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Kategorie: > Wissenschaft > Physik / Chemie
Herr
Gast (Norbert Arnold)
(Gast - Daten unbestätigt)

  24.07.2001

Liebe Wasserfreunde!
Ein physikalisches Phänomen
An einem Fluß, nehmen wir den Rhein, befindet sich ein kleiner Hafen, ca. 300 Länge und 10 Meter Breite.
Er ist so angelegt, dass er parallel zum Fluß liegt und die Hafeneinfahrt am Ende der Mohle in Fließrichtung
liegt.
1. Am Ende der Mohle fließt das Wasser Flußaufwärts.
2. Das Hafenbecken versandet, aber nicht an der Einfahrt, sondern am Ende.
Dieses Phänomen kann ich mir nicht erklären, zumal ich eher davon ausgehen würde, dass nach der Funk-
tionsweise einer Wasserstrahlpumpe genau das Gegenteil eintreten müßte, dass nämlich der Fuß durch
seine relativ hohe Fließgeschwindigkeit alles aus dem Hafenbecken heraus"saugt".
Kann mir jemand die Erklärung für diesen Vorgang geben?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Gast (Mathias Effenberger)
(Gast - Daten unbestätigt)

  31.07.2001

Sehr geehrter Herr Arnold,

Sie habe da ein interessantes, jedoch keineswegs geheimnisvolles, flußbauliches Phänomen beobachtet. Der Fluß wird über die Grenzfläche an der Hafeneinfahrt im Hafenbecken eine walzenförmige Strömung induzieren. Daher wird auf der flußabgewandten Seite des Beckens das Wasser in der Tat flußaufwärts fließen. Weiterhin wird es zu einem Eintrag von Feststoffen aus dem Fluß in den Hafen kommen. Der Massenaustauschkoeffizient läßt sich näherungsweise berechnen und ist abhängig von der Geometrie des Hafenbeckens und der Fließgeschwindigkeit des Flusses. Der Fluß hat aufgrund seiner höheren Fließgeschwindigkeit eine größere Transportkapazität, so daß sich die eingetragenen Feststoffe (Sand) im Hafenbecken absetzen werden.
Der Vergleich mit der Wasserstrahlpumpe erscheint mir nicht zulässig. Hier erzeugen Sie ja in dem kompressiblen Medium Luft einen Unterdruck, während Wasser vergleichsweise sehr gering kompressibel ist. Die Funktion der Wasserstrahlpumpe beruht auf der Löslichkeit von Luft (insbesondere des Sauerstoffanteils) in Wasser und dem Druckgefälle zu dem rasch fließenden Wasser (und dem darin gelösten Gas) in der Leitung. Dieses Druckgefälle begrenzt auch den maximal erreichbaren Unterdruck.

Mit freundlichem Gruß
M. Effenberger



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