellen.
Ich bemühe mich mit Freunden seit etwa einem Jahr um den Aufbau einer Wasserversorgung (Homepage: http://www.howag.de ) unter der Rechtsform einer Genossenschaft, als Mitglied beim Bayerischen Genossenschaftsverband. Diese Wasserversorgung wäre für 152 Anwesen, die z. Zt. noch alle eigene Hausbrunnen haben. Faktisch alle der Hausbesitzer wären für diese Genossenschaft. Wir haben eine Planung, die das WWA als "technisch in Ordnung und für Förderungswürdig" erachtet. Der Geno-Verb. hält unser wirtschaftl. Konzept für einwandfrei und "tragfähig". Die Personalfragen (Wasserwart usw.) sind geklärt, aber man lässt uns diese Anlage nicht bauen. Warum? Ich habe mich für die Thematik der deutschen Wasserwirtschaft interessiert und komme zu folgendem Schluss: Die kommunalen Wasserversorger, die Wasserwirtschaftsämter, die Gesundheitsämter, die Landesämter für Wasserwirtschaft in den einzelnen Bundesländern, -alles Beamte, die in der Bewirtschaftung des Themas Wasserversorgung einen fruchtbaren Boden für ihr „ruhiges Dasein“ finden. Ihr sog. Alibi: "Wasser darf nicht privatisiert werden, da die Qualität leiden würde". Diese kommunalen Versorger leiden aber wegen ihrer Misswirtschaft dauernd unter Geldmangel für notwendige Instandsetzungsarbeiten, ---da leidet die Qualität ihres Produktes. Ein Beispiel: seit Jahren ist der Einbau von Asbestzementrohren zum Trinkwasser Transport verboten. Es ist bekannt, dass diese Rohre Asbest an das Trinkwasser abgeben. Man kommt so in Kontakt mit Asbest. (z.B. Wäsche, Bettwäsche, usw. die mit diesem Wasser gewaschen wurde, gibt die Fasern nach dem Trocknen an die Luft ab, usw.) Kilometerweit sind diese Leitungen in Deutschland noch in Betrieb. Unser Gebiet soll aber jetzt zum "Erstanschluss" an solche Leitungen angeschlossen werden (www.howag.de) Der kommunale Betreiber hat aber kein Geld um diese Leitungen auszuwechseln und ist noch dazu durch verschiedene Beteiligungen der einzelnen Kommunen (Gemeinden, Landkreis usw.) untereinander in seinem Handeln stark eingeschränkt. Ein freies Unternehmen müsste diese Leitungen bestimmt auswechseln, da es sonst im "Konkurrenzkampf" sicher mit anderen Bewerbern am freien Markt unterliegen würde. In Amerika, die Anbieter sind Privatunternehmen, ist so das Problem der Asbestleitungen gelöst worden. Manche Anbieter wechselten die Leitungen aus. Andere waren dazu (finanziell) nicht in der Lage, gingen Pleite und wurden von denen übernommen, die sich das Auswechseln leisten konnten. Denn kurzerzeit war Wasser aus Asbestzementrohren fast im ganzen Land unverkäuflich. Gehen Sie mal bei uns zu den Stadtwerken und sagen: ich kauf kein Wasser mehr aus Asbestzementrohren. Die kommen ihnen mit der Satzung zu Abgabe von Trinkwasser, wonach Sie verpflichtet sind das Wasser zu kaufen. Ohne dieses Monopol wäre nämlich diese staatl. (oder besser kommunale) Misswirtschaft nicht aufrecht zu erhalten. (Wie war es denn bei der Post). Mich würde es freuen wenn dieses Thema mal von der Seite her diskutiert würde. Und schaut mal in unsere Homepage unterhttp://www.howag.de  Würde mich freuen. Gruß Anton



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