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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Colibakterien im Trinkwasser
Karlii
(Mailadresse bestätigt)

  26.07.2016

Hallo Zusammen,
bei mir wurden bei der Trinkwasseruntersuchung Colibakterien im Trinkwasser festgestellt (Eigenversorgung aus Brunnen ca.5m tief). Entnahmestelle war ein Hahn im Wasserkessel, von dem sonst nie Wasser entnommen wird. Liegt hier vielleicht schon der erste Fehler? Sulfat ist bei ca.700mG. Würde hierfür aber eine Duldung vom Gesundheitsamt erhalten. Wegen des honen Sulfat wäre allerdings die Aufbereitung zwecks der Colibakterien sehr aufwändig. So wurde mir jedenfalls gesagt. Die ersten Angebote belaufen sich ca. auf 20.000Eur. für eine Aufbereitungsanlage. Wenn jemand einen Rat weiß wäre ich sehr dankbar.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 9
jodo
(Mailadresse bestätigt)

  29.11.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 26.07.2016!  Zum Bezugstext

Falls es noch aktuell ist, ich habe da mal einen Beitrag gefunden, der dazu passt und ganz interessant ist: http://blog.coogaa.de/amosan-desinfektion-von-trinkwasser/
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  29.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Karlii vom 29.07.2016!  Zum Bezugstext

Hallo Karlii,
unten einige Ratschläge zu Deinem Thema. Wenn Du alles gelesen hast, wird Dir der Kopf schwirren.
Die Aussage des Gesundheitsamtes zur Brunnenchlorung ist sicher richtig, wenn es die dauerhafte Dosierung von Desinfektionsmitteln in den Brunnen meint. Als abschließende Maßnahme zur Brunnensanierung ist es ein gebräuchliches und sinnvolles Verfahren, muß aber in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt und möglichst von einen Fachbetrieb durchgeführt werden.
Unverständlich ist mir die eigenartige Auffassung des Labors zu Hygieneaufsicht.
Vorraussetzung für eine erfolgreiche kontinuierliche UV-Desinfektion ist ein klares, partikelfreies Wasser. Eisen und Mangan wird sich über kurz oder lang störend auswirken und sollte vorher entfernt sein.
Bei Angeboten zur Wasseraufbereitung sollte man auch nach Referenzanlagen in der Nähe fragen.
Gruß, Renrew


http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/gesundes_trinkwasser_barrierefrei_mai_2013.pdf

http://www.maerkischer-kreis.de/buergerinfo/broschueren/fb7/Trinkwasser_Abchloranleitung.pdf

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/doc/empfehlungen_anlagen_wasserversorgung.pdf

https://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/uba__berwachung_von_kleinanlagen.pdf
Karlii
(Mailadresse bestätigt)

  29.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von gnagflow vom 28.07.2016!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,
Erst mal danke für die Ratschläge! Den Brunnen zu chloren war auch mein Gedanke, aber laut Aussage des Leiters vom Gesundheitsamt ist es streng verboten einen Brunnen, das heißt Grundwasser zu chloren. Wie würde man beim chloren eigendlich vorgehen, wenn man es richtig machen will? Habt Ihr da Erfahrungen? Von einem Beispiel eines Arbeitskolegen weiß ich, daß der Verursacher von Coli Bakterien der Wasserfilter war. Dieser wurde koplett entfernt, ein halbes Jahr mit der nächsten Untersuchung gewartet und das Wasser war ok. Weiter wurde nichts gemacht. Zufall oder Glück? Das mit der Probeentnahme bei richtiger Witterung hab ich auch schon festgestellt. Das Labor sagt das auch. Ich versuche mich auch danach zu richten. Es wurde in diesem Jahr im März die 1.Untersuchung durchgeführt. Die Untersuchung machen bei uns alle vor April, weil da noch keine Gülle ausgebracht wird. Traurig aber wahr. Kennt sich jemand von Euch mit UV Aufbereitung aus? Hier auf Wasser.de werden Anlagen für ca. 800 Euro angeboten. Das Angebot von meinem Installateur waren 20.000! Da kann doch was nicht stimmen.
Schöne Grüße.
gnagflow
(Mailadresse bestätigt)

  28.07.2016

Hallo Karlii, du solltest die bisherigen Proben/Probeentnahmen für die mb Untersuchungen mal mit der jeweiligen Witterungslage vergleichen. Es gibt Brunnen die je nach Geländebeschaffenheit/Bodenverhältnissen u. Witterungsverhältnissen mal gute und mal schlechte Befunde liefern. Die guten Befunde gibt es meist bei Trockenwetter u. die schlechten bei oder unmittelbar nach Regenfällen. Außerdem solltest du wenn du den Brunnen weiter betreiben willst, einen dicht schließenden Deckel mit Dichtung u. sicherem Verschluss möglichst in VA Qualität o.ä. anbringen. (allerdings nicht ganz billig) Somit kannst du dann jegliches Ungeziefer aus deinem Brunnen fernhalten.Ungeziefer im Brunnen/Wasser sieht nie besonders appetitlich aus.
mfg gnagflow
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  28.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Karlii vom 28.07.2016!  Zum Bezugstext

Moin Karlii,
offenbar hat sich ja schon einiges verbessert. Bei den getroffenen Maßnahmen vermisse ich die abschließende Chlorung des Brunnens und aller nachgeschalteten Anlagen. Allein durch Spülung wird es nur schwer gelingen, einwandfreie bakteriologische Verhältnisse zu schaffen. Dies scheint aber möglich zu sein da es ja über mehrere Jahre keine Beanstandungen gab.
 Starke braune bis braunschwarze Ablagerungen deuten darauf hin, dass das zuströmende Grundwasser gelöstes Eisen und Mangan enthält, diese bilden bei Kontakt mit (Luft-)Sauerstoff solche schwerlöslichen Ablagerungen. Hätte eisenhaltiges Grundwasser schon vor Eintritt in den Brunnen direkten Kontakt mit sauerstoffhaltigem Oberflächenwasser so würde sich das Eisen schon im Grundwasserleiter festsetzen. Es besteht also Hoffnung, dass der Brunnen weiter betrieben werden kann.
Weitere Hinweise zu den bakteriologischen Ergebnissen findest Du auch in diesem Forum, z.B. eine Anfrage vom  30.10.2007 von Erwin Schmidtbauer, „Koloniezahl überschritten“
Grüsse, Renrew
Karlii
(Mailadresse bestätigt)

  28.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 26.07.2016!  Zum Bezugstext

Hallo,
der Brunnen wurde vor ca. 20 Jahren von Hand gegraben, ausgeschalt (1 m Durchmesser innen) und mit Wasserundurlässigen Beton ausgegossen. Betondicke sind 10-15 cm. Unten wurde ein halber Meter Sand eingefüllt. Die Brunnen Oberkante ist 75 cm über dem gewachsenen Boden. Darauf ist ein Betondeckel. Ja die Wasserader für den evt. neuen Brunnen wurde von einen Wünschelrutengänger mit Hilfe von geologischen Karten ermittelt. Dieser hat auch schon den alten Brunnen und einige weiter in der Umgebung ausfindig gemacht. Seit Inbetriebnahme kommt es immerwieder vor das, das Wasser hygienisch belastet ist. Mal wird zwei Jahre nichts festgestellt, mal ist was drin. Letze Untersuchung: Escherichia coli =2 KbE bei 100ml / Enterokokken =1 Kbe bei 100ml /Coliforme Bakterien =100 KbE bei 100ml !!! / Koloniezahl bei 22°C =26 KbE pro ml / bei 36°C =22 KbE. Nicht Gut. Es wurde folgendes durchgeführt: Brunnen geöffnet. Abdichtung vom Deckel war verschlissen. Ein kleine Schnecke und ein bar Ameisen waren im Brunnen. Brunnen mehrfach leergepump und alles was nicht reingehört entfernt. Druckkessel (300l Edelstahl) gereinigt. Es waren starke Ablagerungen vorhanden. Brauner Schlamm. Brunnendeckel wieder drauf und mit mörtel versiegelt. Nach ca. 3 Wochen die Nachuntersuchung: Escherichia coli =0 / Enterokokken =0 / Coliforme Bakterien =34 / Kolloniezahl bei 22°C =185 / bei 36°C =209. Auch nicht gut, aber schon mal besser.Was ich nicht verstehe ist das, das Wasser in den vergangenen Jahren mal "sauber" ist, mal nicht. 2013, 2014, 2015 waren alle oben genanten Werte 0! 2012 lagen Colifome Bakterien bei 21. Danke für Eure Hilfe.
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  26.07.2016

Ein 5m tiefer Brunnen ist natürlich anfällig für Verkeimungen, da es keine oder nur sehr schwache Deckschichten gibt. Bestimmt ist es ein Schachtbrunnen?
Chloren ist die günstige und schnellste Möglichkeit, aber wenn der Wasserleiter kontaminiert ist, bringt das nichts.
Da hilft nur ein neuer Brunnen in den nächsten Grundwasserleiter.
Was heißt du hast eine Wasserader suchen lassen? Etwa durch so einen Spinner mit Wünschelrute oder Schweißdrähten?
Karlii
(Mailadresse bestätigt)

  26.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 26.07.2016!  Zum Bezugstext

Hallo Renrew,
danke für die Antwort. Die Untersuchung direkt aus dem Brunnen habe ich schon vor zwei Wochen in Auftrag gegeben. Warte noch auf den Termin vom Labor. Zwecks einen neuen Brunnen hab ich auch schon nach einer Wasserader suchen lassen. Sie wäre ca. 150m vom alten Brunnen entfernt und auf ca.20m tiefe. Ob dieses Wasser belastet ist steht aber in den Sternen. Landwirtschaft ist sehr intensiev bei uns. Der Anschluss an das Öffentliche Netz ist auch nicht so einfach. Entfernung zum nächsten Anschluss sind etwa 500m und die Leitung müsste durch zwei Bäche und unter einer Straße durch. Deshalb wollte ich mich im Vorfeld über die Aufbereitung informieren.
Schöner Gruß.
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  26.07.2016

Hallo Karlii,
Colibakterien im Trinkwasser deuten fast immer darauf hin, dass das Wasser mit Abwasser in Kontakt gekommen ist und somit auch Krankheitserreger und andere gefährliche  Stoffe enthalten kann.
Bevor irgendwelche Maßnahmen ergriffen werden, muß die Quelle der Verkeimung festgestellt werden. Ist bereits der Brunnen bakteriologisch nicht einwandfrei so sollte dort angesetzt werden. Wenn schon der Brunnen infiziert ist und eine Desinfektion nicht hilft, sollte man auch wegen des hohen Sulfatgehaltes an einen neuen tieferen Brunnen oder, wenn möglich, an den Anschluss an die öffentliche Trinkwasserversorgung denken. Ein hoher Sulfatgehalt kann manchmal auf Altlasten aus der Landwirtschaft zurückgeführt werden.
Gruß, Renrew  



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