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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Bakterien in Hauswasseranlage - Eigenwasserversorgung
StefanPö
(Mailadresse bestätigt)

  23.07.2015

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

zum Thema „bakterienbelastetes Trinkwasser“ gibt es ja bereits diverse Anfragen. Trotzdem bitte ich um die Gelegenheit, unsere Situation hier einmal schildern zu dürfen, um Empfehlungen zu evtl. noch nicht genutzte Maßnahmen zu erhalten.

Ausgangssituation:
Installation und Inbetriebnahme  einer eigenen Hauswasserversorgung (keine Versorgung mit städtischem Trinkwasser) im November 2014 (Neubau, Einfamilienhaus, Aussenbereich mit landwirtschaftlich genutzter Fläche in unmittelbarer Nähe):
- Spülbohrung (Tiefe ca. 23 Meter) mit eingesetztem Filter
- Installation im Hauswirtschaftsraum (kein Keller): Osna Kolbenpumpe mit angeschlossenem Druckkessel
- Warmwasseraufbereitung über Luftwärmepumpe (LWZ 404) mit angeschlossener Zirkulationspumpe
- zusätzlich Installation Fermanox Anlage zu Beseitigung von Eisen, Mangan und Amonium
Seit Inbetriebnahme der Anlage haben wir Probleme mit der bakteriellen Belastung. Zunächst waren es nur die Grenzwerte der Koloniezahlen bei 36 Grad, inzwischen sind auch die Grenzwerte bei 22 Grad sowie Coliforme Bakterien überschritten. Den Verlauf der Ergebnisse findet ihr als Bild im Anhang.

Zwischen den jeweiligen Probenentnahmen haben die Anlage auf verschiedene Arten gechlort:
- dreimal durch den Installateur (zweimal mit Chlor Compakt Bayrol 400g, einmal mit Chlordioxid Dilixin Xpress) als jeweils einmalige Stoßchlorung
- einmal in Eigenregie (mit Calciumhypochlorit, 70% Aktivchlor) über ca. 14 Tage durch Einbringung in die Fermanox Anlage (also eher eine „indirekte Chlorung“, da die Anlage lediglich dafür sorgt dass das gechlorte Wasser nachts in das Bohrloch gespült wird und von da aus in ziemlich verdünnter Form die Hausversorgung erreicht)

Wie man sieht hat das alles nicht viel gebracht. Mir wurde noch empfohlen eine weitere Stoßchlorung mit Natriumhypochlorit durchzuführen, was direkt in den Druckkessel eingebracht werden soll und anschließend den Entnahmestellen zugeführt werden soll. Diese scheinbar letzte Möglichkeit haben wir bisher aber noch nicht genutzt.
Was können wir noch tun? Regelmäßiges Erhöhen der Warmwasseraufbereitung auf über 70 Grad?? Weitere Chlorungen durchführen? Bevor wir uns eine teure UV Entkeimungsanlage zulegen, möchten wir gerne alle Möglichkeiten der Beseitigung im Vorfeld ausgeschöpft haben.

Danke Euch für Eure Geduld :-)

Stefan





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 12
Gerd-Wilhelm Klaas
infowasser.de
(Administrator)

  09.03.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von froha vom 17.02.2016!  Zum Bezugstext

UV-Anlagen killen Bakterien, Keime, Ecoli etc.
Allerdings muss die UV-Anlage der Wasserabnahme angepasst sein.
Gerd
froha
(Mailadresse bestätigt)

  17.02.2016

Hallo, wurde gerade darauf hingewiesen, dass der Eintrag schon alt ist, aber vielleicht gibt es für mich doch noch Hinweise:
gibt es eigentlich auch Wasserfilter, die bei so einem Problem helfen? - Ich nehme an, bei den beschriebenen Maßnahmen waren Filter dabei (ich kenne die Fachausdrücke nicht), aber ich weiß,dass es auch UV-Filter gibt und ich dachte immer, dass die auch bakteriell wirksam sind?
drenkinski
(Mailadresse bestätigt)

  07.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von StefanPö vom 21.01.2016!  Zum Bezugstext

Bei meinen Wasserproben wurden trotz mehrfacher Chlorung Kolibakterien festgestellt.
Schließlich stellte sich heraus, dass ein unbenutztes Wasserrohr im Haus die Ursache war. Ich hatte ein Jahr zuvor die Küche vom 1.Stock in die Paterre verlegt und den alten Wasseranschluss nicht mehr benutzt.
charly567
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von sepp-s vom 23.01.2016!  Zum Bezugstext

ich habe im garten einen brunnn gemacht um wasser zu sparen,mein fehler war ,ich habe den rückschlachventiel zum schluß drauf gemacht,nicht über die filterspitzr.daher meine frage:kann man auch halben zoll rohre auch für einen brunnen nehmen für in ein zoll rohre oder kleiner??????die ein zoll als naja fallrohr oder wie das heißt.
sepp-s
(Mailadresse bestätigt)

  23.01.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von StefanPö vom 21.01.2016!  Zum Bezugstext

Hallo Stefan Pöder der schwarze Gummischlauch?vemutlich PVC der aus 23 Meter Tiefe kommt   und daher vermutlich zu diesen Wasser  wegen  vermutlich  fehlender Abdichtung außen auch solches Oberflächen - Wasser in die Saugstelle  einfließen  wird ,könnte  ein   Freilegung dieses Schlauches bis in eine Tiefe von 2 m und mindesten  1,5m starke hinter -Füllung mit gestampften   Lehm ( Lehmschlag)das  eindringen  von Oberflächenwasser verhindern,/ wird oft so gemacht.  Bei einem neuen  nur Spülbrunnen  wirst auch  der das gleiche Problem haben   wen nicht das eindringen von  Oberflächenwasser baulich  durch   eine  Abdichtung  baulich verhindert wird  was bei einem Süplbrunnen schwer möglich ist. Jedwede   Chlorung   usw wird  auf die Dauer erfolglos sein  wen nicht die Ursache Verkeimung beseitigt wird  mfg Sepp
StefanPö
(Mailadresse bestätigt)

  21.01.2016

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich melde mich nochmal auf die oben beschriebene Problematik, da der Sachstand leider unverändert ist. Das gesamte Thema ist aufgrund diverser Vorkommnisse im familiären Umfeld zunächst ein wenig in Vergessenheit geraten. Aufgrund der jährlich anstehenden "großen" Wasseranlayse (chemisch und mikrobiologisch) hat es uns leider wieder eingeholt.

Also: letzter Stand war, dass die Rohwasseranalyse darauf hindeutete, dass die Verkeimung bereits im Brunnen bzw. in der Zuleitung zum Haus vorliegt (s. mein Beitrag vom 19.08.2015). Ergebnis der  mikrobiologischen Untersuchung des ROHWASSERS ergab dass die Koloniezahl bei 36 Grad wieder überschritten war. Die Koloniezahl bei 22 Grad war dafür wieder im Rahmen und die zuvor festgestellten Coliformen Bakterien kamen auch nicht mehr vor.

Dann haben wir das Thema wie bereits erwähnt auf sich beruhen lassen.

Jetzt stand letzte Woche die jährliche große Untersuchung an, Ergebnis: Koloniezahl bei 36 Grad wieder überschritten, bei ALLEN anderen Werten wurden die Grenzwerte eingehalten. Es wurde diesmal zwar nicht das Rohwasser analysiert, sondern das Wasser im Haus, aber ich gehe mal davon aus dass die Verkeimung nach wie vor im Rohwasser vorliegt.

Was haben wir nun noch für Möglichkeiten, dem beizukommen? Eine neue Spülbohrung ist mir zu heikel, da der Keimherd ja auch in der Zuleitung zum Haus liegen könnte (die inzwischen überpflastert ist). Sollten wir uns jetzt doch für die UV Entkeimung entscheiden? Das Gesundheitsamt hat uns jetzt noch einen letzten Fristaufschub zur Beseitigung der Verkeimung gewährt.

Newman
(Mailadresse bestätigt)

  22.08.2015

Soooo, dann mal meine Erfahrungen aus dem nicht ganz Artfremden Bereich.

Ich bin in Berlin im Tiefbau tätig, und arbeite für die Berliner Wasserbetriebe im Bereich Trinkwasserneubau und Reparatur. Da ist es grundsätzlich so, das bei allen Neubauten oder Auswechslungen mit über 18m Rohrlänge eine Keimprobe gezogen wird, und die Leitung erst nach positiven Ergebniss eingebunden wird.

I.d.R. ist das Ergebniss IMMER positiv, allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel. Dann wird das "Wundermittel" aus der "Versenkung" geholt. Nennt sich Sanosil.

http://www.sanosil-service.de/sanosil-universal/

Das wird beim Spülen der Leitung über eine Dosierpumpe mit beigegeben und 12 Std. im Rohr stehen lassen. Danach wird die Leitung einfach ausgespühlt, und die Probe ist danach definitiv Keimfrei. Mann könnte "Sinngemäß" sagen, es könnte damit eine halb verweeste Ratte im Rohr entkeimt werden, so das am Ende wieder Trinkwasserquallität vorhanden ist. Das Zeugs killt alles, und ist stark ätzend. Bei der Verwendung ist also auf die Sicherheitsvorschriften zu achten!

Falls bei dir also gar nix mehr geht...ich würds auf nen Versuch ankommen lassen.

MFG Andy
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  19.08.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von StefanPö vom 18.08.2015!  Zum Bezugstext

Hallo Stefan,
Du solltest Deine Anlage (Fermanox) erstmal einige Monate betreiben aber das aufbereitete Wasser nicht als Trinkwasser nutzen. Möglich ist ja, dass bei de Erstellung des Brunnens im weiteren Wassereinzugsbereich des Brunnens der Grundwasserleiter kontaminiert wurde, durch die Chlorung aber nicht desinfiziert wurde.
Nun ist aber erstmal wichtig, dass die Enteisenung und Entmanganung wieder funktioniert. Sie wurde sicher durch die Chlorung unterbrochen. Mit einem Schnelltest, der nur wenige Euro kostet und auch in Aquaristikläden zu kaufen ist, kannst Du den Eisengehalt selber regelmäßig messen. Für`s Trinken und zur Speisenzubereitung solltest Du das Wasser erst wieder verwenden, wenn es Trinkwasserqualität hat. Sollten es nach längerer Zeit immer noch eine bedenkliche Keimbelastung geben, kannst Du dann ja weiter überlegen. UV behandeltes Wasser sollte jedenfalls nicht in den Brunnen zurückgeleitet werden weil Oxidationsprodukte die (beim Fermanoxverfahren gewünschte) Population von eisenspeichernden Mikroorganismen stören könnte. Hier vielleicht noch einige Anregungen:

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/rund-um-trinkwasser

Wenn Du die schriftlichen Untersuchungsberichte hast kannst Du diese ja noch posten. Vielleicht ergeben sich weitere Anknüpfungspunkte.
Gruß, Renrew
StefanPö
(Mailadresse bestätigt)

  18.08.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 24.07.2015!  Zum Bezugstext

Hallo,
so wir haben es inzwischen hingekriegt das Rohwasser zu analysieren. Dazu haben wir direkt Wasser über die Pumpe (also vor der Aufbereitung) abgezapft, natürlich nachdem wir es eine längere Zeit laufen gelassen haben.

Das schriftliche Ergebnis liegt mir noch nicht vor, habe aber vorab schon telefonisch die Info bekommen, dass der Grenzwert bei 36 Grad schon beim Rohwasser überschritten wird. Die Werte bei 22 Grad waren in Ordnung, Coliforme Bakterien waren diesmal scheinbar auch nicht vorhanden.

Lt. Aussage des Labors scheint die Verkeimung also bereits im Brunnen vorzuliegen. Im Endeffekt wurde dazu geraten, eine neue Spülbohrung vorzunehmen, da die indirekte Chlorung des Brunnens über die Fermanox Anlage in der Vergangenheit ja bereits wirkungslos war.

Wir sind jetzt ziemlich ratlos, was wir tun sollen. Eigentlich ist uns das Risiko einer neuen Spülbohrung nach der gesamten Historie zu groß, weil wer kann uns sagen dass es nicht doch an der Zuleitung ins Haus liegt, die wir ja nun nicht auch noch neu machen können (Garten ist angelegt und die Leitungswege zum Großteil überpflastert).

Wir sind nun schon kurz davor uns doch mit einer UV Entkeimungsanlage zu befassen, wobei sich da ja auch die Geister scheiden was deren Einsatzbereicht angeht.

Was können wir noch tun?
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  24.07.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von StefanPö vom 24.07.2015!  Zum Bezugstext

Nun, dann lass doch mal nach längerem Abpumpen eine mikrobiologische Untersuchung des Wassers nach der Kolbenpumpe, also vor der Aufbereitung machen. Schön wäre eine Kopie der chemischen Analyse.
Gruß,
Renrew
StefanPö
(Mailadresse bestätigt)

  24.07.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Renrew vom 23.07.2015!  Zum Bezugstext

Hallo Renrew,

danke für die schnelle Antwort. Das Problem ist leider nur, dass zwar vor Installation der gesamten Anlage eine Analyse des Grundwassers erfolgt ist, allerdings nur die Chemie des Wassers und nicht die Mikrobiologie. Wir waren zu der Zeit noch relativ unbedarft und sind der Empfehlung unseres Installateurs gefolgt, nur die Chemie untersuchen zu lassen, um die Dimensionierung der Wasseraufbereitung festzulegen.

Ich bin jetzt ehrlichgesagt überfragt, ob wir zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch an das Grundwasser drankommen, da es sich ja nicht um einen gemauerten Brunnen handelt, sondern lediglich um einen schwarzen Gummischlauch der aus 23 Meter Tiefe kommt und direkt in die Kolbempumpe führt...
Renrew
(Mailadresse bestätigt)

  23.07.2015

Hallo Stefan,
Deinen Frust kann ich verstehen. Hier einige Anregungen:
Wichtig wäre, die Quelle der Verunreinigung zu finden. Dazu sollte zuerst eine bakteriologische Untersuchung des Grundwassers durchgeführt werden  Wenn dieses schon belastet ist, hast Du ein Problem, das für eine Einzelwasserversorgung sehr unangenehm ist. Wenn Du außer den bakteriologischen Untersuchungen auch chemische Analysen hast, kann man evtl. mehr über die Herkunft des „Grundwassers“ sagen.
Die Fermanox Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Oxidation von gelöstem Eisen (Mangan, Ammonium)  mit Hilfe eisenspeichernder Mikroorganismen und Sauerstoff  (aus der Luft). Die schwerlöslichen Eisenoxidhydrate werden im Einzugsbereich des Brunnens abgelagert. Durch Chlorung werden diese Mikroorganismen (die in eisenhaltigen Grundwässern fast immer vorkommen) sicher abgetötet und die Enteisenung funktioniert nicht mehr.
Erst wenn klar ist, dass das Grundwasser bakteriologisch einwandfrei ist und die Fermanox Anlage wieder arbeitet (das kann von einigen Tagen bis zu einigen Monaten dauern), ist es sinnvoll nach weiteren Ursachen zu suchen. Von toten Tieren in der Installation bis zu verkeimter Luft im Ansaugbereich der Fermanoxanlage ist alles möglich.
Gruß, Renrew    



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